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Andersson frustriert: So bleibt der Angreifer ohne Wirkung


Saisonübergreifend wartet der 1. FC Köln nun schon eine komplette Halbserie auf einen dreifachen Punktgewinn. Das 1:1 (0:0) gegen Werder Bremen war so unnötig wie glücklich, da die Kölner offensiv praktisch nichts zustande brachten und hinten erneut ein teures Geschenk verteilten. Ein Spieler war am Ende besonders frustriert: Angreifer Sebastian Andersson hatte 90 Minuten in der Luft gehangen.

Bremen/Köln – Wann platzt beim 1. FC Köln endlich der Knoten? Selbst das geschenkte Tor durch Bremens Kapitän Niklas Moisander konnte den Kölnern nicht zum Sieg verhelfen. Trotz Führung verspielten die Geißböcke am Ende die drei Punkte, nachdem Sebastiaan Bornauw völlig unnötig mit ausgestrecktem Arm in eine Flanke von Chong gegangen war. Dabei hätte ein solch dreckiger Sieg in Bremen den Geißböcken durchaus Schwung für die kommenden Wochen und vor allem die lange Pause von 16 Tagen bis zum nächsten Spiel gegen Union Berlin geben können.

Haben den Ball nur hinten raus geschlagen

Bei Werder Bremen zeigte man sich nach der Partie überrascht, wie tief die Kölner aufgetreten waren. Der FC hingegen hatte sich genau das vorgenommen, um gegen die spielstarken Werderaner die Räume dicht zu machen und hinten kompakt zu stehen. Sehr zum Leidwesen von Angreifer Sebastian Andersson, der über die kompletten 90 Minuten völlig in der Luft hing und lediglich zu einer guten Chance kam. Nach einem abgeblockten Schuss in der 51. Minute brachte Marius Wolf in der 62. Minute aus dem Halbfeld eine Flanke auf den Schweden, der aber mit dem Kopf zu wenig Druck hinter den Ball brachte und Pavlenka vor keine Probleme stellte. Diese Szene sollte gleichzeitig auch die einzige Kölner Torannäherung aus dem Spiel heraus bleiben.

„Wir haben nach vorne nicht viel kreieren können“, erklärte Andersson nach dem Spiel hinsichtlich der defensive Ausrichtung des FC. Der 29-jährige wirkte dabei sichtlich frustriert, kam er doch in den 90 Minuten lediglich auf 25 Ballaktionen. „Es ist schwierig zu sagen, was jetzt in der Länderspielpause passieren muss“, zeigte sich der Neuzugang ratlos. „Man sieht, dass wir kein Selbstvertrauen haben. Wir haben das Spiel nach der Führung völlig aus der Hand gegeben und den Ball nur noch hinten raus geschlagen.“ Einen geordneten Spielaufbau suchte man nach dem 1:0 noch vergeblicher als vor der Führung. Der FC gab nach dem Moisander-Eigentor keinen einzigen Torschuss mehr ab. Bezeichnend, dass die Geißböcke am Ende froh sein konnten, überhaupt noch einen Punkt mit nach Hause genommen zu haben.

Wir müssen extrem am Spiel nach vorne arbeiten

Anderssons Ratlosigkeit war daher begründet. Seine Mitspieler ließen den eigentlich als Zielspieler starken Schweden komplett hängen, die wenigen hohen Bälle, die in seine Richtung flogen, waren eher planlos nach vorne geschlagen, das Nachrücken aus dem Mittelfeld war praktisch inexistent. So wurde Rafael Czichos nach dem Spiel auch deutlich, was in den kommenden Trainingseinheiten am Geißbockheim passieren muss. „Wir müssen extrem am Spiel nach vorne arbeiten, weil wir zu hektisch und ungenau sind“, erklärte der Innenverteidiger, der nach Timo Horns Auswechslung die Kapitänsbinde übernommen hatte.

Das Spiel in Bremen hat dabei ein erneut deutlich gemacht: Vor dem FC liegt viel Arbeit, will man die Sieglos-Serie schon bald brechen und wieder Spiele für sich entscheiden. Mit Sebastian Andersson werden die Kölner dabei aber kaum am Offensiv-Spiel feilen können. Zwar reist der Schwede nicht zu seiner Nationalmannschaft, wird aber erneut für eine Behandlung nach München erwartet. „Ich werde nicht so viel trainieren, weil ich meine Knieprobleme behandeln lassen muss“, kündigte Andersson nach dem Spiel bereits an. Eine Aussage, die den Zustand des 1. FC Köln im November 2020 treffend zusammenfasst.

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