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Der FC erspielt sich die wenigsten Chancen der Liga


Mit nur einem Sieg aus den ersten vier Spieltagen findet sich der 1. FC Köln aktuell auf dem 15. Tabellenplatz der Bundesliga wieder. An einer mangelhaften Chancenverwertung lagen die drei Niederlagen allerdings nicht, vielmehr hatte der FC Probleme, sich überhaupt Chancen herauszuspielen. Auch bei den Laufwerten haben die Kölner noch Luft nach oben. 

Köln – Achim Beierlorzer hat als Trainer des 1. FC Köln einen neuen Negativrekord aufgestellt. Noch nie hat ein FC-Trainer die ersten beiden Heimspiele seiner Amtszeit verloren. Nach dem 1:3 gegen Borussia Dortmund und dem 0:1 im Derby gegen Gladbach, muss sich der 51-jährige dieser Bilanz nun stellen. Doch dass sein Team in beiden Spielen vor heimischem Publikum unterlegen und im bisherigen Saisonverlauf auch erst vier Mal vor dem gegnerischen Tor erfolgreich war, lag zumindest nicht an einer mangelnden Chancenverwertung.

Zu große Lücken zwischen Angriff und Mittelfeld

In dieser Statistik liegt der FC nämlich mit 26,7 Prozent auf dem neunten Platz. Allerdings haben sich die Kölner gemeinsam mit Fortuna Düsseldorf insgesamt die wenigsten Chancen aller 18 Mannschaften erspielt. In den ersten vier Partien kamen die Kölner nur zu 15 Torgelegenheiten – im Schnitt also zu 3,75 Chancen pro Spiel. Der Unterschied zu Düsseldorf: Die Fortuna nutzte 40 Prozent seiner Chancen und ist damit derzeit die dritteffektivste Mannschaft der Liga. Die meisten Chancen hat sich im übrigen Bayern München (37) herausgespielt, dicht gefolgt von Werder Bremen (35) und Borussia Dortmund (32). Für Achim Beierlorzer dürfte diese Statistik keine Überraschung sein. Schon vor dem Derby gegen Gladbach hatte der Trainer von seiner Mannschaft noch mehr Offensivdrang gefordert, um die eigenen Angreifer im gegnerischen Strafraum besser in Szene zu setzen. Gegen die Borussia gelang dies am Samstag jedoch überhaupt nicht. Der FC agierte fast ausnahmslos mit langen Bällen auf Anthony Modeste und Jhon Cordoba. Doch dabei rückte das Mittelfeld meist zu langsam nach, sodass die Lücke zu den Stürmern, die den Ball festmachen sollten, zu groß war. Die Folge war, dass sich Gladbach den Ball in den meisten Fällen schnell wieder zurück erobern konnte.

Funke springt nicht auf die Ränge über

Dass die Lücken zwischen den einzelnen Ketten am Samstag zu groß waren, könnte auch in der Laufleistung begründet liegen. Zwar war Ellyes Skhiri mit 12,72 gelaufenen Kilometern wieder einmal der fleißigste Akteur auf dem Platz, insgesamt rissen die Borussen aber knapp einen Kilometer mehr ab als der FC. Und das, obwohl auch Dominick Drexler mit 11,45 Kilometern noch mehr gelaufen ist als Florian Neuhaus mit 11,36 Kilometern als bester Gladbacher. Dass die Gäste am Ende dennoch insgesamt mehr Meter abspulten als die Geißböcke, spricht demnach nicht zwingend für die restliche Kölner Mannschaft. Insgesamt liegt der FC nach vier Spieltagen was die Laufleistung betrifft mit 450,49 Kilometern auf dem zwölften Rang. Im Grunde zu wenig für einen Aufsteiger, dessen Faustpfand im Abstiegskampf Leidenschaft, Wille und Laufbereitschaft sein müsste. Gegen den SC Freiburg legte der FC diese Tugenden an den Tag und auch im Heimspiel gegen Dortmund konnte man der Beierlorzer-Elf diese Attribute nicht absprechen. Im Derby, bei dem die Fans erwarten dürften, dass alle Spieler noch einmal über ihre Schmerzgrenze hinausgehen, ließen die Kölner den absoluten Willen aber zum Teil vermissen. Auch deshalb dürfte es über weite Strecken der Partie im Stadion ruhiger gewesen sein als noch gegen Dortmund. Der Funke, den die Mannschaft gegen den BVB im ersten Heimspiel noch auf die Ränge hatte überspringen lassen, blieb am Samstag gegen Gladbach aus.

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