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„Ich muss langsam mein Torjäger-Kostüm wieder anziehen“

Die Stürmer des 1. FC Köln hatten in den ersten fünf Saisonspielen keinen leichten Stand. Anthony Modeste weiß selbst, dass er und seine Sturmkollegen vor dem Tor noch effektiver werden müssen. Dafür fordert er von seinen Mitspielern aber auch mehr verwertbare Vorlagen. 

Köln – Mit drei Punkten aus den ersten fünf Spielen kann der 1. FC Köln nicht zufrieden sein. Insbesondere für die Stürmer dürften die ersten Spiele frustrierend gewesen sein. Viel zu selten brachten ihre Mitspieler die Angreifer in aussichtsreiche Abschlusspositionen. So wartet auch Anthony Modeste, der gegen Bayern München 90 Minuten auf der Bank saß, nach wie vor darauf, dass der Knoten vor dem Tor endlich platzt. „Die Situation ist auf jeden Fall nicht gut“, sagte der Franzose am Donnerstag. „Aber wir hatten auch fünf schwere Gegner. Wir wollen jetzt ein gutes Spiel gegen Berlin machen und am Ende als Sieger vom Platz gehen.“

Dafür muss ich mehr Futter bekommen

Dabei hofft Modeste, wieder von Anfang an auf dem Platz zu stehen. „Ich war 90 Minuten wegen taktischen Gründen auf der Bank, das kann ich akzeptieren. Ich bin ein Profi-Fußballer“, erklärt der Angreifer diplomatisch. Aber freilich dürfte der 31-jährige enttäuscht darüber gewesen sein, dass er gegen München Jhon Cordoba und später auch Simon Terodde den Vorzug lassen musste. Nach dem enttäuschenden letzten Heimspiel im Derby gegen Mönchengladbach hofft Modeste nun auf Wiedergutmachung bei den Fans. In seinem letzten Spiel gegen Hertha BSC Berlin im März 2017 traf der Angreifer gleich dreifach. Gegen einen Hattrick hätte der Franzose wohl auch am Sonntag nichts einzuwenden, zumal der Knoten trotz seines Treffers zum 1:1 in Freiburg noch nicht geplatzt zu sein scheint. „Ich muss jetzt langsam mein Torjägerkostüm wieder anziehen. Das ist meine Aufgabe“, witzelt Modeste, wohlwissend, dass sich der FC bislang zu wenige Torchancen herausgespielt hat und diese dann auch oft nicht nutzen konnte. Daher nimmt Modeste seine Mitspieler auch in die Pflicht: „Dafür muss ich mehr Futter bekommen. “ Bislang versuchte es der FC vornehmlich mit langen Bällen auf die Stürmer. Ein Taktik, die in den ersten Spielen kaum aufgegangen war und insgesamt nur zu vier Toren führte. „Natürlich ist es schwierig, weil wir viele neue Spieler bekommen haben. Aber man muss auch kein Experte sein, um zu sehen, dass man damit nichts machen kann. Aber wir machen viele Videoanalysen und werden weiter arbeiten“, erklärt Modeste.

Modeste tauscht Hose gegen drei Punkte

Mit 127 Bundesliga-Spielen zählt Modeste zu den erfahrensten Profis im Kader des FC. Zwar steckte der Stürmer mit den Geißböcken noch nie richtig tief im Abstiegskampf, dennoch weiß der Franzose worauf es in den kommenden Wochen ankommen wird: „Ich bin nicht der einzige erfahrene Spieler. Wir müssen unsere Rolle annehmen und ein bisschen Ruhe in die Mannschaft bringen.“ Auch wenn es das Auftaktprogramm an den ersten fünf Spieltagen nicht gut mit den Kölnern meinte, hatte man sich dennoch am Geißbockheim etwas mehr als die nun in der Tabelle stehenden drei Punkte erhofft. Der Stimmung habe die magere Ausbeute aber keinen Abbruch getan. „Ich will nicht sagen, dass es nicht problematisch ist, weil natürlich die Punkte fehlen. Aber die Stimmung ist nach wie vor gut.“

Damit das in den kommenden Wochen auch so bleibt, dürfte ein Erfolgserlebnis gegen Hertha BSC Berlin von enormer Bedeutung sein. Beim letzten Bundesliga-Spiel von Modeste gegen die Hauptstädter fiel der Torjäger nicht nur wegen seiner drei Tore auf. Beim 4:2-Erfolg hätte der Stürmer bei seinem dritten Treffer beinahe seine Hose verloren. Diese würde Modeste am Sonntag am liebsten erneut gegen einen Sieg eintauschen. „Ich hoffe, ich verliere die Hose wieder“, lacht der Angreifer. „Denn ich habe die Hose zwar verloren, aber die drei Punkte haben wir mitgenommen.“

2 Kommentare
  1. Tibu says:

    Wenn ein Bulistürmer durch solche Interviews auf sich Aufmerksam macht steht es nicht gut… Hoffentlich findet er bald die Bindung zum Spiel. Gegen Freiburg und auch letztes Saison gegen Paderborn hat er seine Klasse gezeigt. Die Buli ist nur schneller und er nicht schneller geworden….Come on Tony!

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