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Aehlig kündigt an: „Werden zügig eine Entscheidung treffen“


Frank Aehlig hat beim 1. FC Köln nach der Trennung von Armin Veh vorübergehend die sportliche Leitung übernommen. Der Interims-Sportchef kündigte an, am Samstag Gespräche mit allen Beteiligten im sportlichen Bereich zu führen, um die Trainerfrage zeitnah zu entscheiden.

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Armin Veh jubelte nicht einmal mehr über das Führungstor zum 1:0 durch Jhon Cordoba. In der zweiten Halbzeit verließ der Sportchef dann seinen Platz auf der Tribüne, ging in die Katakomben, verfolgte von dort aus das Spiel. Anschließend verabschiedete er sich in der Kabine von der Mannschaft. Der Abgang durch den Hinterausgang – an seiner Stelle musste Frank Aehlig die Situation des FC erklären. Der Veh-Vertreter sprach nach der Pressekonferenz über…

…die aktuelle Situation des FC: „Schwierig, aber nicht prekär. Prekär wäre die Lage, wenn wir viel weniger Spiele bis zum Ende der Saison hätten. Wir haben jetzt ein Drittel der Saison weg und deutlich zu wenige Punkte. Aber wir können das noch korrigieren, weil die Saison noch lang ist.“

…die Trainerfrage: „Wir müssen jetzt bewerten, ob wir den Glauben nicht mehr haben und eine Veränderung auf der Trainerposition vornehmen wollen oder ob uns das, was wir gegen Hoffenheim gesehen haben, reicht, um weiterzumachen. Deswegen haben wir gesagt, dass wir am Samstag nicht trainieren werden. Denn ich brauche die Spieler nicht auf dem Platz, sondern im Gespräch. Ich muss von ihnen hören, was sie sagen, was sie denken, was sie fühlen. Nicht nur von den Spielern, sondern auch vom Trainerstab. Diese Eindrücke müssen wir dann zusammenfassen und mit der Geschäftsführung, dem Vorstand und den Gremien besprechen und zu einer Entscheidung kommen. Und zu dieser Entscheidung werden wir zügig kommen, die sollten wir nicht hinziehen.“

Armin ist seiner Verantwortung bis zum Schluss nachgekommen

…die Trennung von Armin Veh: „Wir haben diese Entscheidung nicht vor dem Spiel bekannt gegeben, um keinen Einfluss auf das Spiel zu nehmen. Wir wollten den vollen Fokus auf das Spiel legen. Danach hätte es aber keinen Sinn mehr gemacht, Armin mit irgendwelchen erfundenen Gründen anschließend nicht mehr sprechen zu lassen. Jetzt gibt es die Klarheit, dass er nicht mehr im Amt ist. Ich wusste es seit Donnerstagabend. Armin ist seiner Verantwortung als Geschäftsführer bis zum Schluss nachgekommen. Die Bekanntgabe seines Entschlusses nicht zu verlängern hat aber als Beschleuniger gewirkt. Am Ende ist es nur konsequent, denn sonst wäre es für uns auf Strecke eher belastend gewesen.“

…seine eigene Rolle als Interims-Sportchef: „Der Vorstand hat mich gefragt, ob ich die Position vorübergehend übernehmen könnte. Das mache ich gerne und es macht jetzt erst einmal Sinn. Alles andere ordne ich dem FC unter. Ich habe meinen Vertrag in Donaueschingen verlängert. Die Gespräche waren damals auch überlagert von dem Interesse aus Leipzig. Ich habe mich für Köln entschieden, weil wir im Sommer eine gute Stimmung hatten und man einen Aufbruch gespürt hat, um positiv in die Zukunft zu schauen. Jetzt haben wir das nicht umsetzen können. Trotzdem gibt es neue Herausforderungen, denen man sich stellen kann. Bei Sonnenschein kann jeder.“

Das Spiel war ein Spiegelbild der bisherigen Saison

…die Lehren aus dem Hoffenheim-Spiel: „Das Spiel war ein Spiegelbild der bisherigen Saison. Wir haben teils guten Fußball gespielt, waren teils aggressiv, sind in Führung gegangen, sind mit der Führung wieder nicht so klar gekommen, dass wir sie ins Ziel gebracht hätten. Am Ende haben wir wieder durch eine mehr als unglückliche Situation verloren. Es gibt eine Vielzahl von Szenen des Videoschiedsrichters, die nicht positiv für uns gewertet wurden. Das fängt mit dem nicht gegebenen Elfmeter gegen Drexler in Wolfsburg an und hört gegen Hoffenheim erst einmal auf. Das müssen wir jetzt versuchen von der Emotionalität zu trennen, weshalb es Sinn macht, eine Nacht darüber zu schlafen und jetzt keine Parolen rauszuhauen.“

…die Reaktion der Fans: „Die Stimmung ist angespannt. Die Menschen sind besorgt. Und Sorgen äußern sich immer unterschiedlich. Bei den einen mag es etwas martialischer klingen als bei anderen, aber ich hatte das Gefühl, dass wir heute gut unterstützt wurden für die Situation, in der wir uns befinden. Und das sollte der Mannschaft auch Mut für die Zukunft machen. Wenn sie alles raushauen, dann haben die Fans ein gutes Gespür dafür und machen mit.“

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