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Wolf über Podolski und Häßler: „Mit uns will niemand ein Selfie haben“

Der 1. FC Köln will unter dem neuen Vorstand ehemalige FC-Profis noch stärker einbinden, um den Klub nach außen zu vertreten. Dabei zeigte sich das neue Präsidium selbstkritisch in seiner eigenen Außenwirkung und hofft, mit Persönlichkeiten wie Lukas Podolski und Thomas Häßler Gesichter für den FC zu gewinnen.

Köln – Werner Wolf redete nicht um den heißen Brei herum. „Mit uns will niemand ein Selfie haben“, sagte Wolf am Sonntag nach der Mitgliederversammlung. Weder er noch Jürgen Sieger oder Eckhard Sauren hätten die Strahlkraft eines Toni Schumacher, Lukas Podolski oder Thomas Häßler.

Doch gerade die letzteren beiden Ex-FC-Stars sollen künftig eingebunden werden. Ob Schumacher trotz eigener Aussage und trotz eines neuerlichen Wolf-Angebots an einer Zusammenarbeit interessiert sein wird, bleibt nach dem offenen Konflikt am Sonntag fragwürdig. Mit Podolski und Häßler hingegen haben Wolf, Sieger und Sauren bereits gesprochen. „Wir haben mit Lukas Podolski gesprochen, mit dem wir uns tolle gemeinsame Aufgaben vorstellen können, wenn er das Gefühl hat, seine aktive Karriere beenden zu wollen“, sagte Wolf. „Und wir haben auch mit Thomas Häßler gesprochen. Er hat Sehnsucht nach Köln. Er wäre bereit, uns bei unseren künftigen Aufgaben zu begleiten.“

Während Podolski also zunächst seine eigene Profi-Karriere zu Ende planen muss, könnte Häßler, aktuell Trainer beim BFC Preussen in seiner Heimatstadt Berlin, schon bald für den FC Aufgaben übernehmen. „Wir sind daran interessiert, alle Menschen, die dem FC ein Gesicht gegeben haben, mitzunehmen und als Markenbotschafter tätig zu werden“, bestätigte Wolf. „Wir sind gut beraten, sie mitzunehmen und einzubinden, um ihre Strahlkraft für den FC zu nutzen.“ Die genauen Aufgaben sollen auch in Absprache mit Geschäftsführer Alexander Wehrle festgelegt werden. Insbesondere Podolski könnte bei der anvisierten Verstärkung der Internationalisierung eine für den FC große Rolle spielen.

46 Kommentare
  1. Karl Heinz Lenz says:

    Lukas Podolski finde ich als FC-Botschafter wirklich gut.
    Thomas Häßler? Man erinnert sich dunkel: Da war früher mal was mit dem FC? Aber sonst? Bitte nicht!
    Toni Schumacher finde ich gut. Einer, der den FC im Herzen hat – wie Lukas. Und der es gut machen würde – wie Poldi. Und eine Geste der neuen Chefs, den FC wieder zusammenzuführen.

    • Karl Heinz Lenz says:

      Zu dem Auftritt von Schumacher auf der Mitgliederversammlung, der viele User hier so auf die Palme gebracht hat: Schumacher musste eine schwere Niederlage einstecken. Gegen Gegner, die vielleicht auch keine Engel sind. Ich finde es sehr gesund, dass er auf der MV keinen auf Demut gemacht und gesäuselt hat: „Ich liebe Euch alle!“ Stattdessen hat er eben offen Klartext gesprochen, aus seiner Sicht. Respekt. Ein Kämpfer, kein Schleimer. Schade, dass Werner Spinner zum Schluss einen auf edler statesman gemacht hat. Ein bisschen mehr Schumacher hätte ihm wahrscheinlich besser getan.

      • Gerd Mrosk says:

        Da bin ich nicht bei dir Karl Heinz ,denn in der Niederlage zeigt sich die Grösse.Egal was abgelaufen ist,dieses Gezeter und die Lügerei war einfach nur extremst peinlich In uns allen ,die vor Ort waren und ein Stück weit Toni als Fussball Idol wahr genommen und in Erinnerung hatten,ist eine kleine Welt zusammen gebrochen,das fing schon auf der letzten JHV an

    • Ottla says:

      „Man erinnert sich dunkel: Da war früher mal was mit dem FC?“ – wie bitte!?! – also „dunkel“ ist ja wohl ein Witz! – für alle vor 80 Geborenen FC-Fans ist Häßler eine echte FC-Legende! – in der Historie des Vereins gehört er sicher zu den Top 10-20 – Häßler (für mich vor allem zusammen mit Litti und Bodo) IST für mich nachwievor DER Effzeh! – und ich bin gerade mal 42! – er ist (zusammen mit Litti und Bodo) der letzte „echte“ Weltmeister des FC, sprich wichtiger Stammspieler einer Weltmeistermannschaft (im Gegensatz zu Poldi)! Also bitte Dunkelheit nicht mit der eigenen Nicht-Existenz resp. Ahnungslosigkeit verwechseln!

      • Ottla says:

        Häßler beim letzten Spiel vor dem Italienwechsel – für die Ehrenrunde im offenen Ford einmal über die Tartanbahn der alten Betonschüssel Müngersdorf (er wurde extra früher ausgewechselt, das Spiel lief noch) – meine Schul-Freunde und ich in der Südkurve, die damals noch eine echte Fankurve für Jedermann/frau und kein von Ultras verseuchtes Sperrgebiet war: wir haben geweint!

        • Ottla says:

          … für die Südkurve hat man eigentlich immer Karten bekommen, bis kurz vor dem Spiel. Und wenn man mal sitzen wollte, ist man den Harten Jungs hinterher, wenn sie ihren obligatorischen Oberrang-Nord-Sturm, der rein symbolisch war, durchgezogen hatten: sie versammelten sich geballt vor dem Zugang zum Oberrang, irgendwann traten die Ordner beiseite und alle liefen hoch – man konnte sich als kleiner Unterstufen-Wurm im Anhang und unter gebührendem Abstand einen Platz suchen … dann knatterte irgendwann die A-Team-Musik durch die unerträglich schrillen Megaphon-„Lautsprecher“ unterm Dach und es ging los. Kein „Das Brot kommt von Kamps“-Scheiß, keine Cheerleaderscheiße – keine monotonen Ultra-Gesänge, die mit dem Spiel nichts zu tun haben. Dafür Fangesänge, die zur immer zur Situation passten und nicht abgewürgt wurden von Stimmungsprogramm oder Stadion-DJ …

          • Karl Heinz Lenz says:

            Danke für Ihre Berichte aus der noch richtigen Südkurve, bevor die zur Kriegsspielzone wurde. Nur zur Erklärung: Natürlich weiß ich um Thomas Häßler und den FC. Aber dennoch habe ich ihn nie so richtig als FC-Legende wahrgenommen. Ich weiß auch nicht so richtig warum.

          • Jose Mourinho says:

            Ja. Die früher-war-alles-besser Fraktion wird es immer geben. Aber ob das wirklich so stimmt, oder eher romantische Verklärung gepaart mit schönen Kindheitserinnerungen ist, sei mal dahingestellt.

          • NICK says:

            Ja geil, die Kurve wo man erahnen konnte was auf der anderen Seite der Mittellinie so passierte…damals wurden da schon dauernd Chinaböller gezündet…hat da nur keinen gejuckt heute ist ein SKANDAL – wo kann man die Schriftgrösse auf 72 stellen?

            Was cool war, man konnte immer noch ne komplette Runde über den Oberrang drehen…selbst zu den Gladdies konnte man, nachdem wir sie 4:0 geputzt hatten, rüber laufen und sich dazu stellen…die Bauern merkten doch nix…“We love our sisters, we do…“ oder so ähnlich sagen die damals nach dem Abpfiff…ich hatte es drüben nicht verstanden und bin dann einfach mal da rein…

  2. Ottla says:

    @ KH Lenz : „Natürlich weiß ich um Thomas Häßler und den FC. Aber dennoch habe ich ihn nie so richtig als FC-Legende wahrgenommen. Ich weiß auch nicht so richtig warum.“

    Das könnte vielleicht daran liegen, dass damals der Hype um den Fußball und die Spieler viel weniger krass war als heute. Das hat sich seit dem Vorlauf auf die WM 2006 massiv gesteigert! – einer wie Häßler wäre 20 Jahre später in der öffentlichen Wahrnehmung ein Schweini oder Reus gewesen. Wenn man mal überlegt: das Müngersdorfer Stadion in den späten 80ern (da ging es bei mir los) und dann 90ern war in der Regel bei Weitem nicht ausverkauft!

    • Gerd Mrosk says:

      Eben deswegen war das den Ordnern ja auch zu blöd sich Stress einzuhandeln.Es gab lange Zeiten wo wir vor 8000-20000 unentwegten gekickt haben und mit jedem Scheiss Abstieg ist der Zusammenhalt und die Fangemeinde grösser geworden,leider halt auch die Zahl der Eventis.Hässler war immer der stille im Gegensatz zu Litti,zwar recht drollig,aber mit Litti war natürlich mehr „Staat“ zu machen,allerdings eins hat Icke früh klar gestellt.Niemals Bayern München und niemals Bayer Leprakusen,allein schon wegen solchen Aussagen zu aktiven Zeiten gehört ihm der Orden „am laufenden Meter“zuteil ;-)

    • NICK says:

      Ja genau, der Reus-Vergleich triffts…wenn der mal aufhört. Ist das dann eine BMG-Legende? Eher nicht oder? Icke hat sich nach Italien abgesetzt, was ich ihm nicht verübel, aber dass er dann nie wieder gekommen ist KSC, BVB, 1860…das hat seine guten Legenden-Chancen bei mir zu nichte gemacht…Bernd Schuster? Jürgen Kohler? Legenden? Ja! Aber nicht beim Effzeh…

  3. Gerd Mrosk says:

    Jose,früher war tatsächlich noch vieles besser,weil nicht so überlaufen.Du konntest nach Moskau,Madrid oder London für paar Mark 50 fliegen,hast für alle Spiele Karten bekommen,viel mehr aufs Maul gekriegt ,weil sich keiner drum geschert hat und konntest echt überall die Sau raus lassen Es gab tatsächlich viel mehr Liedgut,Liedgut das man heute noch ab und an in der Strassenbahn hört meist nach dem Spiel,man muss halt Glück haben und die richtigen in der Bahn.Aber es ist nun mal so,die Zeiten haben sich geändert.Früher brauchte kein Capo auf den Zaun.irgendeiner hat was angestimmt und die anderen sind hinterher mit der Stimme.Man muss es nehmen wie es ist

  4. Gerd Mrosk says:

    Aber zum Thema,man muss natürlich tatsächlich erst was leisten für den Verein,damit Leute ein Selfie wollen,das haben Litti und Icke.Wie ich den Tünn kenne,ja ich kenne ihn seit dem Pokalspiel gegen Braunschweig,zieht er sich jetzt erst mal länger selbst zurück vom FC

  5. Gerd Mrosk says:

    Was man bei dem Thema hier natürlich auch nicht vergessen darf,das du heute mit nem Fussball von 1990 a la Hässler,Litti,Loddar,Völler nicht mehr weit mit kommen würdest,also man muss alles in die richtigen Relationen setzen,das man seine Kindheit eher am geilsten fand ist logisch

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