Der 1. FC Köln bewegt sich in der Bundesliga auf einem schmalen Grat. Nach der Augsburg-Pleite wirkt Lukas Kwasniok erstmals nachdenklich, mancher Spieler kämpferisch, mancher etwas zu optimistisch.
Es ist die Aufgabe eines Kapitäns, der eigenen Mannschaft, den Mitspielern und dem Verein den Rücken zu stärken. Intern muss ein Spielführer auch mal auf den Tisch hauen, aber nach außen tritt dieser in seiner Funktion in der Regel ruhig und besonnen auf. Marvin Schwäbe vom 1. FC Köln ist dafür ein Paradebeispiel.
Schwäbe äußert sich nur selten allzu kritisch, spricht nach Spielen zwar Mängel auch an, bleibt dabei aber in der Regel ruhig. Den 30-Jährigen bringt nur wenig aus der Fassung. Daher überraschte es nicht, dass Schwäbe auch am Freitag in Augsburg wieder sagte: „Wir müssen ehrlich sein, gegen wen wir zuletzt alles gespielt haben. Wir müssen weiter hart arbeiten, müssen es besser machen. Wir wissen trotzdem, wo wir stehen und wo wir mit unseren Qualitäten hinkommen können.“
Krauß: „Die da unten schlafen nicht“
Es war Schwäbes Art mitzuteilen, dass Köln ruhig bleiben soll, dass man alles im Griff habe, zwar wisse, dass man an sich arbeiten müsse, aber nichts so heiß gegessen würde, wie es gekocht würde. Das Problem: Der Samstag in der Bundesliga hat gezeigt, dass der FC zwar gegen Leipzig, Stuttgart, Hoffenheim und Augsburg gespielt und nur einen Punkt geholt hat, andere Clubs aber sehr wohl in der Lage sind, solche Mannschaften zu schlagen.
Der FC hingegen aktuell nicht. Die Ergebnisse und vor allem der phasenweise blutleere Auftritt in Augsburg sprechen gerade eine klare Sprache: So sind die Geißböcke doch noch ein Abstiegskandidat. „Das ist absolut nicht befriedigend“, machte es Tom Krauß nach der Partie deutlicher. „In solchen Spielen musst du punkten. Das haben wir nicht, deswegen können wir absolut nicht zufrieden sein. Wir müssen punkten. Die da unten schlafen nicht. Wir müssen nächste Woche liefern.“
Kwasniok sprach von „sehr wichtigem Spiel“
Auch Lukas Kwasniok wirkte erstmals deutlich nachdenklicher als nach den vorherigen Niederlagen. „Wir sind bedient, weil wir ein wichtiges Spiel verloren haben. Wir müssen uns jetzt schütteln und gegen Dortmund unseren ersten Sieg an einem Samstagabend einfahren. Die Situation ist herausfordernd, aber es war von Anfang an klar, dass es um den Klassenerhalt gehen würde. Wir laufen nicht mit geschlossenen Augen durchs Leben, sondern wissen, dass wir Spiele gewinnen müssen. Diese Überzeugung trage ich in mir.“
Das Problem – Kwasniok hatte vor dem Spiel erklärt: „Wir wollen uns nicht selbst belügen. Das ist kein entscheidendes Spiel, aber ein sehr wichtiges Spiel.“ Und dieses sehr wichtige Spiel ging verloren. Stattdessen gewannen St. Pauli und Bremen sowie Mönchengladbach ihre Spiele am Samstag und erhöhten den Druck zusätzlich.
Zeit des Schönredens ist vorbei
Die Zeit des Schönredens ist also vorbei beim FC. Wer erst gut spielt und nicht punktet und dann anfängt auch noch schlecht zu spielen und nicht zu punkten, läuft Gefahr in einen Strudel gezogen zu werden, der in die 2. Liga führt. Das weiß der 1. FC Köln aus eigener Erfahrung. Aktuell haben die Geißböcke wenige Argumente auf ihrer Seite. Die Trendwende muss daher in den nächsten drei Spielen gelingen. Sonst könnte es in der Länderspielpause zum großen Knall kommen.







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