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Nach der Vorstandswahl: Vehs Vertrag die wichtigste Baustelle


Der im Sommer 2020 auslaufende Vertrag von Geschäftsführer Armin Veh ist beim 1. FC Köln wohl die spannendste Personalentscheidung der kommenden Wochen und Monate. Die Gespräche über eine mögliche Verlängerung sollen zeitnah mit dem neuen Präsidium um Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren geführt werden. Achim Beierlorzer würde sich indes über eine weitere Zusammenarbeit mit Veh freuen. 

Köln – Dass der 1. FC Köln mit einem Geschäftsführer Sport in eine Saison geht, dessen Vertrag nur bis zum Ende der aktuellen Spielzeit läuft, ist eigentlich unüblich für das heutige Fußballgeschäft. Unter gewöhnlichen Umständen hätten die Vertragsgespräche wohl bereits nach dem geschafften Aufstieg stattgefunden. Doch aufgrund der Tatsache, dass das neue FC-Präsidium erst am vergangenen Sonntag ins Amt gewählt wurde und der alte Vorstand diese Personalentscheidung nicht mehr treffen wollte, war eine vorzeitige Verlängerung ausgeschlossen. Nachdem bekannt wurde, dass der Mitgliederrat Toni Schumacher und Markus Ritterbach nicht mehr für das Amt vorschlagen würde, sagte Armin Veh Ende Mai dem Express: „In der jetzigen Situation, wo feststeht, dass wir einen neuen Vorstand kriegen, ist auch klar, dass wir erst ab September über meine Zukunft sprechen.“

Gespräche sollen ab jetzt geführt werden

Mittlerweile liegt die Wahl des neuen Vorstands hinter dem 1. FC Köln und Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren wurden wie erwartet gewählt. Auch wenn das neue Präsidium die Gespräche mit Armin Veh zunächst für Dezember in Aussicht gestellt hatte, dürften die Vertragsverhandlungen mit dem Geschäftsführer Sport in den kommenden Wochen Priorität für das Trio haben. Schließlich dürften bereits Ende des Jahres die Planungen für weitere Transfers sowie Vertragsverlängerungen mit Spielern an der Tagesordnung des Geschäftsführers stehen. Während zunächst jedoch offen war, wie der neue Vorstand zu einem möglichen Veh-Verbleib steht, sieht es aktuell so aus, als sei das Präsidium um Wolf angetan von Veh und seiner Arbeit. Dabei dürfte ein Angebot einer Verlängerung zur Zeit deutlich wahrscheinlicher sein als eine Trennung im nächsten Sommer – es sei denn, Veh möchte aus eigenen Stücken die Zusammenarbeit nicht weiter führen. Befeuert wurde insbesondere diese Option von Veh selbst, als er Ende Mai dem Express hinsichtlich seiner persönlichen Zukunft sagte: „Vielleicht habe ich die [Klarheit über die Zukunft] schon, ich bin ein selbstbestimmender Mensch.“

Neben der Frage, ob der neue Vorstand auch auf menschlicher Ebene zu Armin Veh passt, wird es die Aufgabe des Präsidiums sein, die bisherige Bilanz von Veh gründlich zu analysieren. Dabei kann der Geschäftsführer von sich behaupten, vor knapp einem Jahr einen Kader zusammengestellt zu haben, der den Aufstieg in die Bundesliga am Ende souverän gemeistert hat. Und auch die Transferperiode nach dem Aufstieg hat Veh dazu genutzt, die offensichtlichen Baustellen im Kader sinnvoll zu schließen und Spieler zu verpflichten, die nicht nur direkt helfen können, sondern auch über reichlich Entwicklungspotential verfügen. Doch unabhängig davon, wird ein nicht erheblicher Teil der Entscheidung am Ende von Armin Veh selbst abhängen. Erst die Gespräche in den kommenden Wochen werden zeigen, wo die Reise für ihn und auch den 1. FC Köln hingehen wird. Im Interview mit dem Kicker sagte Veh in dieser Woche: „Die Konstellation ist in sofern besonders, weil wir uns bisher nicht kennen – und nicht, weil der Vorstand neu ist. Das wird es immer geben. Deshalb haben wir die Wahl abgewartet. Gespräche werden wir ab jetzt führen.“

Mein Job hängt nicht an Armin Veh

Geht es nach Achim Beierlorzer, würde der Trainer auch über die aktuelle Saison hinaus gerne mit dem 58-jährigen zusammenarbeiten. „Armin Veh ist für mich ein Volltreffer“, sagte Beierlorzer kürzlich dem Express und zeigte sich begeistert hinsichtlich der Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer. „Ich habe es immer schon geliebt, wenn Menschen geradlinig, offen und ehrlich sind. Armin verkörpert das. Wir haben einen super Austausch. Es gibt kaum einen Tag, an dem Armin nicht im Trainerbüro ist und wir über ein paar Dinge sprechen. So stelle ich mir eine Zusammenarbeit vor.“ Nichtsdestotrotz wird Beierlorzer die Entscheidung von Veh weder beeinflussen können noch wollen. „Ich kann Armin nicht sagen: „Du musst verlängern, du hast mir einen Zwei-Jahres-Vertrag gegeben.“ Oder: Kann ich schon. Aber er würde nur lachen“. Seine eigene Arbeit und Zukunft sieht der Trainer nicht von Armin Veh abhängig – auch wenn sich Beierlorzer wohl einen Verbleib des gebürtigen Augsburger wünschen würde. Gleichzeitig ist Beierlorzer aber auch davon überzeugt, dass Veh für sich die richtige Entscheidung treffen wird: „Mein Job hängt nicht an Armin Veh – das darf er auch nicht. Ich habe meinen Zwei-Jahres-Vertrag mit voller Überzeugung unterschrieben und Armin wird jetzt selbst seine Entscheidungen treffen. Ich bin sicher, dass er auch das mit der Überzeugung und Geradlinigkeit macht, die ihn auszeichnet.“

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