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Torwart-Rochade: Eine neue Nummer zwei und zwei Kronprinzen


Die ersten Schritte sind gemacht. Der 1. FC Köln hat auf der Torhüter-Position aufgeräumt. Das war auch nötig, denn mehrere Jahre hatten die Geißböcke vergeblich versucht aus den Talenten zwischen den Pfosten potentielle Herausforderer für Timo Horn zu schmieden. Jetzt soll zunächst ein externer Keeper kommen, ehe weitere vielversprechende Nachwuchs-Keeper so weit sind. 

Köln – Sie haben es alle in den Profi-Bereich geschafft, nur eben nicht beim 1. FC Köln. Marcel Schuhen (SV Darmstadt 98), Daniel Mesenhöler (Viktoria Köln), Sven Müller (Karlsruher SC), Vincent Müller (Würzbürger Kickers), Jan-Christoph Bartels (Waldhof Mannheim) und Brady Scott (wechselt wohl nach Schweden) hatten allesamt gehofft, beim FC den Sprung zur Nummer zwei als Herausforderer von Timo Horn zu schaffen. Sie alle mussten den FC dann aber doch verlassen, ohne es am Geißbockheim geschafft zu haben.

Schuhen etablierte sich in den letzten Jahren als Zweitliga-Keeper. Mesenhöler kämpft nach ausgelaufenem Vertrag bei der Viktoria um seine Zukunft, Sven Müller hatte ebenso großes Pech wie Bartels, dass sie sich bei ihren neuen Klubs gleich schwer verletzten und den Kampf um die Nummer eins nie wirklich aufnehmen konnten, Scott will sich in Europa durchsetzen und hofft, dass ihm die gute Ausbildung in Köln dabei helfen wird. Vincent Müller dagegen ging früher als die anderen Keeper, witterte schon mit 19 die Chance in Liga drei in Würzburg und zeigte dort die Qualitäten, die ihn auch beim FC ausgezeichnet hatten: einen großen Willen und eine beachtliche Lernfähigkeit, um sich gegen vermeintlich talentierte Keeper durchzusetzen. Während der vergangenen Saison erkämpfte sich der 19-jährige den Posten der Nummer eins und führte seine Mannschaft mit starken Leistungen zum Aufstieg in die Zweite Liga. Gerne hätte man beim FC eine solche Entwicklung bei den anderen Talenten gesehen, insbesondere bei Bartels, doch dessen schwere Sehnenverletzung, die ihn in Wiesbaden ein halbes Jahr außer Kraft setzte, kostete ihn jene Spielpraxis und Entwicklung, auf die man in Köln gehofft hatte, um ihn als jungen Zweitliga-Torhüter zurückzuholen und als talentierte Nummer zwei hinter Horn zu installieren.

Profil der Nummer zwei hat sich verschoben

Nun hat der FC aufräumen und Platz machen müssen. Thomas Kessler hat seine Karriere beendet. Julian Krahl fehlt noch die Spielpraxis im Herrenbereich, um als ernsthafter Herausforderer für Horn zu gelten. Deshalb waren die jüngsten Abgänge von Bartels und Scott wichtig, um finanziell und personell Raum zu schaffen für eine neue Nummer zwei. Wer dies werden wird, ist offen. Die Gespräche mit mehreren Kandidaten laufen nach GBK-Informationen. Der Markt ist aber überschaubar, da Köln durch die Coronakrise zum Sparen gezwungen ist und – entgegen der ursprünglichen Planung aus dem Winter – kein Geld für die neue Nummer zwei ausgeben kann. Dass mit Michael Esser ein 32-jähriger Ersatzkeeper aus Hoffenheim zu den ernsthaften Kandidaten zählt, zeigt, wie sehr sich Kölns Fokus bei der Suche nach einem ernsthaften Herausforderer für Horn verschoben hat. Das Profil ist von einem starken Herausforderer zu einem soliden Ersatzkeeper zurückgegangen. Freilich in der Hoffnung, doch noch irgendwie einen Coup landen und einen Keeper mit Nummer-eins-Potential zu finden.

Krahl im Fokus – Kronprinz Adamczyk?

Davon abgesehen will der FC im Hintergrund weiter an den Talenten arbeiten, die in Zukunft mal zur Nummer eins der Profis heranwachsen können. Julian Krahl steht als Nummer drei der Profis und Nummer eins der U21 sowie als ehemaliger deutscher U19-Nationaltorhüter automatisch im Blickpunkt. Er soll sich in der kommenden Saison mit Daniel Adamczyk das Regionalliga-Tor der Geißböcke teilen. Adamczyk ist der nächste Rohdiamant, der im Kölner NLZ heranwächst: Deutscher Meister mit der U17, aufgestiegen zum Stammtorhüter der U19 in der vergangenen Saison und mit noch immer nur 17 Jahren nun schon auf dem Sprung in die U21. Der FC hat erst im Mai langfristig mit Adamczyk verlängert. Ein klares Zeichen, dass man ihn als potentiellen Kronprinzen für Horn sieht.

Zwei neue Keeper für die U17

Dahinter rücken weitere Talente auf: Jonas Urbig und Max Hagemoser wechseln aus der U17 in die U19. Beide sind deutsche Junioren-Nationaltorhüter. Ihre Plätze bei der U17 nehmen zwei Neuzugänge ein: Nach GBK-Informationen kommt Mike Dreier von der TSG Hoffenheim ebenso nach Köln wie Ben Dennerlein von Greuther Fürth. Sie alle eint die Hoffnung es beim FC zu schaffen. Sie alle eint aber auch der Blick auf ihre Vorgänger als Zeichen, wie schwer es werden wird. Der 1. FC Köln hat in den letzten Jahren bewiesen, dass die Ausbildung beim FC ein gutes Sprungbrett für Nachwuchstorhüter in den Profifußball sein kann. Einzig den dauerhaften Sprung zu den FC-Profis und ins Bundesliga-Tor hat seit Timo Horn niemand mehr geschafft.

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