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Peinlich-Pleite in Saarbrücken: FC scheidet sang- und klanglos aus


Der 1. FC Köln hat sich beim 1. FC Saarbrücken blamiert und ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Die Geissböcke unterlagen den Saarländern in der zweiten Runde mit 2:3 (0:0) – und das völlig verdient. Gegen den Viertligisten konnte der Effzeh nie zu seiner Form finden und schied gegen das Team von FC-Idol Dirk Lottner aus dem Pokalwettbewerb aus.

Aus Völklingen berichtet Sonja Eich

Verlieren verboten, so lautete die Devise des 1. FC Köln vor dem Spiel der Geissböcke beim Viertligisten aus Saarbrücken. Nach nächtlichen Schmierereien am Kölner Mannschaftsbus hatte der FC kurzfristig sein zweites Gefährt aus Köln nach Saarbrücken beordert, um bei der Fahrt ins Stadion keine Schwäche zu zeigen. Völklingen sollte kein Ort einer Pokal-Blamage werden, der Effzeh wollte von vorne herein Stärke zeigen. Wissend, dass die Mannschaft von Dirk Lottner mit enormem Selbstbewusstsein auflaufen und den FC nach dessen Rückschlag in der Liga unter Druck setzen würde.

Ausgangslage

Achim Beierlorzer nahm gleich sechs Änderungen in der Startelf im Vergleich zu den letzten Spielen vor. Jhon Cordoba und Anthony Modeste bildeten das Sturm-Duo, Dominick Drexler und Marcel Risse übernahmen die Außenbahnen, Jorge Meré rückte in die Innenverteidigung und Benno Schmitz sollte hinten rechts absichern. So kehrten die Geissböcke zu einem 4-4-2 zurück, in der Hoffnung, in dieser Formation wieder in die Stabilität zurückzufinden, die gegen Mainz zwischenzeitlich abhanden gekommen war.

Moment des Spiels

Es lief die 90. Minute, der FC hatte sich gerade mit zwei Toren zurückgekämpft, da kam Tobias Jänicke am rechten Strafraumeck an den Ball und traf Mitten ins Kölner Herz. Es war das 3:2 kurz vor Schluss und damit das Auf für den FC in der zweiten Runde.

Die wichtigsten Szenen

Bereits in der ersten Minute wusste Köln, was an diesem Abend zu erwarten war. Nach nur 16 Sekunden drehte sich Gillian Jurcher um Meré, zog aus 17 Metern ab und sorgte so für den ersten Warnschuss. In der Anfangsphase setzte Saarbrücken Köln stark unter Druck, drängte die Geissböcke zu Fehlern, ehe sich der FC schüttelte und seinerseits den Weg nach vorne suchte. Modeste (12.) und Cordoba (15.) setzten erste Duftmarken, vor allem über rechts suchte Köln die Offensive. Auf der Gegenseite prüfte Tobias Jänicke in der 22. Minute erstmals Horn, der sich vier Minuten später ganz lang machen musste. Kianz Froese zog aus 20 Metern ab und Horn lenkte das Geschoss mit den Fingerspitzen an den Außenpfosten (26.). Wiederum drei Minuten später hätte Drexler das 1:0 für Köln machen müssen, scheiterte aber nach Modeste-Vorlage frei vor Batz am FCS-Keeper. Wieder nur zwei Minuten später passte Schmitz zurück zu Bornauw, aber zu ungenau, sodass Jurcher dazwischen gehen und die nächste Chance bekommen konnte, aus spitzem Winkel aber das Außennetz traf. So ging es in Hälfte eins hin und her, ohne Vorteile für eine der beiden Mannschaften, vor allem aber ohne den Klassenunterschied zwischen dem Bundes- und Regionalligisten.

Bereits in der Halbzeit hatte Beierlorzer genug gesehen von seiner Mannschaft und stellte um. Modeste musste runter, Louis Schaub kam. Doch nur eine Minute ins Spiel hatte Sebastian Jacob die Riesenchance für Saarbrücken, konnte aber aus fünf Metern den Ball nicht im Tor unterbringen. Weiter blieb der FC vieles schuldig, konnte Saarbrücken nicht dominieren, wie man das hätte von einem Bundesligisten erwarten können. Stattdessen ging Saarbrücken durch den Kopfballtreffer von Christopher Schorch in Führung – und das verdientermaßen. Beierlorzer reagierte sofort, brachte Schindler für Risse, doch statt eines FC-Sturmlaufs ließ Köln dem Gegner viel Platz zum laufen – Jurcher brach durch, lief alleine auf Horn zu, umkurvte den Keeper und schob zum 2:0 für die Gastgeber ein. Der FC vor dem Aus, vor der Blamage. Doch dann wurden die Kölner doch noch wach. In der 71. Minute setzte sich Noah Katterbach auf der linken Seite durch und brachte den Ball in die Mitte, wo Jonas Hector aus zehn Metern flach ins Eck verkürzen konnte. Der FC war in der Folge bemüht den Ausgleich zu erzielen. Zunächst setzte Cordoba eine Flanke von Schindler knapp neben das Tor (79.), dann verzog Skhiri aus 16 Metern nur um Zentimeter (81.). In der 85. Minute machte es Simon Terodde besser: Der eingewechselte Stürmer bekam den Ball von Cordoba in den Lauf gespielt und traf flach ins rechte untere Eck. Doch statt das Momentum zu nutzen, ließ sich Köln übertölpeln, Saarbrücken schlug zurück. In der 90. Minute bekam Jänicke den Ball auf der rechten Seite und schloss zum 3:2-Siegtreffer für Saarbrücken ab.

Fazit

Zum Freuen: Nichts. Die Riesenchance auf das Achtelfinale weggeworfen.

Zum Ärgern: Als Bundesligist eine peinliche Vorstellung bei einem Viertligisten.

Stimmung: Am Tiefpunkt. Jetzt wird es eng für Achim Beierlorzer.

Aufstellung

Horn – Schmitz (72. Terodde), Bornauw, Meré, Katterbach – Risse (55. Schinder), Skhiri, Hector, Drexler – Cordoba, Modeste (46. Schaub)

Tore

1:0 Schorch (53.)
2:0 Jurcher (56.)
2:1 Hector (71.)
2:2 Terodde (85.)
3:2 Jänicke (25.)

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