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Wiedersehen mit Gisdol: „Tony in Bestform wäre doch geil“


Aktuell ist Anthony Modeste angeschlagen. Das Auswärtsspiel des 1. FC Köln bei RB Leipzig wird der Franzose wohl verpassen. Und damit auch die ersten Trainingseinheiten auf dem Rasen unter Markus Gisdol. Der neue Trainer und der FC-Stürmer kennen sich aus gemeinsamen Hoffenheimer Tagen bestens. Aber wie steht es um ihre persönliche Beziehung?

Köln – Im Oktober 2013 war alles bestens für Anthony Modeste bei 1899 Hoffenheim. Die TSG lag nach der Rettung in der Relegation im Mai 2013 nun im gesicherten Mittelfeld der Bundesliga. Der junge Trainer Markus Gisdol und das Team harmonierten, insbesondere im Sturm ragte ein neuer Mann heraus: Sommer-Neuzugang Anthony Modeste, für drei Millionen Euro aus Bastia gekommen, hatte nach acht Spielen bereits sechs Tore auf dem Konto.

Und Modeste sprach damals in den höchsten Tönen von seinem neuen Trainer. „Ich war von Anfang an sehr beeindruckt von der Arbeit des Trainers, vor allem im taktischen Bereich“, sagte Modeste damals dem Sportkurier. „Er stellt die Mannschaft immer sehr gut auf den jeweiligen Gegner ein. Ich habe das Gefühl, dass Markus Gisdol seine Spieler liebt und ihnen extrem viel Vertrauen schenkt. Dieses Vertrauen möchte ich mit entsprechender Leistung zurückzahlen.“

Gisdol ließ Modeste immer häufiger auf der Bank

Es schienen sich zwei gefunden zu haben: Gisdols offensive Spielausrichtung passte zu Hoffenheim und zu Modeste, der das Vertrauen des Trainers mit Leistung und Toren zurückzahlte. Am Ende der Saison 2013/14 standen insgesamt zwölf Bundesliga-Tore und vier Vorlagen in 29 Einsätzen, 20 davon von Beginn an. Doch schon in der Rückrunde deutete sich an, was dann in der Saison 2014/15 noch häufiger geschah: Modeste saß mehrheitlich nur noch auf der Bank, stand nur in 16 Spielen in der Startelf, traf zwar immer noch sieben Mal. Doch Gisdol setzte nicht mehr alleine auf Modeste. Sven Schipplock und Adam Szalai standen allzu häufig vor dem Franzosen.

Und auch die warmen Worte für Gisdol fand Modeste nicht mehr. Am Ende der Saison ließ Gisdol zwar verlauten, Modeste gerne in Hoffenheim halten zu wollen. Schließlich ließ die TSG den Angreifer aber für 4,5 Millionen Euro zum 1. FC Köln ziehen und sicherte sich dafür die Dienste von Mark Uth. In Köln angekommen, machte Modeste keinen Hehl daraus, dass auch Gisdol seinen Teil zu seinem Wechsel zum FC beigetragen habe. Die anfängliche Liebe war erkaltet.

Es wäre doch geil, wenn wir Tony in Bestform hinbekommen würden

Nun sind der Stürmer und der Trainer wiedervereint und müssen für die Geissböcke wieder zueinander finden. „Ich habe Tony schon getroffen und wir haben uns zugelächelt“, verriet Gisdol am Tag seines Dienstantritts beim FC mit einem Lachen. „Wir hatten eine sehr erfolgreiche Zeit in Hoffenheim, nachdem ich ihn aus Bastia geholt hatte. In der zweiten Saison war die Konkurrenzsituation im Sturm eine andere“, gab der neue FC-Coach aber auch zu. Sein Verhältnis zu Modeste beschrieb er zurückhaltend als „anständig“, seine Aufgabe in Richtung des Stürmers dagegen in deutlichen Worten: „Eines ist klar: Wir brauchen Tony in Bestform, und es wäre doch geil, wenn wir ihn hinbekommen würden.“

Gisdols Aufgabe wird also auch darin bestehen, eine Grundordnung zu finden, in der sich Modeste, Simon Terodde und Jhon Cordoba austoben können und allesamt bei Laune bleiben. In Hoffenheim musste Gisdol einst auch drei Stürmer bei Laune halten, bei Modeste klappte das auf Dauer nicht. Doch Modeste sprach schon einmal in höchsten Tönen von dem Kölner Trainer. Das ist zwar schon sechs Jahre her. Doch wenn der FC in dieser Saison Erfolg haben will, braucht es nicht nur einen neuen Trainer, sondern auch einen neuen Modeste. Und dafür ist der Stürmer selbst am allermeisten verantwortlich.

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