„Macht was mit unserer Mannschaft“: FC-Trainer will nicht zu kritisch sein

Stefan Ruthenbeck wollte nach dem 1:1 gegen Cottbus nicht zu kritisch mit seiner Mannschaft sein. (Foto: IMAGO / Hartenfelser)
Stefan Ruthenbeck wollte nach dem 1:1 gegen Cottbus nicht zu kritisch mit seiner Mannschaft sein. (Foto: IMAGO / Hartenfelser)

Die U19 des 1. FC Köln ist gegen den Nachwuchs von Energie Cottbus nicht über ein 1:1-Unentschieden hinausgekommen. Eine Woche nach dem 7:0-Kantersieg gegen den SSV Ulm fehlte dem FC die Durchschlagskraft, um den nächsten Sieg einzufahren. Trainer Stefan Ruthenbeck analysiert die Situation nüchtern.

Immer wieder liefen sich die FC-Talente in der dicht gestaffelten Abwehr der Gäste aus der Lausitz fest. Ein um das andere Mal kam der letzte Pass nicht an oder ein Cottbusser Abwehrbein blockierte einen Abschluss. Nach 90 fahrigen Minuten mussten sich die Geißböcke mit einem 1:1-Remis zufriedengeben – zu wenig für die eigenen Ansprüche des amtieren deutschen Meisters.

„Wir müssen uns den Vorwurf machen, dass wir zu wenig klare Torchancen kreiert haben. Aber jeder, der aus dem Fußball kommt, weiß auch, dass es gegen ein 5-4-1-System nicht so einfach ist. Das ist dann auch mal ekelig und unangenehm. Am Ende musst du es vielleicht über einen Standard lösen, aber auch das ist uns heute nicht gelungen. Unter dem Strich erwarte ich von dem ein oder anderen in so einem Spiel einfach mehr. Ich habe die Gier, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen, vermisst“, zeigte sich Trainer Stefan Ruthenbeck nach Abpfiff enttäuscht.

Ruthenbeck vermutet diese Ursache

Sind die letzten intensiven Wochen, unter anderem mit dem Highlight-Spiel in der Youth League vor ausverkauftem Haus, vielleicht der Grund für die Leistungsdelle gegen Cottbus? Ruthenbeck sieht die Ursache dafür auch an anderer Stelle: „Im Verein passiert gerade Einiges und auch unsere Spieler agieren ja in verschiedenen Mannschaften. Das ist zwar genau richtig, aber das macht natürlich etwas mit unserer Mannschaft.“ Was der 53-Jährige meint: Ein geregelter Trainingsbetrieb ist für die A-Junioren derzeit eher die Ausnahme. Etliche Spieler pendeln im Trainings- und Spielbetrieb zwischen den Profis, der U21, der U19 und U17 hin und her. Zeit und Gelegenheit, wichtige Abläufe zu automatisieren, gibt es zu wenig.   

Allzu kritisch wollte Ruthenbeck dennoch nicht werden, weiß er so gut wie kaum ein anderer einzuschätzen, dass solche Leistungs-Ausreißer im Nachwuchsfußball zur Entwicklung dazugehören.  „Wir müssen auch ehrlich bleiben: Das war das fünfte Spiel in Folge in diesem Jahr, das wir nicht verloren haben. Das ist schon gut und wenn dann mal ein Spiel wie heute dazwischenkommt, dann müssen wir das akzeptieren und aufpassen, dass wir nicht zu kritisch sind, weil die Jungs in den Wochen zuvor abgeliefert haben“, so Ruthenbeck.

Kleiner Trost für die jungen Geißböcke: Auch andere Top-Teams in der Hauptrundengruppe müssen solche Rückschläge in Kauf nehmen: Der VfB Stuttgart, Gegner des FC am nächsten Wochenende, verlor beim Tabellenletzten SSV Ulm überraschend mit 2:4.  

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