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In ungewohnter Rolle: Lob für und Forderung an Modeste


Anthony Modeste hätte sich den Saisonstart für den 1. FC Köln sicher anders vorstellt – aber auch für sich selbst. Der Franzose ist längst nicht in der Form, die sich die Verantwortlichen von Modeste erhofft hatten. Gegen den FC Schalke 04 blitzte sein altes Können kurz auf. Doch dass der 31-Jährige am Samstag nur eingewechselt wurde, wird wohl kein Einzelfall bleiben.

Gelsenkirchen/Köln – Diese Länderspielpause wird für Anthony Modeste anders verlaufen als die vergangene. Im September war der Franzose noch im Testspiel gegen den PSV Eindhoven geschont worden, nachdem der Angreifer zuvor alle vier Pflichtspiele zu Saisonbeginn von Anfang an bestritten hatte und anschließend unter leichten Muskelproblemen klagte. In dieser internationalen Pause jedoch wird Modeste am Donnerstag das Testspiel gegen Viktoria Köln nutzen müssen, um sich Selbstvertrauen zu holen.

Gegen den rechtrheinischen Nachbarn wird Modeste wohl von Beginn an auflaufen, nachdem er auf Schalke nur zwölf Minuten ran durfte. Achim Beierlorzer hatte Modeste erst als dritten Angreifer ins Spiel gebracht. In einer Formation mit einem Stoßstürmer hatte Simon Terodde begonnen, ehe Jhon Cordoba ihn ersetzte. Modeste kam erst, nachdem Köln in Rückstand geraten war. Schon gegen den FC Bayern München hatte der einstige 25-Tore-Stürmer auf der Bank gesessen, in der Allianz Arena sogar über die gesamte Spielzeit. Nicht gerade das, was sich Modeste von seiner Rückkehr nach Köln und in die Bundesliga erhofft hatte.

FC braucht einen abschlussstarken Modeste

Beierlorzer wollte nach der Partie Modestes Bankplatz nicht zu hoch hängen, verteilte lieber ein Lob an den Stürmer. „Seine gute Stimmung, die er am Morgen beim Anschwitzen verbreitet hat, hat mich sehr gefreut“, sagte der FC-Coach. „Tony wusste, er würde nicht spielen. Trotzdem war er nicht schlecht gelaunt, sondern ein Teamplayer.“ Nun kann man dies in einer Mannschaftssportart auch durchaus erwarten. Wer Modeste kennt, weiß aber auch, dass der Franzose häufig auf einem schmalen Grat wandelt zwischen der quietschfidelen Stimmungskanone einerseits und dem etwas launigen Individualisten andererseits. In Erinnerung ist vielen Fans jedoch noch immer jener Modeste, der auch schon in seiner ersten Zeit beim FC in den schwierigsten Phasen im Training das lauteste Lachen vor sich hertrug. So auch vor dem Spiel auf Schalke.

Beinahe hätte sich Modeste für seine Geduld noch kurz vor Schluss belohnt. Eine Flanke von Marcel Risse nahm der Stürmer mit der Brust an, ließ mit diesem ersten Ballkontakt seinen Gegenspieler ins Leere laufen und zog aus elf Metern mit rechts ab. Alleine eine Glanzparade von Alexander Nübel im Schalke-Tor verhinderte den Ausgleich. Modestes Ärger war Sekunden später verflogen, als Jonas Hector die anschließende Ecke zum 1:1 einköpfte. „Dass der Torhüter diesen letzten Schuss gehalten hat, war eigentlich unglaublich. Ich hätte mich total für Tony gefreut“, sagte Beierlorzer, forderte aber von seinem Stürmerstar: „Jetzt muss er sich da herausarbeiten und seine Selbstverständlichkeit wiederfinden.“ Dazu wird er am Donnerstag gegen die Viktoria die Chance bekommen. Nicht das, was sich Modeste vor der Saison erhofft hatte, jedoch das, was nun nötig ist. Denn dass der FC einen fitten und torgefährlichen Modeste braucht, steht aufgrund der kursierenden Abschlussschwäche außer Zweifel.

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