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Zwischen Donaueschingen und Köln verläuft der Graben


Während der 1. FC Köln im Trainingslager in Donaueschingen als Einheit auftrat, kamen aus Köln versteckte und öffentliche Angriffe geflogen. Die jüngsten Attacken vor allem auf den Vorstand sollen offenbar den Eindruck erwecken, als seien Werner Wolf und Co. schon fast wieder am Ende. Tatsächlich aber geht es um notwendige Veränderungen. Das gefällt nicht jedem. Schon gar nicht jenen, die den Vorstand hatten verhindern wollen.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Wer in Donaueschingen vor Ort war, konnte keinen anderen Eindruck gewinnen, als dass beim 1. FC Köln äußerlich alles harmonisch zuging. Abgesehen von den finanziellen und personellen Sorgen konnte man einen funktionierenden Fußballklub bei der Arbeit beobachten. Die Spieler trainierten bei besten Bedingungen. Am Rande sah man alle Verantwortlichen in einem ständigen Austausch, intensiv, lange und mitunter herzlich. Von Spannungen keine Spur. Die Vorstände sprachen mit den Geschäftsführern, Aufsichtsrats-Chef Jörn Stobbe schaute vorbei, Vorstandsberater Jörg Jakobs war ebenfalls im Boot, sogar NLZ-Chef Matthias Heidrich reiste an, und das Trainerteam horchte ohnehin immer wieder mit rein. Alles wirkte gesund und im Sinne des Klubs.

Es spricht Bände, woher in dieser Phase die Probleme vornehmlich kamen: nicht von den Verantwortlichen vor Ort, sondern aus Köln, aus der zweiten und dritten Reihe. Einerseits begehrt nun erstmals seit fast einem Jahr wieder jene Riege im Klub auf, die den heutigen Vorstand bereits vor seiner Wahl 2019 hatte verhindern wollen. Die Kündigung von Mediendirektor Tobias Kaufmann wird zum Anlass genommen, einen kommunikativ und zeitlich zwar fragwürdigen, ansonsten aber normalen Vorgang in der Geschäftswelt zu einem Skandal aufzubauschen. Derweil schickt sich Toni Schumacher an, erstmals nach seinem stillosen Abgang auf der Mitgliederversammlung im vergangenen Herbst mit dem Finger auf den neuen Vorstand zu zeigen, als habe dieser all die heutigen Missstände innerhalb des FC alleine zu verantworten und nicht Schumacher selbst, der die Verschwendungen und Fehlentscheidungen der letzten Jahre hauptverantwortlich mitgetragen hatte. Man darf durchaus den Eindruck gewinnen, dass Schumacher nur auf diese Gelegenheit gewartet hat und nun danach dürstet auszurufen: „Hättet ihr doch besser mich gewählt.“ Dahinter versammelt sich so mancher Alt-Internationaler, was die Schumacher-nahe Bild dazu veranlasst von einem „Aufstand der Klub-Legenden“ zu sprechen.

Andererseits gibt es da noch das Schreiben der Abteilungsleiter an den Vorstand, in dem diese ihre Sorgen über die Situation in der Geschäftsstelle zum Ausdruck gebracht haben. Ein ungewöhnlicher Vorgang, jedoch mit einer inhaltlichen Intention: Sie wollen wissen, was der Vorstand plant. Auslöser war freilich die Kaufmann-Entlassung, die ein Gefühl der Angst hatte entstehen lassen. Jene Angst, die viele Arbeitnehmer kennen: Wen trifft es als nächsten? Werner Wolf beruhigte bereits in Donaueschingen. Es gehe nicht um größere personelle Einschnitte, sondern um Veränderungen in den Abläufen. Wer in 28 Jahren nur einmal Fünfter und einmal Neunter geworden sei, dürfe nicht behaupten, alles laufe prima und müsse so bleiben. Die Trennung vom Mediendirektor war aufgrund Kaufmanns besonderer Rolle als Vorstandssprecher und damit als vermeintliche Vertrauensperson des Präsidiums erfolgt. Darüber hinaus will der Vorstand gemeinsam mit der Geschäftsführung, den Abteilungsleitern und auch den Vereinsgremien jedoch keine weiteren, groß angelegten Personalveränderungen vornehmen, sondern neue Regeln für die Zusammenarbeit und die Zuständigkeiten auf allen Ebenen einführen.

Dass dieser Brief der Abteilungsleiter nun instrumentalisiert wird, um im Hintergrund die Kluft zwischen Vorstand und Geschäftsführung größer zu reden, ist nur ein weiterer Hinweis darauf, dass die Wünsche nach personellen Veränderungen nicht vom Vorstand ausgehen, sondern von jenen Personen, die in Donaueschingen nicht zum inneren Zirkel der FC-Bosse gehören durften. Man darf mit Fug und Recht behaupten: So mancher beim 1. FC Köln will in dem Klub keine Ruhe einkehren lassen. Insofern stand das Trainingslager in Donaueschingen auch als Symbol für die Spaltung des FC: Jene, die vor Ort waren, scheinen gewillt gemeinsam an einem Strang zu ziehen und zu versuchen den FC wieder auf Kurs zu bringen. Jene, die nicht vor Ort waren, müssen sich dagegen fragen, ob sie wirklich alles dafür tun, um den Verantwortlichen dabei zu helfen.

34 Kommentare
  1. Micha Kreibl says:

    Im Interesse des Vereins wäre es besser einfach mal abzuwarten wie die Saison verläuft als im voraus schon Unruhe in den Verein zu bringen und alles schlecht zu reden. Kritik ja…aber nicht für persönliche Eitelkeiten sondern für das Wohl des Vereins! Es müssen Veränderungen her, es war schließlich die letzten Jahre nicht alles gut. Ob man jetzt jede einzelne Entscheidung gut findet oder nicht, aber ein bisschen mehr Vertrauen wäre erstmal notwendig um ein bisschen Ruhe im Verein zu haben. Was zählt ist der Klassenerhalt! Dem sollten wir alles andere unterordnen!

  2. Michael Franke says:

    Danke das der Geissblog sich nicht an dieser unsaeglichen Kampagne der „Legenden“ beteiligt.
    Das waren mal Idole meiner Jugend und jetzt? Poestchen jagende Kluengelskoepp denen es ausschliesslich um den eigenen Vorteil geht, widerlich.

          • Gerd1948 says:

            Wo war er denn gewesen nach seiner aktiven Laufbahn 30 Jahre?????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????????

    • Michael Franke says:

      Weder die 3 genannten noch Overath oder Glowacz, Schumacher und Engels aber schon.
      Ich wuerde niemals deren Verdienste als Spieler in Frage stellen und auch nicht ihre Liebe zum FC. Wenn man aber in einer Zeit in der sich der FC in einer so schwierigen Situation befindet, getrieben von den eigenen Eitel- und Begehrlichkeiten, noch Oel ins Feuer giesst dann kann das Wohl des Vereins nicht als Motivation herhalten.
      Die alte Garde hat kaum noch Einfluss im Verein und das schmerzt, keine Frage.
      Man solte aber wissen wann es angebracht ist sich mal zurueck zu nehmen.

  3. Peter Josef says:

    Bei der Kaufmann-Geschichte finde ich ja die Konstruktion etwas merkwürdig. Der Kommunikationschef braucht ein Vertrauensverhältnis zum Präsidium, ist aber den Geschäftsführern weisungsgebunden. Das kann eigentlich nie gut gehen. Ich denke, da muss das Organigramm prinzipiell angepasst werden.

  4. Ankerdensin says:

    Nun, vielleicht ist der Geissblog auch um „Amtshilfe“ gebeten worden, in einer nicht ganz trivialen Situation mit einem pro-Vorstand für ein wenig Ruhe Zu sorgen.
    Aber Fakt ist doch, dass diese Altinternationalen einen Steilpass vom Vorstand und vom Mitgliederrat bekommen haben. Die Bestellung von Herrn Wettich als Vize mag satzungskonform sein, transparent und offen kommuniziert war der Vorgang dennoch nicht. Und eben Transparenz und offene Kommunikation haben sich die Protagonisten aus Vorstand und Mitgliederrat auf die Fahne geschrieben.
    Und wenn ich das „leben“ möchte, dann stelle ich für Alle sichtbar einen Fahrplan mit Terminen und zu liefernden Unterlagen ins Schaufenster, stelle klar wie es dann weitergeht und dann wird entsprechend verfahren. Dann gibt es später kein Nachkarten von egal wem. Es muss sich Niemand erklären, dass eigentlich alles richtig gelaufen ist, nur Stephan Engels etwas nicht richtig verstanden hat etc. Hätte man mit Transparenz alles erledigen können. Und, vom Mitgliederrat gibt es eine Verlautbarung hierzu, von einer Person auf seinem persönlichen Social Media Account. Eine offizielle Stellungnahme des Gremiums gibt es nicht. Und genau da wundert es mich nicht, dass nun wieder Unruhe in den Verein kommt. Ergänzt durch Nebelkerzen, eine virtuelle Mitgliederversammlung wäre schwierig im Sinne des aktiven Mitgestaltens. In Zeiten wie diesen, wo Hauptversammlungen von AG‘s virtuell stattfinden, sollte auch der FC das machen können und wollen. Es sei denn, die Masse der Kritiker des Mitgliederrates z. B. könnte von bestimmten Kreisen als kritisch angesehen werden.
    Was ich sagen möchte, wenn wir demokratisch sein wollen, sollten wir es auch leben und da erwarte ich eben genau die Offenheit, die es geben muss. Aber bei unserem FC sind immer Erklärungen, Statements und Artikel nötig. Und Herr Engels hätte gar kein Forum, wenn er sich früh genug mit den Unterlagen hätte beworben. Leider weiß man nicht, wie genau es war. Deswegen müssen jetzt viele Erklärungen her. Mit den Konsequenzen muss der FC leben. Und da darf auch der Vorstand sich an die eigene Nase fassen.

  5. Harley says:

    Müller – Römer
    Fachanwalt für
    Urheber- und Medienrecht
    Er ist der doch derjenige der beim FC die Fäden zieht . Die Kündigung von Tobias Kaufmann geht wahrscheinlich auch auf seine Kappe. Der Mitgliederrat wird gezielt von Müller- Römer für seine Ziele gesteuert und missbraucht. Von wem wurde der jetzige Vorstand ins Rennen geschickt? Müller – Römer. Alleine seine negative Außendarstellung gegenüber Fans ( Beleidigung ) und der Millionen – Verlust im China – Geschäft durch seine Äußerungen in den Medien müsste doch ausreichend sein um den endlich rausschmeißen. Jetzt soll sein bester Kumpel auch noch Vizepräsident werden . Was ist sein Ziel ? Oder leidet er unter Größenwahn ?

    • Dieter says:

      Kontrolle, nur das ist das Ziel. Der heimliche Diktator damit seine sozialistischen Fantasien im Verein umgesetzt werden ! Mitgliedergeführter Verein ist doch nur der Schwachsinn den man den Leuten erzählt . Walter Ulbricht und Erich Honecker , genau das gleiche, Arbeiter und Bauernstaat hieß es da, ich Wirklichkeit war die Partei der alleinige Machthaber, beim FC hieß das mal FC Reloaded. Und wie sich die Methoden gleichen, demokratische Wahlen mit einem Kandidaten der von MR bestimmt wird ! lächerlich !

      • Otto Schumacher says:

        Man kann den Ausführungen nur beipflichten. Da schlägt der MR 3 Personen vor die soviel fussballsachverstand haben dass es noch einen Kompetenzteam sich bedArzt. Da kann ich nur noch lachen wenn es nicht so traurig wäre. Die Rolle von Herrn Müller Römer ist doch eindeutig. Es werden nur Leute in den Vorstand geschickt die dem Herrn genehm sind bzw seine Interessen vertreten. Und dann von Demokratie zu sprechen ist einfach lächerlich. DER MR sollte dahin geschickt werden wo er hingehört nämlich in die Wüste

  6. Alex Jupp says:

    Man sieht von wo die Unruhe kommt . Nämlich von aussen. Unzufriedene Störenfriede die aktuell beim -zum Glück- nix zu sagen haben, tragen gezielt Unruhe in den Club. Hoffentlich bleibt der Vorstand u der Verein souverän ( und am Ruder).

    • Dieter says:

      Alex Jupp und war das in den letzten Jahren jemals anders, wie lief das noch mal bei Overath ? regelrechte Medienschlachten und Schmutzkampangnen von außen, von Reloaded und anderen Vollspastis. Was damals außen war ist jetzt innen , und ich finde es absolut ok das man sich revanchiert für das was jahrelang gelaufen ist, in der Spinner Zeit genauso , ewiges Störfeuer bis das die Sippe um MR ihre Leute im Vorstand plaziert hatten, und jetzt kriegen die hoffentlich alles zurück, mit bahrer Münze ! Sportlich, tut sich eh nix, wir bleiben Fahrstuhl, egal welchen Vorstand MR bestimmt !

  7. Jose Mourinho says:

    Nach diesem Artikel weiß man zumindest, wie neutrale Berichterstattung nicht aussieht. Was die BLÖD für die eine Seite macht, passiert dann hier für die Anderen. Es ist wohl eine nicht alltägliche Sache, wenn sich Führungskräfte der mittleren Ebene zu so einem Brief an den Vorstand genötigt sehen. Herr Kaufmann wurde allseits geschätzt und Wolff hat auch rein garnichts vorgebracht, was die abmahnungslose Kündigung eines unbefristeten Arbeitsverhältnisses rechtfertigen würde. Bin gespannt, wie das Arbeitsgericht dies beurteilt. Wenn der Vorstand mal in irgendeiner Form positiv in Erscheinung treten würde, hätten die „Altinternationalen“ auch keine Munition. Aber stattdessen ist ja erstmal wichtig, sich in kölscher Klüngelmanier für Herrn Wettich einzusetzen. Und nein, ich glaube auch nicht, dass Engels eine gute Lösung gewesen wäre. Die große, weite Welt hätte aber sicher noch irgendwo einen kompetenten Kandidaten ausgespuckt, wenn man denn mal ernsthaft gesucht hätte. Aber da wollte der MR dann doch lieber den Ex-Vorsitzenden pushen. Man muss sich bei solchem Vorgehen nicht wundern, wenn keine Ruhe in den Club kommt. Da kann man nur hoffen, dass sich Heldt, Gisdol und das Team davon nicht beeinflußen lassen.

  8. DeKa says:

    Ich könnt nur noch lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Der MR und SMR haben mit ihrer fest zementierten Satzung den Effzeh im Würgegriff. Denjenigen, die seinerzeit für dieses unsägliche FC-Reloaded gestimmt haben, müsste man heute noch um die Backen hauen. Wie dem auch sei, den MR und SMR wird man so schnell nicht wieder los.

    • Dieter says:

      Ich meinen Augen war das bei all den Schmutzkampagnen durch Reloaded doch absehbar was es für Typen sind die dahinter stehen, die haben den Untergang des WO geplant und der war völlig chancelos da die Kölner Medien mit dem Klüngel um MR mit im Bunde waren. Völlig Kopflos den Untergang dann gewählt, der IQ der FC Fans ist nunmal wie die Bevölkerung insgesamt, was sich sich ja bei politischen Wahlen genauso zeigt. Man wählt seinen Untergang und beklatscht es noch. War 1933 schon so und alles wiederholt sich, leider. Es müsste doch auffallen das es beim FC genauso läuft wie in Deutschland insgesamt, man spaltet das Volk/Mitglieder und dann geht alles den Bach runter, Zwietracht bringt alles und jede Organisation, Volk, Verein oder Land zu Fall, geschichtlich erwiesen ! Und dann noch verkünden das man wieder die Menschen zusammenbringen will, alles nur Worthülsen, da wie dort ! Jede Woche ein neues polarisierendes Thema, dann geht es weiter abwärts. Eine solche Zwietracht unter den Fans beim FC hab ich in 45 Jahren noch nicht erlebt, und das geht seit Reloaded so und immer weiter. Selbst damals bei Artzinger Bolten war sich die Fangemeinde relativ einig.

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