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Auf den Tag genau: Thielmann macht es wie Podolski


20 Spiele lang musste Jan Thielmann auf seinen ersten Treffer in der Bundesliga für den 1. FC Köln warten. Gegen den VfL Wolfsburg konnte der 18-jährige schließlich endlich jubeln. Gleichzeitig machte der Offensivspieler sein wohl bestes Spiel bei den Profis. Mit seinem Treffer zum 1:0 gelang dem Youngster sogar eine erstaunliche Parallele zu Lukas Podolski. 

Köln – 18 Jahre, sechs Monate und 10 Tage war Jan Thielmann am Samstag bei seinem Premierentreffer in der Bundesliga jung. Damit folgte der Kölner Offensivspieler einem anderen Kölner Eigengewächs, welches am Ende eine bedeutende Karriere hingelegt hat: Lukas Podolski. Auch der Weltmeister von 2014 begann seine Karriere schon in jungen Jahren beim FC und war bei seinem ersten Bundesliga-Tor gegen Hansa Rostock ebenfalls 18 Jahre, sechs Monate und zehn Tage jung. Thielmann und Podolski sind damit gemeinsam die drittjüngsten Torschützen in der Historie des FC. Einzig Pierre Littbarski und Klaus Kösling waren noch jünger.

Meine Freude hat man mir angesehen

Ob Thielmann in einigen Jahren auf eine ähnlich erfolgreiche Karriere zurückblicken kann wie Lukas Podokski, wird sich zunächst noch zeigen müssen. Doch in den letzten Spielen hat der gebürtige Trierer gezeigt, dass er sich auf hohem Niveau entwickeln kann und sich immer besser in der Bundesliga zurechtfindet. Nach einem guten Auftritt im ersten Saisonspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim folgte zwar eine schwache Leistung gegen Arminia Bielefeld, die ihm fortan zunächst wieder die Joker-Rolle zugetragen hatte. Gegen Borussia Dortmund vertraute Markus Gisdol seinem Youngster dann aber wieder von Beginn an. Anders als noch im Januar trat Thielmann beim BVB zuletzt ohne Angst auf, war zudem enorm fleißig und aggressiv. So war es nur wenig verwunderlich, dass Gisdol den 18-jährigen auch gegen den VfL Wolfsburg wieder von Beginn an brachte. Nicht nur, dass der Deutsche U17-Meister von 2019 dabei eines seiner besten Spiele ablieferte, krönte der Mittelfeldspieler seine Leistung auch endlich mit seinem ersten Bundesliga-Tor. Nach einer Hereingabe von Salih Özcan versenkte Thielmann den Ball im langen Eck. „Es war ein bisschen glücklich, dass der Ball noch abgefälscht wurde“, gab der Torschütze nach dem 2:2-Unentschieden zu. „Aber das Glück muss man auch erstmal haben. Meine Freude hat man mir dann glaube ich auch angesehen“, lachte Thielmann. Tatsächlich ließ der Youngster seine Erleichterung mit einem beherzten Schrei im Kreise seiner Mitspieler raus. Groß zelebrieren wollte Thielmann seinen Treffer aber nicht: „Der wird jetzt zuhause mit meiner Freundin gefeiert.“ Auch innerhalb der Mannschaft dürfte das Debüt-Tor Thielmanns nicht allzu lange zelebriert werden. „Wir haben da nichts vorbereitet“, sagte Markus Gisdol schmunzelnd, ohne aber die Leistung seines Schützlings außer Acht zu lassen: „Jan hat ein Lob verdient. Er arbeitet unglaublich konsequent an seiner Entwicklung. Er macht nebenher noch das Abitur, und wenn ich nebenher sage, weiß jeder, wie viel Energie das verlangt. Er ist ein vorbildlicher Profi mit einem klaren Kopf, deswegen macht es Spaß, wenn er sich so entwickelt.“

Jan hat vielleicht sein bestes Spiel gemacht

Überhaupt zeigte sich der Kölner Offensive mit Thielmann und Duda als falsche Neun in den vergangenen beiden Spielen deutlich gefährlicher als noch in den Partien zuvor. Duda war an drei der letzten vier Kölner Toren direkt oder indirekt beteiligt, Thielmann brachte den FC gegen Wolfsburg zumindest in Führung. „Beide sind sehr mannschaftsdienlich und fleißige Arbeiter in der Umschaltbewegung“, freute sich Gisdol über die zuletzt aufsteigende Leistung des Duos. „Jan hat unabhängig von seinem Tor sein vielleicht bestes Spiel gemacht. Mal schauen, was wir aus dieser Konstellation noch machen können in den nächsten Wochen“, sagte der Trainer auch hinsichtlich Thielmanns und Dudas Flexibilität auf den Offensivpositionen. Thielmann selbst zumindest hofft nun, dass sich der Knoten bei ihm nach seinem ersten Bundesliga-Tor nun endlich gelöst hat: „Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächste Woche.“

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