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Hennes VIII. muss abtreten – Nachfolger steht schon fest

Überraschung zum Saisonstart: Der 1. FC Köln bekommt einen neuen Hennes. Aus gesundheitlichen Gründen kann Hennes VIII. nach elf Jahren nicht mehr als Maskottchen der Geißböcke fungieren. Schon am Sonntag bei der Saisoneröffnung wird er seinen letzten Auftritt als FC-Bock haben. Am gleichen Tag wird auch sein Nachfolger präsentiert, denn Hennes IX. wurde bereits ausgewählt. Er wird am zweiten Spieltag der kommenden Bundesliga-Saison erstmals in Müngersdorf im Stadion sein.

Köln – Eine Ära geht zu Ende. Der achte Geißbock des 1. FC Köln geht am Sonntag nach der offiziellen Saisoneröffnung des FC in Rente. Im Ziegen-Rentenalter von zwölf Jahren muss Hennes VIII. wegen einer Arthrose und Wirbelproblemen seinen Job als Glücksbringer und Maskottchen des 1. FC Köln abgeben. Das haben die Ärzte des Kölner Zoos in Absprache mit dem Klub entschieden. Theo Pagel, Direktor des Kölner Zoos, bestätigte: „Wir wollen Hennes nicht zumuten, mit Schmerzen im Stadion zu stehen.“

Seit dem 13. Februar 1950 ist der Geißbock das Vereinstier des 1. FC Köln. Gleich der erste Geißbock, auf der damaligen Karnevalssitzung des Klubs vom Zirkus und dessen Besitzern Carola und Harry Williams als Geschenk überreicht, blieb 16 Jahre und damit so lange wie kein anderer Geißbock nach ihm im Amt. Erst Hennes VII. erreichte mit über zwölf Jahren wieder eine vergleichsweise lange Dauer im Amt. Zuvor waren im Schnitt alle sieben Jahre die Geißböcke des FC an Krankheiten verstorben. Überhaupt war Hennes VII. der erste Geißbock, der in den Ruhestand ging, während sein Nachfolger die Rolle übernahm. Hennes VIII. wird nun nach elf Jahren als FC-Geißbock ebenfalls als Rentner in die FC-Geschichte eingehen.

Hennes IX. lebt bereits im Kölner Zoo

Hennes VIII. ist zudem der erste Geißbock in der Geschichte des 1. FC Köln, der im Kölner Zoo lebt und dort in einem „kleinen Geißbockheim“ sein Zuhause gefunden hat. Von 2008 bis 2014 hatte er, wie die vorherigen fünf Maskottchen, auf dem Anwesen der Familie Schäfer in Köln-Widdersdorf gelebt. Zur Saison 2014/15 war er dann in den Kölner Zoo gezogen und hatte so für eine besondere Nähe gerade der jüngsten FC-Fans zum Maskottchen gesorgt. Hennes VIII. wird weiterhin im Kölner Zoo bleiben. Ob er auch im „kleinen Geißbockheim“ bleibt, ist noch offen.

Denn: Der 1. FC Köln hat zusammen mit dem Kölner Zoo bereits einen Nachfolger ausgewählt. Hennes VIII., geboren am 10. März 2007, hatte sich noch in einer Mitgliederabstimmung gegen drei andere Konkurrenten durchgesetzt und war mit über 70 Prozent der Stimmen zum achten Maskottchen des 1. FC Köln gewählt worden. Hennes IX. hingegen konnte nicht per Fan-Wahl ausgesucht werden, da besondere Regularien des Zoos eingehalten werden mussten. „Nicht jedes Tier ist geeignet“, hieß es in einer Erklärung des Klubs. „Da Hennes IX. im Zoo lebt, muss er nicht nur selbst absolut fit sein, sondern darf auch keine Krankheiten oder Ansteckungsgefahren in sich tragen, die andere Tiere im Zoo betreffen könnten.“

Am Sonntag gemeinsam bei der Saisoneröffnung

So fiel die Wahl auf einen am 24. Februar 2018 auf dem Biolandhof Tormann in Petershagen-Ilse geborenen Bock, der bereits seit dem 10. August 2018 im Kölner Zoo lebt. Optisch unterscheidet sich der Bock der Rasse „Bunte Deutsche Edelziege“ deutlich von seinem Vorgänger, ist größer, drahtiger, im Fell dunkler, hat einen langen Bart und noch mächtigere Hörner als Hennes VIII. Der neue Hennes gehört einer inzwischen bedrohten Rasse an und wird zunächst zusammen mit seinem Vorgänger im „kleinen Geißbockheim“ leben. Da Zoo-Direktor Pagel jedoch davon ausgeht, dass der alternde Hennes VIII. dem noch unkastrierten Hennes IX. wohl körperlich nicht mehr lange gewachsen sein wird, wird das noch amtierende Maskottchen wohl bald in ein anderes Gehege verlegt.

Hennes VIII. blickt auf eine bewegte Amtszeit zurück. Sein Pflichtspieldebüt feierte er am 24. August 2008 beim 1:1 gegen Eintracht Frankfurt. In seinen elf Jahre erlebte er zwei Abstiege, zwei Aufstiege, acht Jahre in der Bundesliga und die drei Europa-League-Heimspiele in der Saison 2017/18 gegen Roter Stern Belgrad, BATE Borissow und den FC Arsenal. Mit dem Aufstieg und der Zweitliga-Meisterschaft 2019 geht seine Amtszeit nun zu Ende. Am Sonntag, den 4. August, wird Hennes VIII. auf der Saisoneröffnung gemeinsam mit seinem Nachfolger auf der Bühne zu sehen sein.

28 Kommentare
  1. NICK says:

    „Bunte Deutsche Edelziege“ – das paast zu uns, ebenso sein arroganter Blick…ich vermisse Hennes jetzt schon…dat war ne leeve Jung…

    Naja, wenigstens erinnert der neue an Hennes I., geben wir ihm ein Chance – wenn wir die ersten drei Spiele gewinnen, bringt er Glück ;)

  2. major says:

    Nachdem ich angemerkt hatte, daß man bei Hennes dem VIII. mehr Mitbestimmungsrechte als beim nächsten Vorstand hatte, hat der Verein das jetzt auch direkt gelassen.
    Wird alles nur noch von oben herab regiert…der FC ist wie München ohne die Kohle.

    Das Tier kann nichts dafür, daß dieser Verein Identität nur noch in der Erinnerung hat.
    Alles Joode, Hennes IX.

  3. Karl Heinz Lenz says:

    Weiß jemand, wieso unsere Maskottchen „Hennes“ heißen? Wie ist es dazu gekommen? Sie hätten ja beispielsweise auch Tünnes, Schäng oder Schorsch heißen können? Und wieso werden dann immer nur männliche Tiere zum Maskottchen? Soviel ich weiß, haben die weiblichen Tier doch auch Hörner. Da kommt mir der Gedanke: Wir könnten ja auch gleichzeitig zwei Maskottchen haben, sozusagen eine Doppelspitze, bestehend aus einem männlichen und einem weiblichen Tier. Das würde auch zum Vereinswappen besser passen. Denn der Dom hat ja auch eine Doppelspitze, wenn man sich das recht überlegt.

  4. Gerd Mrosk says:

    Das Maskottchen
    [www.GeissbockFans.de]

    Die Geschichte:
    Jedes Kind kennt den 1. FC Köln als den Geißbock-Club. Doch wer kennt die Entstehungsgeschichte, die hinter diesem ersten lebenden Tier als Markenzeichen eines Fußballvereins steckt?
    Es war der 13. Februar 1950, der zu einem der wichtigsten Tage in der Vereinsgeschichte des 1. FC Köln werden sollte. Denn an diesem Tag, exakt zwei Jahre nach seiner Gründung, schenkte Zirkus-Chefin Carola Williams dem FC sein heute weltbekanntes Maskottchen – den Geißbock.

    Als die Musikdarbietungen und launige Büttenreden der zweiten FC-Karnevalssitzung beendet waren, staunten die Jecken im Kölner Williamsbau nicht schlecht, als das Horntier an „Boss“ Franz Kremer und Spielertrainer Hennes Weisweiler überreicht wurde. Noch am selben Abend war Weisweiler auch Pate des Geißbocks, den man folgerichtig auf den Namen „Hennes“ taufte. Erster Geißbockhüter wurde FC-Mitglied Wilhelm Siepen, der das Tier auf seinem Grundstück in der Marsiliusstrasse unterbrachte. Wilhelm Siepen wurde 1959 vom in Müngersdorf wohnhaften Landwirt Peter Filz abgelöst, der Hennes I auf seinem Hof in der Belverderstraße eine neue Heimat schenkte.

    Der Geißbock war inzwischen trotz des anfänglichen Protestes einzelner Mitglieder zum unverwechselbaren Markenzeichen des 1. FC Köln geworden. Im September 1950 tauchte Hennes dann erstmals auf dem FC-Wappen auf. 1951 erhielt dann auch die Ausgabe der seit 1948 erschienenen Clubnachrichten erstmals den Zusatztitel „Der Geißbock“ und wurde runderneuert präsentiert. Und beim DFB-Pokalendspiel gegen den VfB Stuttgart am 17. April 1954 zeigte sich das Wappentier erstmals auf dem FC-Trikot.

    Im Herbst 1966 trat mit Günter Neumann der dritte „Hennesbetreuer“ sein Amt an. Das Maskottchen selbst zog nun von Müngersdorf in ein kleines Gehege am Geißbockheim um. Am 4. November 1966 verstarb Hennes I, sein Nachfolger wurde am 26. November 1966 inthronisiert und blieb bis zu seinem natürlichen Tod im Jahre 1970 offizieller Glücksbringer des Vereins.

    Mit Hennes II endete auch die Zeit von Günter Neumann als Hüter des Geißbocks. Sein Nachfolger wurde Wilhelm Schäfer. Der Hobby-Landwirt aus Köln-Widdersdorf, von dessen Hof auch Hennes III stammte, war mehr als 36 Jahre lang für die FC-Geißböcke verantwortlich. Hennes III bis Hennes VII wurden von „Bauer“ Schäfer und dessen Ehefrau Hildegard auf dem Anwesen in Widdersdorf beherbergt und liebevoll versorgt.

    Glücklichster Bock der „Ahnenreihe“ wird wohl Hennes IV gewesen sein, der mit dem Double 1978 den größten Erfolg der Vereinsgeschichte miterlebte und zu dessen Ehren die „Höhner“ die Single „Unsre Bock es Meister – er hätt se all jeputz“ komponierten. Seine „Regentschaft“ dauerte von 1975 bis 1982. Ebenfalls sieben Jahre, von 1982 bis 1989, war Hennes V in Amt und Würden, genau wie Hennes VI (1989-1996). Geißbock, Hennes VII bekleidet seine Funktion seit dem 15. März 1996, wurde dann aber wegen eines hartnäckigen Hufleidens in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet und von Hennes VIII abgelöst. Nach dem Tod von „Bauer“ Wilhelm Schäfer am 11. Juni 2006 hat Witwe Hildegard Schäfer das Amt ihres Mannes als „Hüterin des Geißbocks“ übernommen.

    [Hennes I] Hennes I
    Amtszeit: 13.02.1950 – 04.11.1966
    Hennes I stammte aus Thüringen. Als sich der Zirkus Williams im Kriegsjahr 1945 auf der Flucht befand, fand man im thüringischen Neustadt an der Orla die Mutter des „Premieren-Hennes.“ Diese brachte im Jahre 1949 dann Hennes I zur Welt. Der Kopf von Hennes I wurde später ausgestopft und bis April 2008 in der FC-Geschäftsstelle ausgestellt. Heute ist er Ausstellungsstück im FC-Museum.

    [Hennes II] Hennes II
    Amtszeit: 26.11.1966 – August 1970
    Ebenfalls ein Geschenk der Zirkus-Familie Williams. Soll angeblich von Gladbach-Fans vergiftet worden sein, fiel allerdings in Wirklichkeit der schweren Bißverletzung eines Schäferhundes zum Opfer, der Nachts ins „Hennesgehege“ eingedrungen war. Er war der einzige Bock, der am Geißbockheim lebte.

    [Hennes III] Hennes III
    Amtszeit: 22.08.1970 – Juli 1975
    Der erste von der Express-Redaktion „ausgewählte“ Bock. Das Tier hiess zunächst „Lieschen“ und wurde dann zur Amtseinführung auf den Namen „Hennes III“ getauft.

    [Hennes IV] Hennes IV
    Amtszeit: August 1975 – 13.11.1982
    Der unbestrittene König der Dynastie der Geißböcke. Wurde 1978 Meister und Pokalsieger und durfte sogar die grosse Triumphfahrt mit Pott und Schüssel durch die Stadt mitmachen. Zu seinen Ehren wurde eigens ein FC-Lied „Unser Bock ist Meister, er hätt’se all jeputz“ komponiert. Als er am 13.11.1982 an den Folgen einer Herzerkrankung verstarb, hatte der FC gerade durch ein Littbarski-Tor mit 0:1 beim FC Bayern gewonnen.

    [Hennes V] Hennes V
    Amtszeit: 20.11.1982 – Juli 1989
    Während seiner siebenjährigen Amtszeit konnte Hennes V mit dem Pokalsieg 1983 den bislang letzten Titelgewinn des 1. FC Köln feiern. Auch der Einzug ins UEFA-Cup Finale 1986 gegen Real Madrid fällt in die „Regentschaft“ des fünften Geißbocks der FC-Geschichte.

    [Hennes VI] Hennes VI
    Amtszeit: August 1989 – 13.03.1996
    Wäre beinahe im ersten Amtsjahr deutscher Meister geworden, doch am Ende wurde der FC unter Trainer Christoph Daum „nur“ Zweiter. Der dramatische Abstiegskampf der Saison 1995/1996 setzte der sowieso schon angeschlagenen Gesundheit des Tieres wohl sehr zu. Das 0:1 am 19. Spieltag gegen den KSC war sein letztes Spiel und er musste im Alter von neun Jahren eingeschläfert werden. Die Rettung am letzten Spieltag bei Hansa Rostock erlebte „Hennes VI“ schon nicht mehr.

    [Hennes VII] Hennes VII
    Amtszeit: 15.03.1996 – 23.07.2008
    Hennes VII ist „Dank“ einiger Ab- und Aufstiege quasi der „Fahrstuhl“-Hennes und das wohl wenig glückbringendste Maskottchen der Vereinsgeschichte. Immerhin schaffte er es aber zu TV-Ruhm und diverse Fotoshootings. Im März/April 2001 bekam er wegen der gerade grassierenden Maul- und Klauenseuche „Stallarrest“. Er ging 2008 in (Früh-)Rente, nachdem er schon die letzten zwei Saisonspiele krankheitsbedingt (Arthrose an den Kapillargelenken) fehlte. Er musste im März 2009 eingeschläfert werden und steht als ausgestopftes Tier in der FC-Geschäftsstelle.

    [Hennes VIII] Hennes VIII
    Amtszeit: seit 24.07.2008
    Wurde ab dem 3. Juli 2008 von den FC-Mitgliedern aus einer Auswahl von vier Kandidaten gewählt, erhielt ca. 70 Prozent der 8.000 abgegebenen Stimmen und wurde am 3. August 2008 zur Saisoneröffnung präsentiert. Er wurde am 10. März 2007 in Romaney, einem Ortsteil von Bergisch Gladbach geboren und stammt von der Familie Landwehr.

    — Weitere „inoffizielle“ Maskottchen —
    [Oskar] Oskar
    Ein Schweizer Geschäftsmann ersteigerte ihn 1963 auf der traditionellen Geißbockversteigerung in Deidesheim/Pfalz. Als ihm mit dem „Zottel“ die Einreise in die Schweiz verweigert wurde, schenkte er ihn kurzerhand dem FC. Im Gegensatz zum damals „regierenden“ Hennes I. wohnte „Oskar“ zusammen mit einem anderen Geißbock namens „Heinzchen“ am GBH.

    [Heinzchen] Heinzchen
    Ein Geschenk der seit längerem schon nicht mehr existierenden Firma „Rolli-Eis“. Er lebte zusammen mit „Oskar“ am Geißbockheim. Amtsinhaber „Hennes I.“ hingegen wohnte zu dieser Zeit in Müngersdorf beim Landwirt Peter Filz. Am GBH gab es damals einen kleinen „Streichelzoo“ samt Ponygehege.

    [Rocky] Rocky
    Kam beim Auswärtsspiel am 2. Mai 2005 bei Erzgebirge Aue zum Einsatz und brachte durch den dort erzielten 1:2-Sieg den Wiederaufstieg in Liga 1.

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