Kader-Problem immer größer: Rückkehr von Hoffnungsträgern weiter offen

Zahlreiche FC-Profis nehmen derzeit während der Spiele auf der Tribüne Platz. (Foto: Bucco)
Zahlreiche FC-Profis nehmen derzeit während der Spiele auf der Tribüne Platz. (Foto: Bucco)

Der 1. FC Köln will seine Verletzungsmisere nicht als Ausrede für die ausbleibenden Ergebnisse in der Bundesliga gelten lassen. Trotzdem geht der Aufsteiger stark gehandicapt in den Saison-Endspurt.

Ob das Problem nun hausgemacht ist oder nicht: Die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfälle schwächen den 1. FC Köln im Abstiegskampf merklich. Gegen den FC Augsburg musste Trainer Lukas Kwasniok insgesamt auf acht erfahrene Profis zu verzichten. Selbst Spitzenmannschaften in der Liga können eine derartig lange Ausfallliste wenn nur kurzfristig auffangen. Für den Aufsteiger zieht sich diese Misere nun jedoch schon durch das gesamte Kalenderjahr.

War über viele Wochen lange das Abwehr-Zentrum die große Baustelle bei den Geißböcken, hatte Kwasniok in Augsburg insbesondere offensiv Probleme, hintenraus noch einmal für Durchschlagskraft zu sorgen. Marius Bülter und Luca Waldschmidt standen an diesem Abend gänzlich neben sich. Mit Said El Mala hatte der Trainer zwar seinen Top-Scorer als Joker zur Verfügung, zu einhundert Prozent fit war der 19-Jährige allerdings nicht. Darüber hinaus konnte der FC mit Youssoupha Niang, Felipe Chavez und Fynn Schenten nur noch drei Bundesliga-unerfahrene Teenager einwechseln. Zum Vergleich: Der FC Augsburg brachte mit Michael Gregoritsch 278 Bundesliga-Spiele und 62 Tore ins Spiel.

Nur wenig Besserung in Sicht

Als Ausrede für die ausbleibenden Ergebnisse wollen die Kölner ihre vielen Ausfälle jedoch nicht gelten lassen. „Jedes Mal, wenn man verliert, diese Gründe zu suchen, geht nicht“, sagte Tom Krauß nach der 0:2-Pleite deutlich. Kwasniok ergänzte: „Wir nehmen die Situation an, lamentieren nicht. Das haben wir noch nie getan.“ Wirklich verbessern wird sich die Situation für die nächsten drei wichtigen Spiele gegen Borussia Dortmund, den Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach allerdings nicht.

Sebastian Sebulonsen, Jan Thielmann und Joel Schmied werden erst nach der Länderspielpause und damit nach dem Derby wieder zur Verfügung stehen. Die rechte Schiene bleibt also auch den gesamten März über eine Baustelle. Das „Schweizer Taschenmesser“ Jakub Kaminski, wie Kwasniok den flexibel einsetzbaren Polen nennt, ist dort zwar eine Option. Seine Qualitäten sind aufgrund der überwiegenden Defensiv-Arbeit jedoch verschenkt.

Castro-Montes „am ehesten“ vor Comeback

Im Idealfall könnten dort in den nächsten Wochen auch Alessio Castro-Montes oder Linton Maina noch einmal zu einer Option werden, auch wenn beide ihre Stärken ebenfalls auf anderen Positionen haben. Das Duo könnte jedoch womöglich in den kommenden Tagen wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. „Ich weiß nicht, wer nächste Woche zur Verfügung stehen wird“, war auch Kwasniok am Freitagabend noch unwissend. „Am ehesten“, so der Trainer weiter, „würde ich Castro-Montes nennen.“

Im Vergleich zum Augsburg-Spiel dürfte zumindest Denis Huseinbasich wieder zurückkehren. Der 24-Jährige hatte zuletzt aufgrund von Hüftproblemen aussetzen müssen. Allerdings spielt der Mittelfeldspieler in diesem Kalenderjahr praktisch keine Rolle. Nach 45 Minuten gegen den 1. FC Heidenheim zu Beginn des Jahres, kam Huseinbasic einzig gegen den VfB Stuttgart noch zu einem Mini-Einsatz. Eine wirkliche Option für Kwasniok war der Bosnier demnach zuletzt ohnehin nicht.

Dem FC bleiben in der kommenden Woche vier Trainingstage, um sich auf das Heimspiel gegen den BVB vorzubereiten. Am Montag um 14.30 Uhr starten die Kölner in die neue Trainingswoche. Auch am Dienstag um 10.30 Uhr trainiert die Mannschaft öffentlich, ehe nach einem freien Mittwoch am Donnerstag und Freitag nicht-öffentlich trainiert wird.

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