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Schumacher über Gisdol: „Ein General, dem die Truppe nicht folgt“


Bei den Bossen des 1. FC Köln hat die schockierende Pleite gegen den 1. FC Union Berlin offenbar zu einem Umdenken geführt. Markus Gisdol ist plötzlich nicht mehr unantastbar, steht nun unter Druck, muss nun praktisch sofort liefern und eine Veränderung herbeiführen. Ex-Vizepräsident Toni Schumacher sieht das ähnlich, wenngleich er wie auch die aktuelle Klubführung die Spieler in die Pflicht nimmt. Doch am Ende dürfte es auf dasselbe hinauslaufen.

Köln – In einem Gastbeitrag für den kicker am Donnerstag zeigte sich Schumacher „einigermaßen erstaunt“ über die fehlende Kommunikation auf dem Platz, die bekanntlich in Corona-Zeiten aufgrund der fehlenden Zuschauer gut zu hören ist – oder eben auch nicht. „Die meisten Teams sind verbal mehr als deutlich unterwegs. Da wird geschrien, angefeuert, kritisiert, gelobt, protestiert. Kurz: Da wird gelebt“, schrieb Schumacher und blies damit ins gleiche Horn wie die FC-Verantwortlichen. „Nichts von alledem erlebe ich beim 1. FC Köln. Dafür: Friedhofsruhe, Stille, Sprachlosigkeit.“

Nach dem 1:2 gegen Union hatten Gisdol und Heldt beklagt, dass die Spieler auf dem Rasen zu ruhig seien. Für Schumacher jedoch ist die Ruhe während der Spiele auch ein Warnsignal für das professionelle Verhalten der Spieler über die 90 Bundesliga-Minuten am Wochenende hinaus. Von außen, so Schumacher, habe er „das alarmierende Gefühl, dass die intensive Auseinandersetzung mit dem Job fehlt“ und man sich zu sehr in Alibis flüchte. Der FC hatte in den vergangenen Wochen einen Balanceakt versucht: Heldt, Gisdol und Co. hatten berechtigte Gründe angeführt, warum der Saisonstart in die Hose gegangen war, um den Druck vom Trainerteam zu nehmen. Damit schafften sie den Spielern jedoch das perfekte Alibi für die wöchentlichen Enttäuschungen in der Liga.

Nach dem Anpfiff ist Gisdol zu oft ein König ohne Reich

Der Ton beim FC hat sich nun verändert. Doch wird es helfen? Der scheinbar übermächtige Gegner heißt am Samstag Borussia Dortmund. Die letzten beiden Partien beim BVB verlor der FC mit 1:5 und 0:5. Eine solche Pleite dürfte Gisdol den Job kosten, dafür muss man inzwischen kein Prophet mehr sein. Helfen können da nur noch die Spieler, meinte auch Schumacher. „Nach dem Anpfiff ist er (Gisdol) zu oft ein König ohne Reich. Ein General, dem die Truppe nicht folgt.“ Dem Trainer wollte Schumacher dafür die Schuld zwar nicht geben. Doch das Zeugnis ist trotzdem verheerend. Wenn die Mannschaft einem Trainer nicht folgt, ist dies eigentlich das Ende der Zusammenarbeit. „Entscheiden können das nur die Spieler“, schrieb Schumacher. Am Samstag ab 15.30 Uhr wird man sehen, ob der Bundesliga-Rekordspieler des 1. FC Köln und einstige Weltklasse-Torhüter Recht behält.

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