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Terodde gesteht: FC hat selbst Erwartungshaltung geschürt


Simon Terodde hat am Mittwoch mit klaren Worten Abstand genommen von eigens getätigten Aussagen im Sommer. Er kritisierte damit auch indirekt die Verantwortlichen des 1. FC Köln. Der Stürmer hofft vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Union Berlin auf einen Hallo-wach-Effekt bei den Geissböcken.

Köln – Drei Jahre lang spielte Simon Terodde zwischen 2011 und 2014 für die Eisernen aus Berlin. 25 Tore erzielte der Stürmer damals auf seiner ersten Station als Profi, nachdem er beim 1. FC Köln den Durchbruch nicht geschafft hatte. Schon damals bekam er mit, dass Union in einigen Jahren versuchen würde in die Bundesliga aufzusteigen. In der letzten Saison dann klappte es, Terodde bekam es als direkter Konkurrent mit, inklusive Niederlage an der Alten Försterei mit den Geissböcken.

Nach 13 Spieltagen in der Bundesliga muss der 31-Jährige jedoch sehen, dass Union dem FC mit acht Punkten enteilt ist. Das direkte Duell am Sonntag bekommt daher einen besonderen Stellenwert. „Union ist uns um einiges enteilt und wir müssen ein paar Punkte gut machen“, sagte Terodde am Mittwoch. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob man beim FC – wie schon 2017 – zu spät erkannt und ernst genommen habe, um was es in dieser Saison tatsächlich gehe. „Klar haben wir im Sommer gesagt, der FC ist kein normaler Aufsteiger. Aber am Ende müssen wir uns mit den anderen Aufsteigern messen“, sagte Terodde und gab dabei zu, dass man vor dieser Wahrheit offenbar im Sommer die Augen verschlossen habe.

Ein, zwei Aussagen waren im Sommer nicht richtig gesetzt

„Sicher waren ein, zwei Aussagen im Sommer nicht richtig gesetzt“, sagte Terodde. Worauf er sich bezog: Er selbst, aber auch die Verantwortlichen um Ex-Sportchef Armin Veh hatten selbst im Sommer die Erwartungshaltung beim FC hochgeschraubt. Zuletzt hatte man beim FC versucht, diese hohen Erwartungen auf das unruhige Umfeld zu schieben. Terodde korrigierte dies nun. Man habe versucht die Euphorie vom Aufstieg mitzunehmen. „Aber man hat auch schnell gemerkt, dass die Bundesliga knallhart ist und jeder Fehler bestraft wird. Davon haben wir zu viele gemacht.“ Der FC befinde sich „seit Wochen im Abstiegskampf – da gibt es kein anderes Thema mehr“. Dieser Gedanke hatte sich aber offenbar erst über einige Wochen in den Köpfen festsetzen müssen.

Nun, so Terodde, sei der Groschen gefallen. „Wir rücken enger zusammen. Auch die Bank ist voll dabei, da werden die persönlichen Situationen hintangestellt. Das brauchen wir“, sagte der Routinier und forderte, dass diese Saison keinen Platz für Träumereien habe, es nur darum gehen könne, „jetzt drei Mannschaften hinter uns lassen, um überhaupt wieder ein Fundament aufbauen zu können, wie es andere Mannschaften wie Mainz geschafft haben, die seit Jahren in der Bundesliga spielen“. Terodde erdete am Mittwoch damit all jene auch am Geißbockheim, die nach dem positiven Sommer, einer harmonischen Vorbereitung und vielversprechenden Transfers von einer sorglosen Saison geträumt hatten. Am Sonntag sollen diese Worte Wirkung zeigen.

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