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Fans sauer: Warum der 1. FC Köln keinen Livestream anbietet


Die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln findet am Sonntag unter Ausschluss der digitalen Welt statt – zumindest können die nicht anwesenden FC-Anhänger die MV in der Lanxess Arena nicht wie in vorherigen Jahren ungefiltert im Livestream verfolgen. Die Fans sind sauer, weil die Begründung des Klubs fragwürdig ist.

Köln – Am Freitagmittag gab der 1. FC Köln via Twitter bekannt, dass es „in diesem Jahr aus Kostengründen keinen Livestream von der Mitgliederversammlung gibt“. In den sozialen Netzwerken fiel die Reaktion der Anhängerschaft deutlich aus: „Jedes kack Testspiel wird übertragen und dann soll es bei der Mitgliederversammlung an den Kosten scheitern?“, hieß es in einer der vielen Reaktionen, die ihr Unverständnis für die Entscheidung ausdrückten.

Nach GBK-Informationen fiel die Entscheidung in einem der Planungsmeetings zwischen dem Mitgliederrat, dem Vorstand und der Mitglieder- und Eventabteilung des FC. Der Ausgangspunkt soll neben gestiegenen Kosten für 2019 auch eine teure Mitgliederversammlung 2018 gewesen sein, in deren Nachgang die einzelnen Kostenpunkte diskutiert und hinterfragt wurden. Aus der Mitgliederabteilung hieß es daraufhin, der Livestream sei von den FC-Mitgliedern nicht im großen Stile angenommen und frequentiert worden. Daraufhin soll der Livestream, dessen Übertragung inklusive Produktion angeblich zwischen 6.000 und 10.000 Euro für den Abend kostet, auf die Liste der potentiellen Streichungen gekommen sein.

https://twitter.com/fckoeln/status/1169916253231824896

Allerdings: Insgesamt kostet eine Mitgliederversammlung den 1. FC Köln rund eine halbe Million Euro. Der Livestream, eine Maßnahme für mehr Transparenz und für die Einbindung aller fast 110.000 Mitglieder in aller Welt, hätte in dieser Kalkulation nur einen Bruchteil der Kosten ausgemacht. Umso größer waren der Ärger und das Unverständnis bei den Anhängern, zumal in diesem Jahr mit der Wahl eines neuen Vorstands eine einschneidende Veränderung beim FC vollzogen wird, die viele Mitglieder, die am Sonntag nicht in die Lanxess Arena sein können, potentiell hätten im Internet verfolgen können.

Der FC kappte durch den Livestream nun die Möglichkeit, die Veranstaltung ungefiltert verfolgen zu können. Stattdessen sind die Mitglieder auf die Liveticker des Klubs und der vor Ort berichtenden Medien angewiesen (der GEISSBLOG.KOELN wird wie gewohnt live aus der Lanxess Arena tickern). Ein Rückschritt für den Klub, der sich in den vergangenen Jahren als innovativer Klub im Markt der Digitalisierung hervorgetan hatte und bei dem es zumindest bereits Überlegungen gegeben hat, künftig auch Online-Wahlen bei Mitgliederversammlungen einzuführen. Doch nun gibt es zunächst nicht einmal mehr einen Livestream. Dass diese Entscheidung mit der aufheizten Stimmung rund um die Vorstandswahl zu tun hatte, bestritt der FC auf GBK-Nachfrage.

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