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„Wir haben uns von Gladbach beeindrucken lassen“


Eine Kombination aus zu vielen falschen Entscheidungen und eigenen Fehlern brachte den 1. FC Köln um einen guten Auftritt im Derby gegen Borussia Mönchengladbach. Dabei hat sich die Mannschaft laut Trainer Achim Beierlorzer zu sehr vom Gegner beeinflussen lassen und seinen eigenen Spielplan vernachlässigt. 

Köln – Die Niederlage im Derby gegen Borussia Mönchengladbach tut dem 1. FC Köln auch drei Tage danach noch weh. Und das nicht nur, weil die drei Punkte im prestigeträchtigen Duell an den Kontrahenten vom Niederrhein gingen, sondern insbesondere, weil der FC am Samstag seine eigenen Qualitäten nicht auf den Platz bringen konnte.

Zu viele falsche Entscheidungen

Nach dem Sieg gegen den SC Freiburg hätten die Kölner eigentlich selbstbewusst und mit breiter Brust in das Heimspiel gegen Gladbach gehen können, zumal der Gegner zuvor eine empfindliche 1:3-Heimpleite gegen RB Leipzig wegstecken musste. „Ich hatte schon ein gutes Gefühl für das Spiel“, gab Achim Beierlorzer am Dienstag nach der ersten Trainingseinheit der neuen Woche zu. „Aber Gladbach hat es sehr gut gemacht, das müssen wir neidlos anerkennen.“ Nach einer guten Anfangsphase und der ersten Chance durch Anthony Modeste kam die Borussia mit zunehmender Spieldauer immer besser in die Partie und kombinierte sich ball- und passsicher durch das Kölner Mittelfeld. „Wir haben gesehen, was Gladbach an Qualität auf den Platz gebracht hat. Sie haben uns beeindruckt.“ Dem FC hingegen fiel offensiv nur wenig bis gar nichts ein und konnte auch physisch den Gästen über 90 Minuten nicht Paroli bieten. „Wir haben unsere Qualitäten nicht auf den Platz bringen können“, sagte Beierlorzer. „Wenn der Gegner so Druck macht und einen beeindruckt, sind die Entscheidungen, die man trifft, nicht auf einem idealen Niveau.“

Wir hatten etwas ganz anderes vor

Nach dem Athletiktraining am Vormittag geht es für den FC am Dienstag in die genaue Videoanalyse, ehe am Nachmittag die Umsetzung mit Ball auf dem Platz erfolgen soll. Bei der Zerlegung des Spiels in seine Einzelteile sollen den FC-Spielern die gemachten Fehler noch einmal verdeutlicht und durch Standbilder falsches Stellungsspiel oder falsche Laufwege aufgezeigt werden. „Das ist dann der Joystick-Modus, den wir von draußen auflegen. Aber da sieht man, was für Chancen wir gehabt hätten, wenn wir die richtigen Entscheidungen getroffen hätten und welche Fehler wir gemacht haben.“ Dabei unterscheidet der Coach zwischen kleineren Fehlern, die schnell abzustellen sind und jenen, für die es Zeit auf dem Trainingsplatz benötigt. „Wenn wir zum Beispiel einen langen Ball spielen macht es Sinn, dass wir uns erstmal kompakt stellen und den Ball nicht schon schlagen, wenn unsere Innenverteidiger noch im Sechzehner sind“, erklärte Beierlorzer. Am Samstag war in der Tat immer wieder aufgefallen, dass die Distanz bei langen Bällen zwischen den Ketten zur groß war und die Spieler nicht schnell genug nachrückten. Dass der FC gegen Gladbach beinahe ausnahmslos mit langen Bällen aus der eigenen Hälfte heraus versuchte, seine Stürmer vorne in Aktion zu bringen, gehörte dabei im Vorfeld überhaupt nicht zum Matchplan. „Wir hatten etwas ganz anderes vor und haben uns dann beeindrucken lassen. Ansonsten kann so eine Entscheidung gar nicht fallen. Wir müssen daran arbeiten“, meinte Beierlorzer und sieht die Aufgabe des Trainerteams nun darin, „die Spieler so stabil zu machen, dass sie auch bei Druck von einer so guten Mannschaft wie Gladbach an ihrem Plan festhält.“

Dass der FC nach drei Niederlagen aus vier Spielen nun am Samstag zum FC Bayern muss und damit zur vierten Mannschaft aus den letztjährigen Top-sechs der Bundesliga, macht die Sache für die Geißböcke nicht unbedingt leichter. Beierlorzer fordert von seinen Spielern trotzdem, mit breiter Brust in der Allianz-Arena anzutreten und den Bayern alles abzuverlangen. „Wir dürfen in den Niederlagen nicht kleiner werden, sondern müssen uns diesen stellen und uns weiterentwickeln.“

 

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