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Ruthenbeck: „Das hat einen höheren Wert als ein Meistertitel“


Die U19 des 1. FC Köln liegt trotz der 0:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund noch immer an der Tabellenspitze der A-Junioren-Bundesliga. Dennoch werden die Geissböcke in den kommenden Wochen kämpfen müssen, um den Erfolg in der verbliebenen Rückrunde zu bestätigen. Das Ziel ist der Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft. Doch wichtiger ist Trainer Stefan Ruthenbeck etwas anderes.

Köln – Als Stefan Ruthenbeck das 0:2 am Sonntag gegen Borussia Dortmund erklärte, kam er schnell auf einen entscheidenden Punkt zu sprechen: „Wir müssen die Hälfte unserer bisher erzielten Tore kompensieren. Mit Sebastian Müller und Jan Thielmann haben uns 19 unserer 38 Tore in der Hinrunde verlassen. Das kann man nicht von heute auf morgen auffangen.“ Müller war nach Bielefeld gegangen, Thielmann zu den FC-Profis.

Während Ruthenbeck also versuchen muss den Aderlass in der Offensive mit internen Lösungen zu kompensieren, bleibt der sportliche Wettkampf in den kommenden Wochen und Monaten ein zweischneidiges Schwert. Ruthenbeck sagt klar: „Ich hoffe, dass es bis zum Saisonende eng bleibt und wir um etwas spielen können.“ Gemeint ist der enge Kampf um den Einzug in die Meisterschafts-Endrunde, nachdem die FC-U19 dieses Ziel in der letzten Saison erst am letzten Spieltag verpasst hatte. Andererseits haben diverse U19-Talente dank des Aufstiegs von Jan Thielmann und auch Noah Katterbach zu den Profis Blut geleckt und wollen am liebsten eher heute als morgen folgen.

Für diese Begehrlichkeiten arbeiten wir

„Wenn du so eine Hinrunde spielst wie wir, gibt es Begehrlichkeiten – von anderen Klubs, aber auch im eigenen Klub“, sagte Ruthenbeck. „Und genau dafür machen wir unsere Arbeit. Wenn wir am Ende der Saison noch einen weiteren Spieler bei den Profis anbringen können, dann hat das einen höheren Wert als eine Deutsche Meisterschaft.“ Ruthenbeck und sein Co-Trainer Jakob Strehlow wissen um ihren schwierigen Job, müssen moderieren, fordern und fördern, gleichzeitig aber auch Verständnis für die verschiedenen Interessen haben. Jene des Vereins, der Profis, der anderen Nachwuchsteams, aber auch der Spieler. Individuelle Ziele wie Spielzeiten, Perspektiven, Karriereplanungen, aber auch Titel-Träume. Spieler wie Sava Cestic, Tim Lemperle oder Mathias Olesen, der bereits zur U21 befördert wurde, streben längst nach oben. Aktuell kann der FC auf zahlreiche Talente setzen, denen man den Sprung zu den Profis und in die Bundesliga zutraut.

Gleichzeitig hat die starke Hinrunde Träume entstehen lassen. Das Spiel am Sonntag gegen Dortmund hat gezeigt, wie schwer es wird, diese zu realisieren. Die Personalrochaden haben dazu geführt, dass kurzfristig die Ergebnisse in der A-Junioren-Bundesliga leiden könnten. „Wir dürfen nicht vergessen, welche Abgänge wir hatten“, sagte Ruthenbeck daher. „Es wäre viel zu einfach, wenn unsere zwei besten Stürmer nicht mehr da sind, wir die Positionen mit zwei jungen Spielern auffüllen und es ganz normal so weitergeht. Das funktioniert nicht.“ Sollte es der FC schaffen an vorderster Front im Sturmzentrum eine Alternative zu Sebastian Müller zu finden, könnte die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft realistisch bleiben. Die Qualitäten im Kader sind weiterhin immens. „Wir haben genügend Talente, die in diese Rollen wachsen können. Die Betonung aber auf wachsen. Das dauert Zeit, und ich hoffe, dass wir bis dahin nicht zu viele Punkte gelassen haben, um noch ein Wörtchen oben mitreden zu können.“

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