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Nach Trainerwechsel: Wie mächtig ist der Mannschaftsrat?


Horst Heldt und Markus Gisdol haben sich in ihren ersten acht Tagen beim 1. FC Köln bemüht, viele Gespräche zu führen. Mit den Mitarbeitern an der Geschäftsstelle, vor allem aber mit den FC-Profis. Dabei betonte das neue Duo, einen besonders guten Austausch mit dem Mannschaftsrat gehabt zu haben. Die Folge sah man am vergangenen Samstag in Leipzig in der Startelf. Wie mächtig ist das Spielergremium nach dem Trainerwechsel beim FC wirklich?

Köln – Als Achim Beierlorzer am Ende der Sommer-Vorbereitung den Mannschaftsrat bekannt gab, fiel besonders eine Personalie auf: Rafael Czichos war aus dem Spielerrat herausgewählt worden. Für ihn wurde Anthony Modeste bestimmt. Neben Modeste gehören in dieser Saison dem Mannschaftsrat an: Kapitän Jonas Hector, Vize-Kapitän Marco Höger sowie die Torhüter Timo Horn und Thomas Kessler. Auffällig: Alle Mitglieder des Mannschaftsrates gehören zur „alten Garde“ jener Spieler aus der Zeit vor Beginn des Absturzes aus Europa in die Zweite Liga und zurück in die Bundesliga.

Inzwischen gilt diese Besetzung intern beim FC als großes Problem: Die neuen Spieler, die seit 2017/18 zum FC kamen und die deutliche Mehrheit in der Mannschaft bilden, fühlen sich nur noch bedingt vertreten von ihrem Spielergremium. Immer offener treten die Gräben zwischen den einzelnen Gruppen im Team zu Tage. Dass sich andere Kandidaten im Sommer bei der Wahl nicht durchsetzen konnten, wie beispielsweise Rafael Czichos oder Simon Terodde, zeigt das noch immer vorherrschende Machtverhältnis in der Mannschaft: Die einst erfolgreichen FC-Profis geben den Ton in der Kabine vor.

Augsburg-Spiel wird Antwort liefern

Nachdem Markus Gisdol und Horst Heldt in der vergangenen Woche von guten Gesprächen mit dem Mannschaftsrat sprachen, wurde dies am Samstag in Leipzig auch auf dem Platz deutlich: Neben Horn und Hector standen auch Höger und Modeste in der Startelf, später wurde zudem Marcel Risse eingewechselt, bekanntlich ebenfalls ein langjähriger und verdienter FC-Profi, der dieser Gruppierung innerhalb der Mannschaft angehört. Während Höger über 90 Minuten durchspielte und nicht überzeugen konnte, musste Neuzugang Ellyes Skhiri schon in der Halbzeit zugunsten einer Systemänderung vom Feld. Auch der Tunesier hatte keinen guten Tag erwischt, sich aber immerhin ballsicherer gezeigt als Höger. Doch dieser blieb auf dem Feld. Andere Spieler wie Louis Schaub, Dominick Drexler oder Jhon Cordoba kamen gar nicht zum Einsatz, Terodde wurde erst spät eingewechselt.

Am Dienstag deutete Höger nun an, vom Trainerwechsel zunächst einmal profitiert zu haben. „Unter manchen Trainern ist man wichtig, unter anderen nicht. Ich habe unter Achim Beierlorzer eine kleinere Rolle gespielt, als ich es mir gewünscht hätte. Die Zeit ist aber jetzt vorbei“, sagte Höger deutlich und freut sich, mit Gisdol und Heldt bekannte Gesichter in der sportlichen Führung zu haben. „Ich kenne Markus und Horst und wir haben gemeinsam erfolgreich auf Schalke gearbeitet.“ Zwar sagte Höger: „Das heißt nicht, dass das jetzt automatisch wieder so sein wird. Das muss ich mir auch erst wieder erarbeiten.“ Dennoch zeigte die Aufstellung in Leipzig, dass Gisdol zunächst auf die Spieler im Mannschaftsrat vertrauen wollte. Ob dies so bleiben wird, ist nach der schwachen Vorstellung in Leipzig freilich offen. Schon das Duell gegen den FC Augsburg dürfte die Frage beantworten, wie viel Macht der Mannschaftsrat nach dem Wechsel in der sportlichen Führung beim FC nun wirklich hat.

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