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„Bin dankbar, dass die Jungs mir aus der Scheiße geholfen haben“


Der 1. FC Köln bejubelt einen kaum mehr für möglich gehaltenen Punkt im Derby gegen Fortuna Düsseldorf. Das 2:2 (0:1) war das Resultat einer Willensleistung in der Schlussphase und vieler Fehler in den 88 Minuten zuvor. Mit dem Ergebnis konnten die Geissböcke überaus zufrieden sein. Fortuna-Trainer Uwe Rösler las seinen Spielern dagegen unmittelbar nach dem Schlusspfiff erst einmal gehörig die Leviten. Die Stimmen zum Spiel.

Timo Horn: „Letzte Woche gegen Mainz hatten wir genau das Gegenteil. Heute waren wir auf der Verliererstraße und haben das Zepter in den letzten Minuten nochmal in die Hand genommen. Düsseldorf hat uns früh unter Druck gesetzt und wir haben uns das Leben selbst sehr schwer gemacht. Wir haben viel mit langen Bällen agiert, weil wir nicht in unser Spiel gefunden haben. Aufgrund des Kampfes hinten raus haben wir uns den Punkt verdient. Da gehört ein bisschen Glück dazu. Für uns war es ein ganz wichtiger Punkt. Dafür, dass wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben, sind wir zufrieden. Es war enorm wichtig, dass wir Düsseldorf nicht haben näher herankommen lassen. Wir haben nie aufgegeben, da kann ich der Mannschaft nur ein großes Lob aussprechen. Tony Modeste und Jhon Cordoba haben in den letzten Minuten richtig Alarm gemacht. Wir müssen auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Vor ein paar Monaten galten wir als sicherer Absteiger. Man sieht, wie schnell sich Dinge verändern. Aber wir wollen erstmal den Klassenerhalt holen, und dafür war das ein ganz wichtiger Punkt.“

Mark Uth: „Ich bin den Jungs sehr dankbar, dass sie am Ende nochmal alles reingehauen haben und mir aus der Scheiße geholfen haben. Ich habe mich beim Elfmeter noch mal umentschieden, eine andere Ecke ausgewählt und versucht den Torhüter auszugucken. Er hat dann nach links gezuckt und ist nach rechts gegangen. Den hält er gut und beim Abpraller war es ein Missverständnis. Den muss ich ganz anders schießen. Ich hatte das Selbstvertrauen und wollte ihn wieder schießen. Es hätte vorher vielleicht besser kommuniziert werden sollen. Es hatte keine Ansage gegeben, wer schießen soll.“

Jonas Hector: „Wir hatten ein schlechtes Passspiel und haben dadurch dem Gegner einfache Ballgewinne ermöglicht. Wir können es besser und müssen es in der einen oder anderen Situation einfacher spielen. Es ist schade, dass Mark Uth verschossen hat. Letzte Woche hat er den Elfmeter reingeschossen, deswegen ist es legitim, dass er sich den Ball holen will. Es ist schön, dass wir zwei Spieler haben, die schießen wollen. Wir werden intern nochmal drüber reden.“

Wir sind nicht weggekippt

Uwe Rösler: „Wir haben nach dem Spiel gerade ein bisschen länger gebraucht, um das zu verdauen. Es war mir aber wichtig, dass wenn wir jetzt emotional sind, dieses Ergebnis zu Bett zu bringen. Wir haben uns zum wiederholten Male nicht belohnt, so kann das nicht weitergehen. Über große Phasen fangen wir immer wieder gut an, wir spielen nicht wie ein Absteiger, wir spielen sehr guten Fußball, und deshalb mussten wir uns gerade erst einmal ehrlich die Meinung sagen, was in den letzten sechs Minuten passiert ist. Wir dürfen die ersten 88 Minuten nicht vergessen, aber wir müssen darüber reden, wie das passiert konnte. Wir haben in ein System gewechselt, das wir eigentlich in- und auswendig kennen und trotzdem keinen Druck mehr auf den Ball bekommen. Wir haben vergessen, wie wir eine Dreierkette anlaufen. Die Kölner konnten unbedrängt die Bälle in und um den Strafraum schlagen. Wir hätten bis zum Schluss höher anlaufen und stehen müssen.“

Markus Gisdol: „Wir gehen mit gemischten Gefühlen aus dem Spiel. Wir sind auf einen Gegner getroffen, der unseren Spielaufbau gut gelesen hat. Wir waren zu leichtfertig und haben uns in Ballverluste drängen lassen. Da haben wir unsere Sicherheit verloren. Das hat der Gegner gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hatten wir eine bessere Positionierung und eine bessere Passschärfe. Das gehört zu Entwicklung dazu. Nach einer sehr erfolgreicher Zeit mit vielen Siegen finden Gegner gute Mittel. Für uns ist es jetzt wichtig, daraus zu lernen und andere Mechanismen zu entwickeln, um uns nicht verunsichern zu lassen. Wichtig war die Reaktion nach dem 0:2. Oft kippen dann Mannschaften weg. Wir sind nicht weggekippt und haben dagegen gearbeitet. Für uns ist der Punkt Gold wert in einer Situation, in der noch mal alles durcheinander kommt in der Liga.“

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