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Anzeige in Tageszeitung: Schumacher-Fans machen mobil


Fünf Fanklubs des 1. FC Köln haben am Freitag überraschend den Weg an die Öffentlichkeit gewählt und noch einmal für Toni Schumacher und Markus Ritterbach getrommelt. In einer Anzeige im Express riefen diese Fanklubs indirekt zur Ablehnung des vom Mitgliederrat vorgeschlagenen Präsidiums um Dr. Werner Wolf auf. Eine Nicht-Wahl des designierten Vorstands würde Schumacher und Ritterbach im Amt behalten.

Köln – Eigentlich war die Wahl von Dr. Werner Wolf, Dr. Jürgen Sieger und Eckhard Sauren zum neuen Vorstand des 1. FC Köln nur noch Formsache. Das vom Mitgliederrat vorgeschlagene Dreigestirn soll ab dem 9. September die Geschicke bei den Geissböcken leiten, nachdem es am 8. September auf der Mitgliederversammlung zum neuen Vorstand gewählt werden soll – ohne Gegenkandidaten. Doch einige Fans des FC haben etwas dagegen und machen nun lautstark Stimmung gegen das Trio – und trommeln für die nicht nominierten Toni Schumacher und Markus Ritterbach.

Die beiden Vizepräsident hatten betont, eigentlich noch einmal antreten zu wollen, aber zähneknirschend zurückgezogen zu haben, um keine Unruhe in den Verein zu bringen. Freilich ist daraus nichts geworden, auch, weil Schumacher und Ritterbach seit Wochen im Hintergrund andere Leute weiter für sie werben lassen. Insbesondere Schumacher weiß viele Fanklubs der Geissböcke hinter sich, hat er diese doch unermüdlich und mit großer Freude über die sieben Jahre seiner Amtszeit immer wieder besucht. Der 65-Jährige verfügt bis heute über einen breiten Rückhalt in der Fanschaft des FC. Ein Umstand übrigens, den seine Kritiker immer wieder versuchten klein zu reden.

Wir gemeinsam sollten bestimmen, wer uns in Zukunft führen wird!

Nun haben sich einige der Schumacher- und Ritterbach-Freunde öffentlich geäußert und in einer Anzeige im Kölner Boulevard für Aufsehen gesorgt. In der Freitagsausgabe des Express erschien eine große Anzeige folgender Fanklubs: FC Fründe Mai ’98 e.V., Schützenböcke 2000 Frielingsdorf e.V., Deaf Cologne Fanclub, FC-Fanclub Neffetal 98 und FC Bruderschaft Bauernstube. Darüber hinaus wurde die Anzeige mit den Worten „zahlreiche, nichtorganisierte Fans des 1. FC Köln“ unterschrieben. In dem Schreiben danken die Fans den beiden scheidenden Vizepräsidenten für ihre Arbeit beim FC. Anschließend rufen sie auf: „Liebe FC-Mitglieder, kommt am Sonntag zur Mitgliederversammlung, um abzustimmen. Wir gemeinsam sind der Verein und sollten bestimmen, wer uns in Zukunft führen wird!“ Wer dies sein soll, ist nach der Anzeige klar: Schumacher und Ritterbach. Wer nicht, ebenfalls: Wolf, Sieger und Sauren.

Freilich können Schumacher und Ritterbach am Sonntag gar nicht gewählt werden. Sie stehen nicht zur Wahl, hatten sich Ende Mai offiziell zurückgezogen und eine Gegenkandidatur abgelehnt. Dennoch wissen die Fanklubs, dass sie die Vizepräsidenten sehr wohl im Amt halten können – zumindest kommissarisch: indem sie Wolf, Sieger und Sauren ablehnen. Das nicht nur vom Mitgliederrat, sondern auch vom Beirat und Aufsichtsrat unterstützte Vorstandsteam braucht eigentlich nur eine einfache Mehrheit von über 50 Prozent. Wegen den Konflikten mit Schumacher und Ritterbach, so heißt es, würde aber schon ein Ergebnis über 70 Prozent als Erfolg bewertet werden. Doch was, wenn die Mitglieder tatsächlich das vorgeschlagene Vorstandsteam ablehnen?

Was würde eine Nicht-Wahl bedeuten?

Sollte am Sonntag das vorgeschlagene Vorstandsteam bei den Mitgliedern durchfallen, blieben Schumacher, Ritterbach und Interimsvorstand Stefan Müller-Römer zunächst kommissarisch im Amt. In der Folge müsste zunächst ein neuer Findungsprozess potentieller Vorstandsteams angestoßen werden. Der Mitgliederrat könnte erneut Wolf, Sieger und Sauren vorschlagen oder sich für ein anderes Team entscheiden. Andere Interessenten könnten sich bewerben, bräuchten dafür die Unterschriften von drei Prozent der gesamten FC-Mitgliederschaft (ca. 3300 Unterschriften). In einem zeitlich zunächst nicht näher definierten Rahmen würde dann eine neue, außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen werden. Auf dieser stünden dann alle Vorstandsteams zur Wahl, die sich neu beworben hätten.

Die Hoffnung der fünf Fanklubs ist klar: Schumacher und Ritterbach hätten in diesem Fall einen triftigen Grund, doch noch in einer Kampfkandidatur für eine neue Amtszeit anzutreten. Potentiell könnte sich dann auch Wolfgang Bosbach bereit erklären, doch noch mit ihnen anzutreten. Wie realistisch dieses Szenario ist, lässt sich aktuell nicht eindeutig bewerten. Klar ist aber: Schumacher und Ritterbach haben entgegen ihrer Bekundungen längst nicht aufgegeben und lassen weiter kräftig für sich die Werbetrommel rühren. So darf man die Wahl am Sonntag durchaus mit Spannung erwarten. Nicht nur, ob der vorgeschlagene Vorstand um Wolf, Sieger und Sauren die eigentlich erwarteten 50+1 Prozent bekommt. Sondern auch, wie viele FC-Mitglieder am Ende tatsächlich für das designierte Präsidium stimmen werden.

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