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Millionen-Deal als Fingerzeig? Was der Telekom-Einstieg bedeutet


Der 1. FC Köln stellt seine Sponsoren-Landschaft schrittweise um. Nachdem UPS in diesem Sommer die Deutsche Post als Mobilitätspartner abgelöst hat, wechseln die Kölner ein Jahr später ihren Technologiepartner. Wie die Geißböcke am Donnerstag bekannt gaben, steigt die Deutsche Telekom ab 2021 beim FC als Exklusiv-Sponsor ein und übernimmt den Platz von NetCologne. Ein Millionen-Deal als Fingerzeig?

Köln – Die Bekanntgabe von Sponsoren-Vereinbarungen ist immer gespickt von Worten wie „Synergieeffekte“, „Innovationen“ oder „Win-Win-Situation“. Im Falle der nun vereinbarten Kooperation zwischen dem 1. FC Köln und der Deutschen Telekom umschließt dies zudem Ausdrücke wie „Augmented Reality“ oder „360-Grad-Stadion-Erlebnis“. Für mindestens drei Jahre werden die Bonner Magenta-Farben beim FC zu sehen sein, vor allem aber soll sich im Hintergrund bei den Geißböcken einiges verändern. Die Geschäftsstelle sowie alle Digitalangebote der Geißböcke werden künftig von der Telekom verwaltet, darüber hinaus will der FC seine virtuelle Fußballwelt mit Leben füllen und damit – vor allen Dingen – Geld verdienen.

Der Wechsel ist nicht nur bemerkenswert, weil die Geißböcke für drei Jahre rund sieben Millionen Euro erhalten sollen und damit deutlich mehr als von NetCologne (ca. 1,5 Mio. pro Jahr). Auch ist das Ende der Partnerschaft mit NetCologne nach immerhin 23 Jahren ungewöhnlich. Das Kölner Telekommunikationsunternehmen war immerhin seit seinem Markteintritt 1998 Partner der Geißböcke. Nun wechselt der FC zur Telekom, die bis dato nur beim FC Bayern in großem Stile auftrat. Das Bonner Unternehmen rückt damit in die Riege der Großkonzerne, die den 1. FC Köln unterstützen.

Neue Geschäftsfelder mit der Telekom

Mit der Telekom, UPS, Ford und der REWE zählen künftig vier internationale Schwergewichte zu den Partnern der Geißböcke. Mit der Telekom verbindet den FC zudem die Partnerschaft in der eSport-Szene – und dies dürfte wohl auch die perspektivisch wichtigste Verbindung zwischen beiden Unternehmen sein. Die Telekom hält ebenso wie der FC 25 Prozent an der Kölner eSport-Firma SK Gaming. Weitere Beteiligte sind Mercedes-Benz und der SK-Gaming-CEO Alexander Müller. Der FC will nicht nur im eSport perspektivisch Geld verdienen, sondern im gesamten digitalen Markt. Im Zuge der internationalen Umrüstung auf den 5G-Mobilfunkstandard wollen die Geißböcke dabei mit dem europäischen Marktführer zusammenarbeiten – und mitverdienen. Dass der FC schon länger in Digital-Startups investiert, ist bekannt. Die Kooperation mit der Telekom ist daher ein weiterer Schritt, um neue Geschäfts- und Umsatzfelder zu erschließen.

„Wir sind stolz, dass wir mit der Telekom einen Weltkonzern für die Zusammenarbeit mit dem FC begeistern konnten“, sagte daher auch FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle bei der Bekanntgabe des Deals. Klaus Werner, Finanz-Geschäftsführer der Telekom, ergänzte: „Wir wollen gemeinsam mit dem FC aufregende und innovative Anwendungen für die Fans entwickeln. Wir wollen den Fans des 1. FC Köln ein vollständig virtuelles Spiel mit einem ganz besonderen Erlebnis des Dabeiseins ermöglichen.“ Wie dies aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Wann dieses Angebot marktfähig sein wird, ebenfalls noch nicht. Doch klar ist: Die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA soll künftig nicht mehr nur mit dem Fußballgeschäft auf dem grünen Rasen Geld verdienen.

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