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Mit der Ausrede fehlender Fans muss endlich Schluss sein


Die Corona-Pandemie tobt in Deutschland nun schon seit neun Monaten. Genau so lange stümpert der 1. FC Köln durch die Bundesliga und gewinnt kein einziges Spiel mehr. Doch noch immer nennen die Verantwortlichen als einen der Hauptgründe für dieses sportliche Versagen das Fehlen der Fans im Stadion. Mit dieser Ausrede muss endlich Schluss sein.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Wer am Mittwoch das Interview des FC-Präsidenten Werner Wolf in der Bild las, musste sich schon wundern. Auf die Frage, wie er die aktuelle Situation des Klubs bewerte, führte Wolf als erstes die fehlenden Fans ins Feld. Erst danach erklärte er: „Das ist aber nicht unser einziges Problem.“

In dieser Saison kaum noch Spiele vor Zuschauern

Böse Zungen behaupten, so mancher Fan sei in diesem Moment erleichtert gewesen. Immerhin scheint der sportliche Niedergang nicht nur am Fehlen der Zuschauer zu liegen. Tatsächlich muss man die Verantwortlichen aber fragen, wie lange sie diesen inhaltsleeren Grund weiterhin anführen wollen für das wöchentliche Versagen der Mannschaft auf dem Platz. Zumal auch in 2021 noch viele Monate der Großteil der Fans nicht in die Stadien wird zurückkehren dürfen. Ausverkaufte Häuser wird man in dieser Saison, da muss man kein Prophet sein, wohl nicht mehr sehen.

Die Frage darf also durchaus lauten: Wie lange will man mit dieser nicht haltbaren Ausrede noch für Alibis bei den Spielern sorgen? Oder will man am Ende der Saison den Abstieg mit den Worten kommentieren: „Aber die Fans konnten uns ja nicht helfen…“? Für alle Bundesliga-Klubs herrschen aktuell die gleichen Bedingungen im Stadion. Doch außer Schalke präsentiert sich kein einziger Bundesligist seit Monaten derart erschütternd wie der FC. Nur noch einmal zur Erinnerung: In den letzten 18 Bundesliga-Spielen haben die Geißböcke gerade einmal sieben Punkte geholt. Sind daran wirklich zu allererst die leeren Ränge schuld?

Wenigstens keine Pfeifkonzerte für die Spieler

Am Sonntag konnten die Spieler sogar froh sein, dass gegen Union Berlin keine Fans im Stadion waren. Das gellende Pfeifkonzert, das spätestens beim 0:1 eingesetzt hätte, hätte die Mannschaft noch viel mehr verunsichert als sie ohnehin schon ist. Vielmehr sollten die FC-Bosse das tun, was die Fans derzeit nicht von den Tribünen und Kurven aus von Mannschaft und Trainer einfordern können: Leidenschaft und Konzentration in Kombination mit harter Arbeit an den vielen Mängeln, die nur allzu offensichtlich sind und die nichts damit zu tun haben, dass die Südkurve aktuell keine „Come on, Effzeh!“-Gesänge anstimmen kann.

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