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Trainerdiskussion? „Mich interessiert nur Dreier- oder Viererkette“


Wie geht der 1. FC Köln mit dem Druck vor dem Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund um? Sportchef Horst Heldt muss mehr denn je analysieren, ob Markus Gisdol noch der richtige Trainer für die Geißböcke ist. Der Chefcoach darf sich derweil nicht von den Diskussionen um seine Person ablenken lassen, will er mit dem FC doch noch die Wende schaffen, die ihm immer weniger Beobachter rund um den FC zutrauen.

Köln – Markus Gisdol kann sich sicher sein: Sollte der 1. FC Köln am Samstag gegen 17.20 Uhr jubeln den Rasen bei Borussia Dortmund verlassen, hätte er zumindest für diesen Augenblick alle FC-Fans auf seiner Seite. Sollte es nicht zum Überraschungserfolg reichen, würde es um seine Person jedoch immer enger werden. Es scheint ein offenes Geheimnis, dass Gisdol bei einer deutlichen Niederlage kaum mehr zu halten wäre. Doch was würde es helfen, wenn der FC sich gut präsentieren und doch verlieren würde? Und sei es ähnlich knapp wie gegen den FC Bayern?

Werden eine Mini-Niederlage nicht als Erfolg zu verbuchen

„Wir fahren nicht nach Dortmund, um eine Mini-Niederlage als Erfolg zu verbuchen“, stellte Sportchef Horst Heldt am Donnerstag auf der virtuellen Spieltags-Pressekonferenz vor dem Duell beim BVB klar. „In jedem Spiel gibt es auch für einen klaren Aussenseiter die Chance etwas mitzunehmen.“ Heldt wurde am Donnerstag nicht müde zu betonen, dass alle Verantwortlichen im Klub weiter davon überzeugt seien, gemeinsam mit Gisdol die Wende schaffen zu können. Das muss der Geschäftsführer Sport allerdings auch sagen. Alles andere müsste eine sofortige Trennung von Gisdol zur Folge haben.

Insofern gilt nur die Frage: Was passiert, sollte es am Samstag in Dortmund nicht zu etwas Zählbarem reichen? Heldt ließ sich nicht hinreißen, dem Trainer ein Ultimatum, eine Frist oder eine Punktevorgabe für die nächsten Spiele zu machen. Gisdol derweil ließ sich nicht hinreißen, etwas anderes zu betonen, als dass er sich gänzlich auf die bevorstehende Aufgabe vorbereite und nichts Außergewöhnliches im Training oder in der Ansprache verändern würde. Im Misserfolg, so Gisdol, neige man dazu sich den Rucksack noch voller zu laden, anstatt sich an das Gute aus der Vergangenheit zu erinnern. Das Spiel gegen den FC Bayern müsse als Vorbild dienen, nicht die Leistung gegen Union Berlin. Beide Spiele gingen mit 1:2 verloren, doch die Gesichter des FC hätten unterschiedlicher nicht sein können.

Alle Energie auf Samstag

Welches Gesicht der FC als Underdog beim BVB zeigen wird, wird man erst am Samstag ab 15.30 Uhr sehen. Gisdol jedoch wollte am Donnerstag weder den Stab über seiner Mannschaft brechen noch bejahen, dass ihm die Diskussion um seine Person nahe ginge. „Spielt Dortmund mit Dreier- oder Viererkette? Das sind die entscheidenden Fragen für mich in dieser Woche“, sagte Gisdol. „Wir alle wollen Spiele gewinnen. Da bin ich der allererste. Wir wollen mit dem Verein den Klassenerhalt schaffen, wollen es umbiegen. Dafür wende ich alle Energie auf. Ich bewerte keine Aussagen anderer Menschen, sondern befasse mich mit meinen Aufgaben auf dem Platz und mit meiner Mannschaft. Das ist meine Arbeit.“ Am Samstag wird sich zeigen, ob dies genügt.

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