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Horn hält Elfmeter: Modeste-Tor reicht nicht zum Sieg


Der 1. FC Köln hat auch im sechsten Spiel beim FC Augsburg nicht gewinnen können. Die Geissböcke verspielten eine späte 1:0-Führung durch Anthony Modeste (85.) und mussten sich mit einem 1:1 (0:0) zufrieden geben. Die Leistung jedoch ließ über weite Strecken zu wünschen übrig. Timo Horn war es zu verdanken, dass die Kölner nicht schon früh in Rückstand gerieten.

Augsburg – Die Reisen nach Augsburg waren für den 1. FC Köln bislang stets ernüchternd: fünf Spiele, kein Sieg, drei Niederlagen. Diese Statistik wollten die Geissböcke am Sonntag zum Abschluss des 30. Spieltags verbessern. Die Ergebnisse der Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt ließ den FC hoffen. Düsseldorf mit einem Unentschieden und Bremen mit einer Niederlage hatten Köln die Vorlage geliefert, sich entscheidend von unten abzusetzen.

Ausgangslage

Dafür verzichtete Trainer Markus Gisdol weitgehend auf Änderungen in der Startelf. Im Vergleich zur Partie gegen Leipzig kehrte lediglich Mark Uth erwartungsgemäß für Elvis Rexhbecaj zurück. Darüber hinaus fand sich Noah Katterbach etwas überraschend auf der Bank wieder. Nach seiner stabilen Vorstellung gegen RB musste er Kingsley Ehizibue weichen. Benno Schmitz rückte für Katterbach nach hinten links. Auf der Bank saß unter anderem auch Tim Lemperle. Der Youngster stand erstmals im Kader.

Moment des Spiels

Timo Horn war der beste Kölner in der ersten Hälfte. Doch in der 34. Minute verschätzte er sich komplett. Jonas Hector köpfte einen Ball in Richtung eigenes Toraus. Augsburgs Sarenren Bazee lief dem Ball hinterher, befand sich fast schon auf der Torauslinie, lief jedoch vom Tor weg und befand sich fast am Rande des Strafraums. Horn wollte den Eckball jedoch unbedingt verhindert und grätschte hinterher. Statt dem Ball traf er jedoch den FCA-Spieler – es gab Elfmeter. Unnötig und unglücklich: Doch Horn machte seinen Fehler wieder gut. Er parierte den Strafstoß von Florian Niederlechner und parierte auch sonst alles, was auf sein Tor kam. So hielt er seine Mannschaft in Hälfte eins im Spiel.

Die wichtigsten Szenen

Gisdol hatte gefordert, seine Mannschaft müsse „zu 100 Prozent auf Sendung“ sein. Doch das gelang in Hälfte eins überhaupt nicht. Nach nur zwei Minuten musste Horn erstmals gegen Vargas seine Fäuste hochreißen. Kurze Zeit später klärte Czichos mit starker Grätsche gegen Niederlechner. Es folgte eine minutenlange Druckphase der Augsburger mit zahlreichen Ecken, Freistößen und Flanken – insgesamt neun (!) Torschüsse ließ Köln alleine in der Anfangsviertelstunde zu. Köln überhaupt nicht wach – erst in der 17. Minute wurde die Gisdol-Elf erstmals gefährlich. Eine Ehizibue-Flanke köpfte Jakobs freistehend über das Tor. Gisdol hatte vor dem Spiel noch den Spielaufbau seines Teams gelobt. Davon war jedoch nichts zu sehen. Stattdessen verursachte Horn in der 26. Minute mit einem unnötigen Foul an Sarenren Bazee an der Torauslinie einen Elfmeter. Doch der Keeper machte seinen Fehler sofort wieder gut und hielt den Schuss von Niederlechner (27.). Daraufhin reagierte Gisdol und nahm den schwachen sowie Gelb-Rot-gefährdeten Schmitz runter und brachte Katterbach. Viel besser wurde es jedoch nicht. Eine abgefälschte Bogenlampe fiel Niederlechner vor die Füße, doch Horn gewann das Duell erneut und hielt mit starker Fußabwehr (35.). Es dauerte bis zur 42. Minute, ehe der FC wieder vor das Augsburger Tor kam. Eine Flanke von links nahm Kainz an der Strafraumkante direkt, jagte die Kugel aber weit über den Kasten. So blieb es zur Pause beim aus Kölner Sicht überaus glücklichen 0:0.

Nach dem Seitenwechsel musste Skhiri in der Kabine bleiben. Statt wie zuletzt Rexhbecaj brachte Gisdol Höger, der seit dem 15. Spieltag und dem Beginn der damaligen FC-Serie nur noch einen Kurzeinsatz in Berlin bekommen hatte. Eine Viertelstunde lang gab es harte Zweikämpfe, aber keine Torraumszenen. Dann flankte Kainz flach ins Zentrum und Jakobs kam zu seiner zweiten Großchance: Er rutschte in die Flanke und scheiterte an Luthe (60.). Die Geissböcke danach zwar leicht verbessert, aber weiter offensiv fast ohne Aktionen. Rexhbecaj kam nach 70 Minuten für den fast unsichtbaren Uth, nach 81 Minuten kam Modeste für Cordoba. Und dieser Wechsel war entscheidend: Fünf Minuten vor Schluss nahm Ehizibue über rechts Tempo auf, flankte auf den langen Pfosten, wo Jakobs die richtige Entscheidung traf und per Kopf auf Modeste zurücklegte. Der hatte an der Strafraumkante gelauert und nahm den Ball mit links per Volleyschuss. Der Ball schlug unhaltbar im langen Eck ein. Ein typisches Modeste-Tor, ein Traumtor, das den Geissböcken das 1:0 bescherte. Alleine, es war nicht die Entscheidung, denn nur drei Minuten später antwortete Augsburg. Katterbach konnte Frambergers Flanke nicht verhindern. Max stand am langen Pfosten völlig blank und Horn hatte aus fünf Metern keine Chance (88.). Der Ausgleich war verdient, schließlich hatte der FCA das Spiel in Halbzeit eins klar dominiert. Doch der FC gab so den Sieg aus der Hand, der den Klassenerhalt wohl garantiert hätte. Mit 35 Punkten warten die Kölner überdies nun schon seit sechs Spielen auf einen Sieg.

Fazit

Zum Freuen: Anthony Modeste trifft wieder wie Anthony Modeste.

Zum Ärgern: Der späte Ausgleich versaute den ersten Sieg beim FCA.

Mann des Tages: Timo Horn hielt den FC im Spiel.

Aufstellung

Horn – Ehizibue, Leistner, Czichos, Schmitz (28. Katterbach) – Skhiri (46. Höger), Hector – Kainz, Uth (71. Rexhbecaj), Jakobs – Cordoba (82. Modeste)

Tore

0:1 Modeste (85.)
1:1 Max (88.)

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