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„Die Frage ist: Seid ihr bereit für ein Spiel gegen Gladbach?“


Kein Spiel elektrisiert die Fans des 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach mehr als das direkte Aufeinandertreffen im rheinischen Derby. FC-Trainer Achim Beierlorzer will die Brisanz dieses Duells aber zumindest im Vorfeld nicht zu hoch hängen. Vielmehr soll sich die Mannschaft auf ihre eigenen Stärken und den kommenden Gegner fokussieren. 

Köln – Bislang kennt Achim Beierlorzer nur das Derby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg aus persönlicher Erfahrung. Dass die Partie zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach neben Schalke und Dortmund zu dem wohl emotionalsten Derby im Westen zählt, sei dem Trainer vor seiner Amtszeit in Köln gar nicht so bewusst gewesen. Mittlerweile ist diese Tatsache allerdings beim Franken angekommen und die Vorfreude auf das Duell am Samstag wächst.

Unerfahrenheit kein Nachteil

„Wir haben eine ganz große Vorfreude auf dieses Spiel. Ich weiß, die ganze Stadt freut sich auf dieses Derby und wir wissen um die Brisanz. Wir merken, wenn unsere Fans beim Training sind, dass es etwas wichtiges ist“, erklärte Beierlorzer am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz. Auch die Spieler, die dieses Derby bereits bestritten haben, sollen ihrem Trainer bereits über die Emotionalität berichtet haben.  Trotzdem will der 51-jährige die Rivalität beider Vereine im Vorfeld nicht zu hoch hängen. „Wir dürfen die Frage ‚Seid ihr bereit für ein Derby?‘ nicht in den Himmel heben. Die Frage ist vielmehr: ‚Seid ihr bereit für ein Spiel gegen Gladbach?'“ Dass einige Spieler ebenso wie er noch keine Erfahrungen mit dem West-Schlager haben, ist für den Trainer nicht unbedingt ein Nachteil. „Ich glaube, dass es manchmal sogar ganz gut ist, wenn man diese Derbyerfahrung nicht hat und sein Spiel frei spielen kann. Wir dürfen uns nicht zu sehr mit diesem Derby beschäftigen, sondern müssen uns auf Gladbach und ihre Stärken konzentrieren.“

Wir können nicht in die Glaskugel schauen

Zu diesen zählt der Coach vor allem die offensive Wucht, die die Gladbacher mit ihren Spielern um Plea, Embolo und Thuram ausüben können. „Wenn man das letzte Spiel gegen Leipzig anschaut, dann war das eine höchst intensive Partie in den ersten 45 Minuten. Sie sind extrem aggressiv angelaufen und haben unheimlich schnelle Verschiebebewegungen in allen Bereichen“, lobt der Trainer den nächsten Gegner. Dabei agieren die Gladbacher in ihrem System variabel und spielen sowohl mit einer Raute im 4-4-2 als auch im 4-3-3. „Wir werden sehen, was sich der Kollege Rose für uns ausdenkt. Wir können auch nicht in die Glaskugel schauen.“ Daher wollen sich die Geißböcke auch vornehmlich auf ihr eigenes Spiel und ihre eigenen Stärken besinnen. Möglich, dass sich der FC dabei die Partie gegen Borussia Dortmund zum Vorbild nimmt. „Die Art und Weise, wie wir es gegen Dortmund gemacht haben, so werden wir es vielleicht auch gegen Gladbach machen. Wir müssen energisch dagegen gehen und wie gegen den BVB diese Mentalität auf den Platz bringen“, erklärt Beierlorzer. Bei aller Emotionalität und Hitzigkeit, die diese Begegnung von jeher mit sich bringt, hofft der Trainer bei seinen Spielern auch auf ein Stück weit Sachlichkeit und die Normalität eines wöchentlichen Bundesligaspiels. „Es könnte sein, dass Kleinigkeiten entscheiden. Daher müssen wir einen kühlen Kopf bewahren und dürfen uns von den Emotionen nicht verwirren lassen. Wir wollen im Derbywahn keine Dinge tun, die uns nicht weiterhelfen.“

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