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„Man muss immer an sich glauben, auch wenn es kein anderer tut“


Der 1. FC Köln hat das noch vor einer Woche kaum für möglich gehaltene geschafft: Durch den 1:0 (1:0)-Sieg über den SV Werder Bremen holten die Geissböcke alle neun Punkte aus der Englischen Woche und retteten sich damit kurz vor Weihnachten noch auf die Nichtabstiegsplätze. Trotz des guten Laufs freuen sich die Spieler nun aber auf die kurze Pause. Die Stimmen zum Spiel gegen Bremen. 

Aus Müngersdorf berichten Sonja Eich und Marc L. Merten 

Noah Katterbach: „Es war sehr wichtig, dass wir drei Spiele in Folge gewonnen haben. Heute umso wichtiger noch, weil es gegen Bremen ging. Wir haben uns aus den Kellerplätzen rausgehauen. Wir sind jetzt alle platt, weil wir alles investiert haben. Am Ende hat etwas die Puste gefehlt, um souverän zu stehen, aber wir haben es trotzdem super gemacht in den letzten sieben Tagen. Für mich ist das hier ein Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Ich hoffe, dieser Traum geht weiter. Wir haben uns jetzt die Winterpause verdient, wir sind mit unseren Kräften etwas am Ende. Deswegen können wir jetzt etwas runterfahren und dann ab Januar weitermachen.“

Ich bin sehr stolz darauf, was die Jungs geleistet haben

Timo Horn: „Es hätte uns jeder für verrückt erklärt, wenn wir gesagt hätten, wir wollen neun Punkte aus den drei Spielen holen. Das war nicht zu erwarten. Wir haben aber sehr viel geleistet, auch heute wieder bis zur letzten Minute alles reingeworfen und das Tor verteidigt. Es sah alles besser aus als zuvor. Trotzdem ist es natürlich kurios, dass wir in dieser einen Woche mehr Punkte holen als in allen anderen Spielen zuvor. Das nehmen wir vor Weihnachten sehr gerne mit. Man hat heute schon gesehen, dass wir am Ende etwas auf dem Zahn gegangen sind und etwas mit Krämpfen zu tun hatten. Die Verletzungen haben uns natürlich auch nicht in die Karten gespielt. Trotzdem haben wir das bis auf eine Szene super verteidigt und ich bin sehr stolz darauf, was die Jungs geleistet haben. Die Hinrunde war lange sehr schwach, aber man sieht, wie schnell man sich unten rausarbeiten kann. Nun kommt wieder das Auftaktprogramm, da müssen wir genau so agieren wie zuletzt. Mir persönlich tut es sehr, sehr gut, dass ich jetzt auch mal das Quäntchen Glück habe, einen Ball wie zum Schluss noch über die Latte lenken zu können. Solche Phasen der Kritik gehören zu einer Karriere dazu. Man muss immer an sich glauben, auch wenn es kein anderer tut.“

Rafael Czichos: „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und waren sehr griffig. Wir haben Bremen direkt in die Schranken gewiesen und sie zu keiner Torchance kommen lassen. In der zweiten Hälfte hat man schon gemerkt, was wir in dieser Woche an Kilometern auf tiefen Böden gegen gute Gegner abgerissen haben. Damit muss man nicht hundertprozentig zu frieden sein. Wir haben zwei Mal in dieser Woche zu null gespielt und neun Punkte geholt. Besser kann man diese Woche nicht abschließen. Wir glauben an uns selbst und haben hart gearbeitet. Die Mentalität, die wir auf den Platz gebracht haben, war eine andere als die Wochen zuvor. Mit jedem Zweikampf wächst dann das Selbstvertrauen. Wenn ich Drexler da schon so halb gebückt rumlaufen sehe, weiß ich schon was er möchte. Schön, dass der lange Ball dann auch ankommt. Wir haben jetzt das Minimalziel an Punkten erreicht, aber auch nicht mehr. Wenn wir noch einmal 17 Punkte holen haben wir 34 und damit würde es am Ende schon eng. Wir sollten in der Rückrunde schon ein paar Punkte mehr holen. Dafür werden wir hart arbeiten. Der Trainer meinte vorher: Erst Bremen weghauen und dann feiern. Das eine haben wir gemacht, jetzt folgt das andere.“

Fußball ist verrückt, oder?

Horst Heldt: „Fußball ist verrückt, oder? Es ist, als wenn ich gespielt hätte. Es war eine sehr intensive, aber mega erfolgreiche Woche. Die Mannschaft hat sich das erarbeitet, hat auch heute in diesem Kampfspiel noch mal alles aus sich rausgeholt. Wir haben in der ersten Hälfte Bremen dominiert, nach der Pause nicht mehr. Aber wir haben uns gewehrt, hatten das nötige Glück es bis zum Ende zu verteidigen. Jetzt gehen wir in den kurzen Urlaub. Es ist wichtig einmal nicht an Fußball zu denken und zur Ruhe zu kommen. Dann müssen wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Ich bin guter Hoffnung, weil jeder gesehen hat, dass es Spaß macht zu gewinnen. Am Ende ist es immer ein Kopfthema. Wir haben einen Brustlöser gebraucht. Die Mannschaft hat an sich gearbeitet und das Trainerteam hat in der Kürze der Zeit viel verändert und es gut gemacht. Es war unfassbar, wie die Fans uns heute unterstützt haben. Das Zusammenspiel aus Fans und Mannschaft hat super funktioniert und es haben viele einen Anteil an diesem Moment. Es werden auch wieder Niederlagen dazukommen. Wir dürfen aber auch dann nicht aufgeben, und uns immer an die letzten Spiele erinnern.“

Florian Kohfeldt: „Herzlichen Glückwunsch an den FC und an Markus zum Sieg heute und vor allem zu der Energieleistung der letzten Woche, das war wirklich beeindruckend. Wir hatten nach dem Spiel gegen Mainz das Gefühl, dass wir aufgrund der personellen Konstellation und auch der Verunsicherung heute defensiver herangehen müssen. Wir hatten die Hoffnung, dass der FC einen Tick zu mutig wird. Das waren sie nicht und sie haben es gut gemacht, wir sind nicht zum Kontern gekommen. Dann gehen wir mit einem verdienten Rückstand in die Pause. Im zweiten Durchgang haben wir wirklich alles um das Spiel zu drehen. Dann sind aber nochmal drei Verletzte hinzugekommen und wir wussten irgendwann gar nicht mehr, wer in der Innenverteidigung spielen sollte. Ein allgemeiner Satz sei mir am Ende noch erlaubt: Es war eine wirklich schlechte Hinrunde von uns. Aber ich kann ihnen sagen, dass wir kämpfen und nicht absteigen werden.“

Wir wären ja nicht Köln, wenn…

Markus Gisdol: „Wir waren uns bewusst, dass das vielleicht heute unser schwierigstes Spiel von den letzten drei sein würde. Es ist ja immer ein bisschen was los wenn du auf einmal über dem Strich stehst und gegen einen Gegner spielst, der vor einer Woche fast nicht erreichbar schien. Dann hast du natürlich auf einmal ein bisschen was zu verlieren. Die Bremer haben uns mit ihrer Anfangsformation überrascht, wir wussten nicht richtig wie sie spielen würden. Wir wollten dann flexibel spielen und haben es in der ersten Halbzeit gut gelöst. Wir wollten geduldig bleiben und auf unsere Chancen lauern. In der zweiten Hälfte haben wir dann für die Energieleistung der letzten Tage Tribut gezollt. Bremen hat in der zweiten Halbzeit gut gespielt und hat uns laufen lassen. Wir hatten auch das notwendige Glück und haben es versäumt, die Konter richtig zu setzen. Das war ein guter Ausklang einer turbulenten Hinrunde. Vor acht Tagen wären nicht so viele da gewesen, die daran geglaubt hätten. Und wir wären ja nicht in Köln, wenn nicht wieder die Träume beginnen würden. Aber ganz ruhig, wir wollen Ende Mai sagen, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben.“

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