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Angeschlagener Musculus: Noch nicht die erhoffte Verstärkung

Lucas Musculus ist angeschlagen. Wegen Adduktorenproblemen ist der Einsatz des Angreifers für die U21 des 1. FC Köln gegen den SV Rödinghausen gefährdet. Doch der 28-Jährige hätte nicht selbstverständlich in der Startelf gestanden. Noch ist Musculus nicht wieder am Geißbockheim angekommen. Dafür weist der FC eine interessante Statistik seiner Torschützen auf.

Köln – „Für mich ist es eine Rückkehr nach Hause.“ Mit diesen Worten unterschrieb Musculus im Sommer einen langfristigen Vertrag bis 2022 bei den Geissböcken. Dort, wo die Karriere des Stürmers einst so richtig begonnen hatte, in der Jugend zwischen 2005 und 2009, später zwischen 2011 und 2013 in der U21, für die er damals schon 51 Regionalliga-Spiele bestritt, ehe er über den Bonner SC, dem KFC Uerdingen und Viktoria Köln zurück zum FC wechselte. Seine Vita ist in Köln gut bekannt, auch, weil Musculus immer wieder auf die Verwandtschaft zu seinem Onkel und Berater Stephan Engels angesprochen wird.

Dieser brachte seinen Neffen nach einer kurzen und durchwachsenen Zeit bei der Viktoria wieder beim FC unter. Die Geissböcke hatten einen Nachfolger für Roman Prokoph gesucht und fanden ihn in Musculus. Prokoph hatte in der Saison 2018/19 zunächst große Probleme gehabt und in der Hinrunde nur zwei Tore erzielt. In der Rückrunde lief der Routinier noch einmal zur Hochform auf, traf unter anderem fünfmal in fünf Spielen und verhalf der U21 so mit zum Klassenerhalt. Doch Prokophs Vertrag wurde nicht verlängert, der FC setzte auf den über fünf Jahre jüngeren Musculus. Eingeschlagen hat der Transfer aber noch nicht.

Schon elf Torschützen, aber keinen Knipser

Drei Startelf-Einsätze, drei Einwechslungen, zwei Bankplätze über 90 Minuten und ein verletzungsbedingter Ausfall stehen für den erfahrenen Angreifer zu Buche – aber noch kein Tor. „Ich glaube nicht, dass Lucas mit seiner Situation zufrieden ist“, sagte NLZ-Chef Matthias Heidrich nun im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN. „Aber wir haben großes Vertrauen in ihn, dass er seine Qualitäten in die Mannschaft einbringen wird.“ Nach der Trennung von Prokoph und dem kurzfristigen Wechsel von Adrian Szöke in die Niederlande hätte Musculus eigentlich in die Bresche springen sollen. Doch der 28-Jährige läuft seiner Form hinterher.

Dass Musculus wichtig für die Mannschaft sein kann, erahnt man daran, dass der FC jene drei Spiele mit dem Stürmer in der Startelf auch gewann. Dass der Stürmer selbst aber noch viel Luft nach oben hat, bestreitet niemand am Geißbockheim. Ob er für das Topspiel am Samstag gegen den SV Rödinghausen fit wird, ist fraglich. Doch zeigt der Vergleich beider Mannschaften, warum aktuell Musculus‘ Formschwäche beim FC noch nicht so ins Gewicht fällt. Rödinghausen stellt als Tabellenführer in Simon Engelmann den bislang überragenden Angreifer der Regionalliga West, der in zehn Ligaspielen bereits zwölfmal traf und vier weitere Treffer vorbereitete. Die Geissböcke hingegen können, trotz Tabellenplatz vier, gerade einmal drei Torschützen mit jeweils zwei (!) erzielten Toren aufweisen, dafür aber insgesamt elf verschiedene Torschützen.

Kölns Hoffnungen ruhen auf drei Stürmern

„Es stimmt, dass wir aktuell keinen Knipser in unseren Reihen haben, dafür aber ein breites Trefferspektrum“, sagte Heidrich. „Wir sind davon überzeugt, dass unsere Stürmer die nötige Entwicklung durchmachen werden.“ Heidrich verwies auf Szöke, der in der letzten Saison ähnlich wie Prokoph in der Hinrunde auch nur auf zwei Treffer kam, in der Rückserie aber explodierte und mit am Ende zwölf Treffern Kölns bester Torschütze war. Dieses Jahr erhoffen sich die Verantwortlichen eine ähnliche Entwicklung von Stürmern wie Kaan Caliskaner, Oliver Schmitt oder eben auch von Lucas Musculus. Dafür muss Musculus zunächst aber gesund werden und anschließend seinen Torriecher wiederfinden. Dass er über einen solchen verfügt, hat er in Bonn (41 Tore in 76 Spielen) und Uerdingen (25 Tore in 45 Spielen) bewiesen.

1 Antwort
  1. Gerd Mrosk says:

    Ich weiss gerade nicht,wo das Problem ist???? Der FC spielt doch anscheinend völlig variabler,als andere ,die ihren Zielspieler suchen.Möglicherweise passt Musculus nicht so in die Spielphilosophie,kann ich aber nicht wirklich beurteilen.Fakt ist,die Jungs stehen gut da und können sich dieses Jahr viel mehr in Ruhe entwickeln ,als in den beiden letzten Jahren.Musculus ist allerdings ein guter Junge,er wird sich einfügen ,hat Erfahrung und muss nicht unbedingt DER Torjäger schlechthin sein hier.

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