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„Brauchen uns nicht wundern, dass wir so keine Siege holen“


Der 1. FC Köln hat gegen Union Berlin die nächste Pleite kassiert. Das 1:2 (0:1) war inzwischen das siebte sieglose Spiel in Folge bei vier Niederlagen und nur drei Unentschieden. Während offensiv kaum etwas zusammenlief, kassierten die Geißböcke hinten die Gegentore einmal mehr zu einfach. Entsprechend hart gingen die Spieler nach der Partie selbst mit sich ins Gericht. 

Aus Müngersdorf berichtet Marc L. Merten 

Mark Uth: „Wir haben im Moment Probleme, uns Torchancen herauszuspielen. Was vor der Corona-Unterbrechung geklappt hat, funktioniert momentan nicht. Wir müssen weiter hart arbeiten. Uns fehlen die tiefen Laufwege und die Steckpässe, um die Stürmer in Szene zu setzen. Wir müssen uns nochmal strecken, wir sind noch nicht durch. Man macht sich schon Sorgen, im Fußball ist schon alles passiert. Jetzt steht ein Derby an und da sind wir heiß. (Zur potentiellen Elfmeter-Szene in der Nachspielzeit) Wenn man es auf den Bildern sieht, ist die Szene meiner Meinung nach noch klarer, als ich es gefühlt habe. Es hätte Elfmeter geben müssen, aber das hat sich der Schiedsrichter nicht getraut.“

Rafael Czichos: „Wir haben uns in der ersten Halbzeit träge machen lassen. Wir wussten, dass es ein Spiel mit vielen hohen Bällen und Zweikämpfen wird. Wir haben komplett das Tempo auf der Strecke gelassen. Dann kriegen wir Standardgegentore. Das ist zu einfach und wir brauchen uns nicht wundern, dass wir so keine Siege mehr holen. Man hatte heute das ganze Spiel nicht das Gefühl, dass wir frisch sind. Da müssen wir uns an die eigenen Nase fassen, das Spiel müssen wir nicht verlieren. Es war zu wenig, das muss uns allen klar sein. Am Mittwoch wartet der nächste Brocken. Egal, was es im Moment ist, aber es muss weg.“

Sebastiaan Bornauw: „Wir wussten, dass Union gut bei Standards ist. Ich muss mir die Wiederholungen noch einmal anschauen, um zu sagen, was da genau schief gelaufen ist. Eigentlich sind Standardsituationen auch unsere Stärke, deswegen hätte das für uns eigentlich kein Problem sein sollen. Für mich ist der aktuelle Druck kein Problem. Wir müssen uns jetzt auf das Spiel in Leverkusen fokussieren, denn wir wissen, dass sie im Moment gut drauf sind.“

Wir haben für die Bedeutung des Spiels zu wenig investiert

Markus Gisdol: „Ich denke, wir sind gut in die Partie gekommen, haben versucht den Gegner laufen zu lassen, wollten geduldig sein und haben dominant gespielt. Wir haben uns aber locken lassen und sind ungeduldig geworden. Das wollten sie provozieren. Das ging einher mit einer Unachtsamkeit bei einem Eckball. So ist Verunsicherung in die Mannschaft gekommen. Daraus müssen unsere Jungs lernen und vernünftig weiterspielen und nicht schon wieder eine Unachtsamkeit bei einem weiteren Standard zulassen. Zwar wären wir hinten raus beinahe wieder zurückgekommen. Ich hatte aber den Eindruck, dass wir für die Bedeutung des Spiels zu wenig investiert haben. Der Gegner hatte mehr Spannung, wollte es mehr und hat uns so den Zahn gezogen. Ich habe keine Lust die Saison austrudeln zu lassen. Das war heute zu wenig, das können wir besser. Ich erwarte dass jeder einzelne mehr investiert. Ich sehe, wo die Meter fehlen. Überall machen wir einige Meter zu wenig. Das müssen wir ansprechen. Wir waren in den letzten Spielen immer wieder knapp an Erfolgserlebnissen dran und hatten nicht das nötige Spielglück. Heute war es aber insgesamt zu wenig. Ich möchte nicht zulassen, dass wir denken, die Saison vorbei ist. Wenn Pause ist, ist Pause. Jetzt aber noch nicht. Wir müssen weiter hart spielen.“

Urs Fischer: „Es war ein umkämpftes Spiel, aber darauf waren wir vorbereitet. Die Mannschaft hat unseren Plan über 90 Minuten sehr gut umgesetzt. Nur die Phase direkt nach der Halbzeit haben wir gebraucht, um uns an den Systemwechsel von Köln zu gewöhnen. Danach hatten wir das Spiel aber wieder unter Kontrolle. Das war ein wichtiger Sieg für uns.“

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