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Nur taktisches Element? Modeste in der Warteschleife


Als der 1. FC Köln am Samstag um 14.30 Uhr seine Aufstellung gegen Bayern München bekannt gab, fehlte Anthony Modeste in der Startelf. Als Achim Beierlorzer seine drei Wechsel vornahm, fehlte die Nummer 27 dreimal auf der Anzeigetafel. Der 31-Jährige musste 90 Minuten zusehen. Teils aus taktischen Gründen, aber auch, weil der Franzose noch nicht perfekt in das neue Spielsystem eingebunden ist.

Köln – In der vergangenen Zweitliga-Saison ärgerte sich Anthony Modeste in der Rückrunde regelmäßig, dass Markus Anfang ihn kaum von Beginn an aufbot. Diese Zeit wollte Modeste im Sommer hinter sich lassen, kam topfit aus dem Urlaub, begann stark in der Vorbereitung, ließ dann aber etwas nach und offenbarte gegen die stärksten Teams in den Testspielen Defizite in der Abstimmung mit seinen Teamkollegen.

Diese fehlende Abstimmung konnten auch die ersten Pflichtspiele der neuen Saison nicht verbergen. Sein Tor zum 1:1 gegen den SC Freiburg sollte den Knoten platzen lassen. Im folgenden Derby gegen Gladbach fehlte Modeste dann aber wieder die Bindung zum FC-Spiel. In München konnte Trainer Achim Beierlorzer dann aus nachvollziehbaren, weil taktischen Gründen etwas ändern, bot mit Dominick Drexler eine hängende Spitze auf und nominierte den laufstärkeren und schnelleren Jhon Cordoba in die Sturmspitze. Modeste musste auf die Bank – und blieb dort über die gesamte Spielzeit. Eingewechselt wurde neben Jorge Meré und Matthias Bader auch Simon Terodde, der sich in den Spielen zuvor als potentieller Joker verdient gemacht hatte. Nach Modestes letztem Auftritt in der Allianz Arena, als er spektakulär das 1:1 erzielte, blieb ihm ein neuerliches Highlight in seiner Karriere verwehrt.

Erinnerungen an Modestes einziges Bundesliga-Spiel auf der Bank

Ein Rückblick: In jener Saison 2016/17, seiner letzten Bundesliga-Saison für die Geissböcke, stand Modeste 34 Mal in der Startelf, an ihm führte damals nicht nur dank seiner 25 Tore kein Weg vorbei. Unter Peter Stöger war der Franzose gesetzt, zudem hatte er in der erfolgreichsten Saison nach 25 Jahren mit Yuya Osako einen Sturmpartner, mit dem er sich gut ergänzte. Überhaupt gab es in der Zeit der Ehe zwischen Modeste und dem FC nur ein einziges Bundesliga-Spiel, in dem der heute 31-Jährige zunächst auf der Bank saß und später eingewechselt wurde: im Dezember 2015 beim emotionalen Heimsieg gegen Borussia Dortmund, als ein angefressener Modeste nach acht Spielen ohne eigenes Tor 20 Minuten vor Schluss eingewechselt wurde und in der Schlussminute den 2:1-Siegtreffer erzielte.

Nun blieb ihm, zumindest vorübergehend, erstmals in seiner FC-Zeit über 90 Bundesliga-Minuten nur die Bank. Ein neues Gefühl für den Stürmer, auf das er wohl gerne verzichtet hätte. Gegen Hertha BSC will er wieder zurück in die Startelf und seinen FC zum Sieg schießen. Ob Beierlorzer ihn lässt, werden erst die kommenden Trainingstage entscheiden. Modeste und der FC müssen sich insgesamt verbessern, und kaum jemand am Geißbockheim zweifelt, dass eine Leistungssteigerung der Geissböcke auch eine steigende Torquote bei dem Franzosen mit sich bringen würde – und umgekehrt. Doch während Modeste 2016/17 mit Osako ein starkes Duo bildete, müssen sich Cordoba, Modeste und Terodde heute noch finden. An ihnen hängt viel im FC-Spiel, und so wird Beierlorzer daran gelegen sein, alle drei Stürmer auf Kurs zu bringen. Terodde traf in Wolfsburg, Modeste in Freiburg, Cordoba im DFB-Pokal, aber noch nicht in der Liga. Der FC braucht ihre Tore, und diese möglichst schnell. Dafür muss sich in ihrem Spiel, nicht nur in jedem von Modeste, noch einiges verbessern.

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