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Mit Zuversicht, aber ohne Neuzugänge in den DFB-Pokal


Der 1. FC Köln wird ohne Neuzugänge sein erstes Pflichtspiel der Saison bestreiten. Wenn die Geißböcke am Samstag im DFB-Pokal die VSG Altglienicke im RheinEnergieStadion empfangen, wird Trainer Markus Gisdol jenen Spielern vertrauen und Zuversicht schenken, die den FC in der letzten Saison in der Liga gehalten haben. Ein Erfolgserlebnis soll die Probleme der letzten zwei Wochen vergessen machen.

Köln – Wenn man sich den aktuellen Kader ansieht, fällt auf: Nur auf einer einzigen Position unterscheidet sich der 1. FC Köln von jenen erfolgreichen Wochen Anfang des Jahres, als der FC in der Liga von Sieg zu Sieg eilte. Mark Uth gehört nicht mehr zum Aufgebot. Ansonsten sind sie noch alle da: Horn, Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach, Skhiri, Hector, Thielmann, Jakobs, Cordoba. Klar, Florian Kainz fehlt den Geißböcken, Uth genauso. Doch in weiten Teilen hat Markus Gisdol weiter jenen Kader beisammen, der in der letzten Saison zeitweilig gezeigt hatte, dass sehr wohl erfolgreicher Fußball möglich ist.

Kritiker mögen nun anmerken, dass genau derselbe Kader mit Uth und Kainz nach der Corona-Unterbrechung wochenlang enttäuscht hatte. Doch von solch negativen Sichtweisen hält Gisdol ebenso wenig wie Sportchef Horst Heldt. Das Duo ist auffällig daran interessiert, alle Probleme mit einem Lächeln beiseite zu schieben. Der Grund ist kein Mysterium: Der 1. FC Köln will gegen die VSG Altglienicke kein Pokal-Waterloo erleben, sondern mit einem Sieg einen Schuss Selbstvertrauen für die Bundesliga tanken. Eine Niederlage wäre in der jetzigen Phase verheerend, vielmehr soll der Einzug in die zweite Pokal-Runde für Ruhe und Stabilität beim FC sorgen.

Seit zwei Wochen kein reguläres Training mehr

Allen Verantwortlichen ist bewusst, wie heikel die Situation ist. Nach dem geplatzten Mamba- und dem verzögerten Limnios-Transfer wird der FC nicht nur ohne Neuzugänge in die Partie gehen. Auch die letzten zwei Wochen auf dem Rasen verliefen nicht mehr so wie die positiven Wochen zu Beginn der Vorbereitung. Erst die Kainz-Verletzung, dann das 0:3 im Test gegen Wolfsburg, anschließend die ausgefallene Generalprobe gegen Utrecht bzw. Uerdingen, die zahlreichen fehlenden Spieler im Training (Verletzte, Angeschlagene, Nationalspieler). Seit zwei Wochen ist praktisch kein reguläres Training mehr auf höchstem Niveau möglich. Erst am Donnerstag, wenn alle Nationalspieler wieder zurück sind und die U21-Trainingsspieler (Strauch, Dietz, Petermann) zur Regionalliga-Elf zurückversetzt wurden, kann Gisdol wieder an fußballerischen Feinheiten arbeiten. Wahrlich kein optimaler Verlauf der so wichtigen Vorbereitung für die Geißböcke.

Und doch sprechen alle Verantwortlichen und Spieler von einer guten Vorbereitung, von guten Trainingseinheiten, von einem guten Kader. Das liegt freilich in der Natur der Sache. Peter Stöger prägte in Köln einst den Satz: „Ich habe noch nie einen Trainer in der Vorbereitung sagen hören: ‚Alles läuft scheiße!'“ Ein anderer ehemaliger FC-Trainer sagte vor gerade einmal einem  Jahr: „Es gibt keine Alternative zum Optimismus.“ Wortwörtlich wird Markus Gisdol dies wohl nicht wiederholen. Sehr wohl aber wird er sich inhaltlich seinen Vorrednern anschließen, wenn er sich am Donnerstag erstmals in dieser Saison in einer Spieltags-Pressekonferenz wieder den Fragen der Journalisten stellen wird. Der 51-jährige wird aus der Not eine Tugend, aus Zweifel Zuversicht, aus Kritik Selbstvertrauen machen. Denn das ist es, was der FC jetzt dringend braucht. Eine positive Grundstimmung, ein positives Ergebnis am Samstag, und wenn möglich im Anschluss daran ein positives Signal in Sachen Kaderplanung.

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