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Heldt: „Ein Derby ist immer viel Verantwortung“

Der 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach. Wohl kein anderes Spiel elektrisiert das Rheinland so sehr wie dieses Derby. Dabei können die Kölner am Sonntag mit viel Selbstvertrauen in das 107. Duell beider Mannschaften gehen. Große Sprüche klopfen wollte unter der Woche aber kein FC-Profi, denn ein Derby bringt für Stadt und Fans auch viel Verantwortung mit sich. Das weiß auch Horst Heldt. 

Köln – Markus Gisdol hat beim 1. FC Köln eine blitzsaubere Derby-Bilanz. Dass das bei einem einzigen Spiel noch keine allzu erwähnenswerte Leistung ist, ist freilich selbstredend. Dennoch war der 2:0-Erfolg über Bayer 04 Leverkusen nach zwei zuvor verlorenen Derbys nicht nur für die Fans Balsam auf der Seele, sondern leitete auch den sportlichen Wendepunkt für die Geißböcke ein.

Vorzeichen sind diesmal andere

Am Sonntag treten die Kölner bei Borussia Mönchengladbach zum nächsten rheinischen Derby an. Es wird das 107. Aufeinandertreffen beider Vereine. Diesmal sind die Vorzeichen jedoch gänzlich andere, als noch vor jedem anderen Derby in dieser Saison. Vor dem Hinspiel hatte der FC zwar gerade sein erstes Saisonspiel gegen den SC Freiburg gewonnen, trotzdem stand eine spielerisch und taktisch verunsicherte Mannschaft auf dem Feld, wie Dominick Drexler erst kürzlich nochmal betonte. Vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf war der FC gerade beim Regionalligisten aus Saarbrücken aus dem DFB-Pokal geflogen und hatte zuvor das wichtige Spiel bei Mainz 05 verloren. Achim Beierlorzer stand bereits harsch in der Kritik und so ließen die Kölner auch im zweiten Derby der Saison jedweden Willen und Kampfgeist vermissen. Im Anschluss daran hatten die Spieler auch erstmals herben Gegenwind aus der eigenen Fankurve zu spüren bekommen. Anfang Dezember folgte dann das Duell gegen Bayer 04 Leverkusen. Als Tabellenletzter und gerade mit einer 0:2-Niederlage gegen Union Berlin im Gepäck, war der FC eigentlich von vornherein chancenlos gegen die Werkself. Doch am Ende der Saison dürfte eben jenes Spiel das entscheidende sein, wenn es darum geht, den Wendepunkt der Spielzeit auszumachen.

Unsere Fans sollen sich in uns wiedererkennen

Seither holte die Gisdol-Elf 15 von 18 möglichen Punkten. Der Relegationsrang respektive die Abstiegsplätze sind bereits sechs und sieben Zähler entfernt. Die Borussia holte in der selben Zeit nur acht Punkte. Der FC kann also mit viel Selbstvertrauen und Rückenwind in das 90. Bundesliga-Duell gegen die Fohlen gehen. Doch während der Fokus nach dem Sieg über Freiburg bei den Spielern bereits schnell in Richtung Derby ging, wollte sich unter der Woche kaum ein Profi zu der Partie äußern, die das Rheinland in dieser Woche elektrisiert. Konzentriert arbeiten und am Wochenende Taten statt Worte sprechen lassen. So lautet das Motto der Mannschaft während der Derby-Woche. Keine großen Ankündigungen, Versprechungen oder Parolen also. Sondern Fokus auf das Wesentliche. „Ein Derby ist immer viel Verantwortung, und dieser Verantwortung müssen wir gerecht werden“, sagte Horst Heldt unter der Woche. Der Geschäftsführer weiß, wie wichtig solche Spiele für die gesamte Region sind. Ein erfolgreiches Derby kann eine Mannschaft durch die gesamte Saison tragen und beflügeln. Der FC selbst hat es mit dem Sieg gegen Leverkusen vorgemacht.

Doch auch die Anhänger in der Südkurve machten den Spielern zuletzt immer wieder deutlich, dass es für sie drei entscheidende Gegner gibt. Wirft der FC gegen Gladbach, Leverkusen und Düsseldorf alles in die Waagschale, dürften sich die Profis der Unterstützung über die gesamte Saison hinweg sicher sein. Denn gerade in diesen drei Duellen steckt auch für die Fans enorm viel Prestige. Schließlich lässt es sich am nächsten Tag als Derbysieger auch wesentlich entspannter zur Arbeit gehen als mit einer Pleite im Rücken. „Derbys begleiten einen auch nach dem Spiel noch länger, deswegen ist es wichtig, dass wir da gut auftreten. Wichtig ist so zu agieren, dass sich unsere Fans in der Art und Weise, wie wir spielen, wiedererkennen. So haben wir in den letzten Wochen gearbeitet und die Ergebnisse sind die Folge dessen“, meinte Heldt im Vorfeld der Partie. Tatsächlich haben sich Mannschaft und Fans gerade in den letzten Heimspielen immer wieder selbst beflügelt. Darauf wird es wohl auch am Sonntag im Borussia-Park ankommen. Der FC dürfte wieder mit einem ausverkauften und vollem Gästeblock rechnen, der die Geißböcke bis zur letzten Minute bedingungslos unterstützt. Schafft es der FC dies seinerseits zurückzuzahlen, steht auch einer zufriedenen und hoffentlich friedlichen Heimreise nichts mehr im Wege.

18 Kommentare
  1. Bönnscher Bock says:

    Zum Auswärtsspiel nach Frankfurt habe ich nach längerer Pause meinen Schal mit der Aufschrift „AUSWÄRTSSIEG“ mitgenommen.
    Das Ergebnis ist bekannt.
    Am Sonntag werde ich ihn wieder mitnehmen, einem glorreichen 2 bis 3 zu 1 steht also nichts im Wege.
    Kopf hoch, Brust raus! ;)

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