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Lehrstunde bei „Monsteraufgabe“: FC „in allen Belangen unterlegen“


Der 1. FC Köln verliert auch in der Höhe verdient mit 1:4 (1:3) bei RB Leipzig und bleibt auch unter dem neuen Trainer Markus Gisdol im Tabellenkeller. Nach einer Lehrstunde in den ersten 40 Minuten kämpfte sich Köln zwar zurück in die Partie. Doch einen Effekt konnte man nach dem Trainerwechsel beim FC im ersten Spiel noch nicht erkennen. Das sahen auch Trainer und Spieler so.

Aus Leipzig berichtet Marc L. Merten

Jonas Hector: „Man muss klar gestehen, dass wir keinen Punkt verdient hatten. Wir waren in allen Belangen unterlegen. Wenn man die 90 Minuten betrachtet, war der Gegner zu stark. Klar wollten wir das Spiel nicht so gestalten. Das hängt natürlich auch mit den Gegentoren zusammen. Beim 0:1 will ich hintenrum spielen und lege mir den Ball zu weit vor. Das ist ein Bärendienst für die Truppe, das tut mir natürlich auch leid. Das ist keine Absicht von mir. Die Fehler müssen wir abstellen, die muss ich abstellen. Wir haben es heute leider als Mannschaft nicht geschafft, unsere Leistung auf den Platz zu bringen. Ich glaube, wir haben zu strukturlos nach vorne gespielt und etwas zu blind die Bälle nach vorne geschlagen. Für Tony Modeste war es schwer alleine gegen die zwei Innenverteidiger. Wir müssen das analysieren, Leipzig ist vielleicht aktuell auch nicht unser Maßstab. Natürlich ist ein neuer Trainer ein neuer Impuls, kein Mensch und kein Trainer ist gleich. Wir brauchen jetzt Punkte. Gerade in den Heimspielen haben wir gezeigt, dass wir auch gegen gute Mannschaften mithalten können. Wir haben jetzt nochmal eine Woche mit dem neuen Trainer, um seine Philosophie reinzubringen.“

Rafael Czichos: „Wir waren zu lieb und nicht mutig genug. Im Spiel nach vorne waren wir zu ungenau und vor der Abwehr haben wir die Räume nicht richtig zu bekommen. So ist es schwer gegen eine offensivstarke Mannschaft. Im zweiten Durchgang haben wir teilweise mutiger gespielt und sind dann auch gut rausgekommen. Aber dann hat der letzte Ball nicht gepasst. Das müssen wir mitnehmen und wieder mit einer breiten Brust auf den Platz treten. Das ist nicht leicht in so einer Situation und das schafft der Trainer auch nicht in 72 Stunden. Aber ich mir sicher, dass dieser Trainereffekt nicht verpufft ist und dass wir mit dem Trainerteam in der nächsten Woche ein anderes Gesicht zeigen. Insgesamt hat der Trainer in den ersten drei Tagen die richtigen Worte gefunden. Wir hatten ein sehr gutes Klima innerhalb der Mannschaft. Mit dem Impuls wollen wir uns das Selbstvertrauen auf dem Platz erarbeiten. Mir fehlt noch ein bisschen der Mut nach vorne, wir hatten schon den ein oder anderen Raum, den wir hätten nutzen können. Wir müssen zusammenbleiben und dürfen nicht den Glauben verlieren. Ich bin mir sicher, dass wir richtig guten Fußball spielen können. Das müssen wir zeigen, dann nehmen wir die Fans auch wieder mit. Es ist ganz wichtig, dass sie hinter uns stehen. Ich weiß, dass es nicht leicht ist. Aber alleine geht es nicht.“

Wir konnten dem Tempo kaum entgegenwirken

Markus Gisdol: „Ein verdienter Sieg für Leipzig: Man hat speziell in der ersten Halbzeit gesehen, warum Leipzig kein Lieblingsgegner in der Bundesliga ist. Wir konnten dem Tempo kaum entgegenwirken, sind eher zurückgewichen. Man wünscht sich als erstes Spiel natürlich keine solche Monsteraufgabe zum Start. Man hat gesehen, dass es ein steiniger und weiter Weg für uns werden wird, die Aufgabe zu bewältigen. Wir werden eine saubere Analyse machen, um dann Schritt für Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Vor allem müssen wir an Stabilität gewinnen. Mir hat unsere Stabilität heute nicht gefallen. Wir haben uns auseinanderspielen lassen, weil mal zwei Spieler rausgerückt sind, während drei zurückgegangen sind. Da hat die Abstimmung nicht gepasst. Wir haben aber noch genug Spiele vor uns, um unser Ziel zu erreichen.“

Julian Nagelsmann: „Mit der ersten Halbzeit war ich sehr zufrieden. Wir haben das spielerisch sehr gut gelöst, hatten gute Spielverlagerungen und haben kaum Konter zugelassen. Dann ist Köln durch einen Standard zurückgekommen, den wir nicht gut verteidigt haben. Trotzdem haben wir es Anfang der zweiten Halbzeit noch mal sehr gut gemacht, uns aber nicht belohnt und früher das vierte Tor gemacht. Nach einer Stunde hatten wir dann ein paar Probleme, weil wir die Sechser des FC nicht mehr in den Griff bekommen haben. Das vierte Tor durch den Freistoß war dann wichtig. Am Ende war es ein verdienter Sieg, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit kein Feuerwekr mehr abgebrannt haben.“

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