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Erst mutig, dann Prosit: Effzeh will die Wiesn-Sensation


Der 1. FC Köln will zum Auftakt des Oktoberfest 2019 dem FC Bayern die Wiesn vermiesen. Die Geissböcke reisen laut Achim Beierlorzer nicht zur Schadensbegrenzung zum Rekordmeister, sondern mit dem Ziel, mindestens einen Punkt aus der Allianz Arena zu entführen. Der FC will im Anschluss an die Partie nicht den sportlichen Kater durch einen alkoholischen ersetzen, sondern etwas Zählbares zu feiern haben.

München – Um Punkt zwölf Uhr ist es soweit. Im „Schottenhamel“, dem ältesten Wiesnzelt auf der Theresienwiese, ertönt am Mittag traditionell der Ausruf „O’zapft is!“, wenn der Oberbürgermeister Münchens (Dieter Reiter, SPD) das erste Bierfass anzapft und damit die Wiesn eröffnet. Mit Argusaugen wird beobachtet werden, wie viele Schläge nötig waren, um den Zapfhahn zu setzen und die erste Maß zu füllen. Den Rekord für den perfekten Anstich halten Alt-Oberbürgermeister Christian Ude und Dieter Reiter mit je zwei Schlägen.

Dreieinhalb Stunden nach dem Anstich erfolgt rund zwölf Kilometer weiter nördlich in der Allianz Arena der Anpfiff. Dann will der 1. FC Köln die Bayern ärgern, will ihnen jenen Jubel verweigern, der im Schottenhamel ertönt, sobald das Bier fliest. Vielmehr wollen die Geissböcke selbst allen Grund zum jubeln haben nach den 90 Minuten vom Samstag. Das Ziel: mit einer mutigen Vorstellung den Rekordmeister bezwingen und es anschließend auf dem Oktoberfest krachen lassen. Zwar werde man, wie Achim Beierlorzer erklärte, auch im Falle einer Niederlage auf die Wiesn gehen. Mit Punkten im Gepäck wäre die Stimmung aber wohl ungleich ausgelassener.

Das ist ein Teamevent, der unabhängig vom Ergebnis ist

„Wenn es der Terminplan so will, dass wir zum Oktoberfest in München spielen, dann ist klar, dass wir hinterher als Teamevent auf die Wiesn gehen“, sagte Beierlorzer. „Das ist auch völlig unabhängig vom Ergebnis. Jeder Spieler in unserem Kader hat die Möglichkeit, daran teilzunehmen – auch diejenigen, die nicht im Kader stehen. Das ist ein Teamevent, der unabhängig vom Ergebnis ist.“ Man werde dafür sorgen, dass jene, die am Freitag in Köln bleiben mussten, am Samstag nach München nachreisen, wenn sie es denn wollen. In jedem Fall aber werde man erst alles tun, um ein erfolgreiches Spiel zu absolvieren. Danach werde gefeiert – auch das in jedem Fall. „Ich bin weit davon entfernt zu fragen: Darf man, wenn man gegen Bayern München spielt, danach aufs Oktoberfest? Der Abend soll uns zusammenschweißen, er soll etwas Positives bewirken. Deshalb machen wir es.“

Vorher soll aber schon das Spiel in der Allianz Arena etwas Positives bewirken. Dafür hat Beierlorzer neben dem Ausfall von Birger Verstraete auf die Dienste von Vincent Koziello verzichtet, dafür Niklas Hauptmann und Lasse Sobiech in den Kader berufen (hier geht’s zum 20er-Kader der Geissböcke). Der FC-Coach kündigte an, mit seiner Aufstellung bereits jenen Mut vorgeben zu wollen, den er von seinen Spielern erwarte. Daher erscheint eine Fünferkette in der Defensive als unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte Beierlorzer darauf setzen, dass seine Spieler in Sachen Laufbereitschaft und Zweikampfstärke eine deutlich bessere Leistung gegenüber dem Gladbach-Spiel an den Tag legen wollen und werden. Selbst dann könnte es zwar mit einem Punktgewinn schwer werden. Doch dass die Bayern in dieser Saison verwundbar sind, haben bereits die Spiele gegen Hertha BSC und Leipzig gezeigt. Der FC will sich in diese Liste einreihen.

So könnte der Effzeh auflaufen: Horn – Ehizibue, Bornauw, Czichos, Hector – Schindler, Drexler, Skhiri, Kainz – Cordoba, Modeste

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