Spielerische Armut: Baut der FC um? „Müssen nicht mit Fußball glänzen“

Tom Krauß in Augsburg. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)
Tom Krauß in Augsburg. (Foto: IMAGO / Beautiful Sports International)

Der 1. FC Köln bekommt beim FC Augsburg Probleme, weil die Geißböcke spielerisch keine Lösungen finden. Der FC muss sich fußballerisch schnell wieder verbessern – oder einen anderen Ansatz wählen?

Tom Krauß brachte es nach der 0:2-Niederlage des 1. FC Köln beim FC Augsburg auf den Punkt. „Wir waren sehr statisch, muss ich sagen. Wir konnten wenig mit Ball kreieren, das müssen wir uns ankreiden lassen.“ Eine Analyse, die die 90 Minuten gut nachbildeten.

Wie schon in den Heimspielen zuvor überließ der FCA den Gästen weitgehend den Ball und das Spielfeld. Der FC musste das Spiel machen, kam am Ende auf 54 Prozent Ballbesitz, konnte daraus aber nur elf Torschüsse generieren und war dabei insgesamt so harmlos, dass nur ein Expected-Goals-Wert von 0,6 heraussprang. Zu wenig für einen Punktgewinn in Augsburg.

Ausrechenbares FC-Spiel

„Wir waren zu ungefährlich“, gab auch Luca Waldschmidt zu. „Das zweite Drittel war das Problem. Wir hatten viel den Ball in der Defensive, sind von da aber nicht in den Flow gekommen. Augsburg stand tief, aber wir haben beim Gegner zu wenig in der Tiefe bedroht.“ Zur Wahrheit gehört, dass dies auch mit Waldschmidt zu tun hatte. Der Stürmer formuliert hohe Ansprüche an sich und seine Rolle beim FC. Am Freitag hätte er diese mal wieder bestätigen können, doch mal wieder lieferte Waldschmidt nicht ab.

Der FC-Defensive fehlten die Anspielstationen im Mittelfeld und vor der Augsburger Abwehrreihe. Stattdessen spielten die Geißböcke irgendwann hoch und weit auf Ragnar Ache, in der Hoffnung, dass der Mittelstürmer den Ball verarbeiten und ablegen würde. So war das Kölner Spiel ausrechenbar und für Augsburg leicht zu verteidigen. Erst mit der Hereinnahme von Said El Mala, der aus gesundheitlichen Gründen nicht länger als 30 Minuten spielen durfte, wurde es besser.

Weniger attraktiv, aber höchst effektiv

Doch was kann für den FC der Ausweg sein? Unter Lukas Kwasniok sollte ein spielerischer Ansatz gewählt werden. Die Geißböcke wollten auch fußballerisch wieder ansehnlichere Auftritte bieten. Dass dies nicht sofort konstant umsetzbar sein und Zeit brauchen würde, war allen klar. Dass dies womöglich auch weitere Neuzugänge brauchen würde, war nach Absitzen der Transfersperre vorhersehbar. Das Problem: Kurzfristig hat der FC weder Zeit noch Transferoptionen.

„Wir wissen, dass wir nicht mit Fußball glänzen müssen, sondern mit anderen Tugenden“, sagte daher Waldschmidt. In Augsburg ließ der FC in einigen Phasen der Partie die letzte Intensität vermissen. Nach GEISSBLOG-Informationen hat man dies auch intern angesprochen. Darüber hinaus aber braucht der FC nun vor allem Ergebnisse. Der FC Augsburg erreichte diese über weniger Ballbesitz, stärkeren Fokus auf die Abwehr und schnelle Konter. Weniger attraktiv, aber höchst effektiv. Vielleicht sollte sich der FC davon eine Scheibe abschneiden. Zumindest so lange, bis der Klassenerhalt geschafft ist.

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