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War was? Keine Rede mehr von personellen Konsequenzen


Der 1. FC Köln taumelt angeschlagen in das dritte Derby der Hinrunde. Gegen Bayer Leverkusen erwartet die Geissböcke eine aufgeheizte Stimmung im RheinEnergieStadion. Viele Fans verlieren so langsam die Geduld mit dem Effzeh, insbesondere mit der Mannschaft. Die Verantwortlichen kündigten zu Wochenbeginn Konsequenzen an. Am Donnerstag wollten sie das nicht mehr so drastisch sehen.

Köln – Wäre es aus Sicht des 1. FC Köln kein derart unvorteilhafter Vergleich gewesen, er hätte das Potential für einen guten Scherz unter Freunden. Markus Gisdol wurde auf der Pressekonferenz vor dem Spiel der Geissböcke gegen Bayer Leverkusen gefragt, ob es personelle Konsequenzen geben werde nach dem weitgehend leblosen Auftritt am Sonntag bei Union Berlin. „Personelle Konsequenzen möchte ich nicht so drastisch sehen. Dass sich die Aufstellung mal verändert, ist doch ganz normal. Das würde ich nicht zu hoch hängen“, sagte der Trainer. Neben ihm saß Sportchef Horst Heldt, der daraufhin ergänzte: „Bei Leverkusen heißt es Rotation, bei uns heißt es personelle Konsequenzen. Letztlich ist es das Gleiche.“

Nun ist es freilich nicht das Gleiche, nicht ansatzweise, wenn der Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen nach einem Spiel unter der Woche gegen Juventus Turin mit Cristiano Ronaldo drei Tage später womöglich auf der einen oder anderen Position tauschen sollte, um gegen den Effzeh die kampfstärkste Mannschaft aufzubieten. Beim FC hingegen, der als Tabellenletzter nach fast zwei Monaten ohne Pflichtspielsieg auf den Tabellen-Sechsten und Bezwinger des FC Bayern trifft, stellt sich die Frage, welche Spieler überhaupt körperlich, spielerisch und charakterlich geeignet sind, in der aktuellen Situation bestehen zu können.

Es war nie die Rede davon jemanden rauszuschmeißen

Nun wissen Heldt und Gisdol dies eigentlich sehr genau. Auch deshalb dürften sie am Sonntagabend und Montag betont haben, dass es sehr wohl Veränderungen – struktureller und personeller Natur – geben wird. Diese gab es dann auch tatsächlich schon. Weniger durch den gestrichenen freien Tag und einen lockeren Waldlauf. Eher schon durch den Doppel-Test am Mittwoch gegen die U21. Doch selbst das wollten Heldt und Gisdol am Donnerstag nicht mehr als große Veränderung ansehen. „Das ist etwas ganz Normales, deswegen ist es für uns verwunderlich, dass es so groß gesehen wird“, sagte Heldt. Und Gisdol ergänzte: „Ich wundere mich, wenn ein Trainingstag wie gestern gegen die U21 als etwas Besonderes wahrgenommen wird. Es war für mich ein normaler Trainingstag, den wir nicht überbewerten sollten.“

Nun hat es einen solchen Doppel-Test zwischen den FC-Profis und der U21 seit langer Zeit nicht mehr gegeben. Und dann waren da natürlich noch die Aussagen Heldts vom Sonntag und Montag mit den zentralen Sätzen: „Wir können auf keinen warten. Wenn wir das Gefühl haben, dass nicht jeder bereit ist alles dafür zu tun, werden wir versuchen die zu finden, die uns dieses Gefühl geben.“ Am Donnerstag klang dies schon anders: „Um das noch mal klarzustellen: Es war nie die Rede davon jemanden rauszuschmeißen.“ Man habe mehrere Veränderungen angekündigt und auch schon umgesetzt. Heldt sprach von „zwei, drei anderen Entscheidungen“, die bislang der Öffentlichkeit nicht bekannt seien. Darüber hinaus gehe es kurzfristig aber nur darum bis zur Winterpause so gut wie möglich zu punkten.

Heldt deutet an: Personelle Konsequenzen in der Winterpause

Dann aber öffnete Heldt doch noch die Tür zu personellen Veränderungen. Diese werden wohl in der Winterpause angepackt. „Dann gibt es ein Zeitfenster, um Entscheidungen zu treffen. Dafür müssen wir uns mit der Mannschaft genauso wie mit Alternativen beschäftigen. Dafür müssen wir aber mit den nötigen Erkenntnissen breit aufgestellt sein.“ Im Klartext müsste dies also eigentlich heißen: Der jetzige Kader wird in den letzten drei Spielen vor der Winterpause auf Bewährung spielen. Jeder Spieler steht ab sofort unter Beobachtung. Im Winter soll dann entschieden werden, wie es weitergeht. Was wohl auch davon abhängen wird, ob der FC dann überhaupt noch eine realistische Chance auf den Klassenerhalt haben wird oder nicht. Personelle Veränderungen jedoch hatte man nach den Worten Heldts und Gisdols bereits für diese Woche erwartet. Ob sie doch noch kommen, werden der Spieltagskader und die Aufstellung gegen Leverkusen zeigen.

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