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Kölns bittere Lehre: Statistiken gewinnen keine Spiele


Das dritte Spiel nach der Corona-Pause und erneut ein Aufritt des FC, der Fragen aufwirft: Nach der 1:3-Niederlage bei der TSG Hoffenheim scheint endgültig klar, dass die Kölner noch nicht aus dem Corona-Schlaf erwacht sind. Wieder macht sich der FC das Leben durch Unachtsamkeit unnötig schwer. Leidenschaft und Kompromisslosigkeit, die die Geißböcke nach Neujahr so stark gemacht hatten, müssen erst wieder geweckt werden. Da helfen auch keine überzeugenden Statistiken.

Die Minuten des Spiels: Markus Gisdol ist eigentlich dafür bekannt, Geschehnisse auf dem Platz oder rund um seine Mannschaft offen einzuordnen. Doch nach der Niederlage in Hoffenheim wirkte der FC-Trainer ratlos ob des kollektiven Tiefschlafs seines Teams kurz nach der Pause. Wie schon häufiger in dieser Saison war die Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit mental in der Kabine hocken geblieben. Folgerichtig nutzte Hoffenheim den Kölner Schlummermodus gnadenlos aus und stellte binnen 180 Sekunden auf 0:3. 

Statistik I: Die Spieldaten nach der Partie wiesen aus, dass der FC eigentlich ein ordentliches Auswärtsspiel absolviert hatte. Insgesamt 17-mal schossen die Geißböcke aufs gegnerische Tor, Hoffenheim nur achtmal. 56 Prozent Ballbesitz und eine ordentliche Passquote von 88 % waren Indikatoren für einen vermeintlich couragierten Auftritt. Doch die wichtigste Statistik nach 90 Minuten ist stets jene der erzielten Tore. Die Punkte blieben also in Sinsheim.

Statistik II: 10:0 Ecken standen nach dem Spiel zugunsten des FC auf dem Papier. Gefährlich wurde keine so richtig. Die eigene Standard- und Kopfballstärke hätte den Geißböcken gestern Abend wahrlich gutgetan.

Statistik III: Ellyes Skhiri legte am Mittwoch sage und schreibe 13,59 Kilometer in den 90 Minuten zurück. Das waren 1,4 Kilometer mehr als der zweit-laufstärkste Kölner (Rexhbecaj) und sogar 2,5 Kilometer mehr als der stärkste Hoffenheimer (Samassekou).

Szene des Spiels: Dass das Foul von Sebastiaan Bornauw eine Rote Karte war, steht nach Sicht der TV-Bilder außer Zweifel. Dass der Platzverweis den FC zwischenzeitlich aufweckte, auch. Dass die Unterzahl den Geissböcken aber nicht geholfen hat, ebenso. Nun steht fest, dass Bornauw zwei Spiele zusehen muss. Das hat der DFB entschieden. Damit fehlt der Innenverteidiger gegen Leipzig und in Augsburg.

Zitat des Spiels: „Wir hatten einen guten Lauf, der von der Coronakrise unterbrochen wurde. Danach muss mich sich alles wieder hart erarbeiten, und da müssen wir anpacken. Wir können froh sein, dass wir uns einen Vorsprung erspielt haben. Wir wollen den Klassenerhalt schaffen. “ (Timo Horn)

Erkenntnis des Spiels: Wer nach der Corona-Pause ernsthaft geglaubt hat, der FC könne ein Kandidat für den Europapokal, wurde bitter enttäuscht. Trotz der Formdelle (Oder ist es doch eine Krise? Ein GBK-Kommentar) besteht Hoffnung auf Besserung. Bislang konnte der FC unter Gisdol nach Rückschlägen in den darauffolgenden Spielen eine Gegenreaktion zeigen. Das muss dem Trainer und den Spielern nun erneut gelingen. Die Hürde könnte allerdings kaum größer sein. Am Montag kommt Leipzig nach Müngersdorf.

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