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Terodde über Hector: „Da war ich wahrscheinlich im roten Bereich“

Der 1. FC Köln ist einem Ausscheiden in der ersten Runde des DFB-Pokals knapp entkommen. Erst im Elfmeterschießen besiegten die Kölner den SV Wehen Wiesbaden. Gerade gegen Ende der Verlängerung ging es noch einmal hitzig zu, auch zwischen zwei FC-Spielern. 

Wiesbaden/Köln – Gleich zwei Mal sah der 1. FC Köln am Sonntagabend im DFB-Pokal gegen den SV Wehen Wiesbaden wie der sichere Sieger aus. Erst führten die Geißböcke zur Halbzeitpause souverän mit 2:0. Binnen drei Minuten machten die Kölner ihren Vorsprung im zweiten Durchgang aber zunichte. In der Verlängerung brachte der eingewechselte Louis Schaub den FC mit seinem Hammer aus 16 Metern erneut auf die Siegerstraße. Für Ruhe auf dem Spielfeld konnte der Bundesligist in der verbleibenden Spielminuten aber nicht mehr sorgen.

Da kann ich mich gar nicht dran erinnern

Es lief bereits die 116. Spielminute, als Florian Kainz in der Hälfte der Wiesbadener verletzt liegen blieb. Während die Gastgeber darauf verzichteten, den Ball ins Aus zu spielen, löste auch Jonas Hector die Situation ungeschickt. Sein Trainer Achim Beierlorzer versuchte von außen Einfluss zu nehmen und rief seinem Kapitän zu, den Ball ins Aus zu spielen. Doch stattdessen versuchte Hector Zeit von der Uhr zu nehmen und das Foul zu ziehen – nur um es im gleichen Moment selbst zu begehen. Völlig übermotiviert holte er Moritz Kuhn von den Beinen und sah dafür zurecht die Gelbe Karte. „Natürlich nehme ich das wahr“, sagte Beierlorzer hinterher. „Das ist aber völlig normal. Jonas hat das nicht wahrgenommen. Mein Rufen ist nur für mich, das hört man nicht, man kommt keine fünf Meter weit. Jonas wollte das Foul ziehen, den Ball behalten. Am Ende wird es eine Gelbe Karte für ihn. Da ist Jonas sicher nicht der Meinung, dass er diese Situation günstig geklärt hat.“ Dieser Meinung war auch Simon Terodde nicht. Der Stürmer lief einige Meter auf Hector zu und machte ihm lautstark klar, was er von seiner Aktion hielt. Auch der Kapitän hielt sich mit warmen Worten für seinen Mitspieler nicht zurück. Wenige Augenblicke später war die Situation zwischen den beiden Spielern aber bereits wieder bereinigt. „Es ist völlig normal, dass sich zwei Mannschaftskameraden dann auch mal was sagen. Aber die beiden verstehen sich top, da wird mal kurz Luft rausgelassen. Aber bei den beiden muss ich nicht moderieren“, sah sich der Trainer keinem größeren Gesprächsbedarf ausgesetzt. Und auch Terodde war die Situation hinterher bereits wieder gegessen und sagte: „Da war ich wahrscheinlich im roten Bereich, da kann ich mich gar nicht mehr dran erinnern.“

Doch auch wenn der aus Hectors Foul resultierte Freistoß nicht gefährlich wurde, brachten sich die Kölner in den Schlussminuten durch solche Diskussionen immer wieder selbst aus der Ruhe. Nur eine Minute später folgte der Ausgleich für Wehen Wiesbaden und auch vor dieser Szene blieb mit Modeste ein Kölner auf dem Boden liegen. Mit etwas mehr Geschick in der ein oder anderen Situation hätte sich der FC die Nervenschlacht im Elfmeterschießen womöglich ersparen können.

5 Kommentare
  1. Tibu says:

    Und das die Mannschaft noch zusammen wachsen sollte um in kniffligen Situationen stabiler zu sein…Das ist jetzt nach dem ersten Pflichtspiel auch nicht gerade verwunderlich.

    Finde es gut wenn s auch mal lauter wird. Ist unter den Bedingungen auch normal…

  2. OlliW says:

    Eine Episode nur. Aber in den Moment wunderte ich mich auch, warum die Nerven so blank lagen, obwohl man drei Minuten vor Ende führt und man dann nicht angezockt den Ball ausspielt bzw. in ähnlichen Situationen weg drischt. Hector hatte gestern einige seltsame Aktionen und Entscheidungen. Muss man draus lernen und weiter geht’s.
    Egal heute.

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