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Unzufriedener Modeste muss sich weiter gedulden


Er war monatelang nicht fit, doch jetzt scheint es Anthony Modeste nicht mehr erwarten zu können wieder auf die Bundesliga-Bühne zurückzukehren. Dem Franzosen des 1. FC Köln blieb am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (2:2) eine Last-Minute-Einwechslung verwehrt, woraufhin der 32-jährige frustriert in die Kabine stapfte. Schon gegen Borussia Dortmund war dem Stürmer kein ausgelassener Jubel über den Sieg seiner Mannschaft anzusehen gewesen.

Köln – Markus Gisdol hatte Anthony Modeste in der Nachspielzeit zur Ersatzbank gerufen. Der Angreifer zog sein Trikot mit der Nummer 27 über, bekam letzte taktische Anweisungen. Dann stand er an der Seitenlinie. Die dreiminütige Nachspielzeit war noch nicht vorüber, Gisdol wollte noch einmal Zeit von der Uhr nehmen und Modeste für den Mann des Spiels, Jan Thielmann, einwechseln. Doch dazu kam es nicht. Ehe die Einwechslung vollzogen werden konnte, pfiff Schiedsrichter Sven Jablonski ab.

Modeste kann sich nicht so recht über FC-Aufschwung freuen

„Ich kann jeden Spieler verstehen, der sauer ist, wenn er nicht spielt“, sagte Markus Gisdol hinterher. „Ich hätte Tony gerne noch gebracht.“ Wenige Minuten zuvor hatte Gisdol mit dem Schweden Sebastian Andersson einen anderen Mittelstürmer zuerst eingewechselt. Modeste kam so letztlich nicht mehr auf seinen dritten Kurzeinsatz der Saison. Eine Einwechslung in der Schlussminute gegen Eintracht Frankfurt und ein 20-minütiger Einsatz beim VfB Stuttgart blieben somit die bislang einzigen Leistungsnachweise für Modeste in dieser Saison.

Eine Saison, die sich der 32-jährige bislang sicher gänzlich anders vorgestellt hatte. Nachdem Modeste in der Schlussphase der vergangenen Spielzeit mit drei Toren aufsteigende Form gezeigt hatte, war er die gesamte Vorbereitung ausgefallen. Nach seinem Comeback verletzte er sich erneut und trainiert erst seit zwei Wochen wieder voll mit der Mannschaft. Dem Franzosen fehlt körperlich noch einiges, um in der Bundesliga über 90 Minuten spielen zu können. Doch dass sich bei Modeste eine Menge Frust angesammelt hat, war nicht erst am Samstag gegen Wolfsburg zu spüren. Schon in Dortmund war es dem Angreifer schwer gefallen, mit Schlusspfiff den ersten Sieg seit März in ausgelassenem Jubel zu zeigen. Während die Mitspieler und Trainer um ihn herum sich in die Arme gefallen waren, war Modeste zunächst lediglich mit vor der Brust verschränkten Armen stehen geblieben. Ein Symbolbild für die Situation, in der sich Modeste befindet.

Hat Gisdol ein neues Sturmduo gefunden?

Der Topverdiener der Geißböcke weiß allerdings selbst, dass er aktuell keine Ansprüche stellen kann auf mehr Einsatzzeiten zu kommen. Modeste muss vielmehr erst einmal gänzlich fit werden und dies dann auch bleiben. Markus Gisdol scheint derweil mit Ondrej Duda und Jan Thielmann ein neues Sturmduo gefunden zu haben. „Beide sind sehr mannschaftsdienlich und fleißige Arbeiter. Mal schauen, was wir aus dieser Konstellation noch machen können in den nächsten Wochen“, sagte Gisdol, weshalb es selbst Sebastian Andersson schwer haben wird, sofort wieder in die Mannschaft zu kommen. Und dabei liegt der Schwede in Sachen Fitness und Trainingswochen noch deutlich vor Modeste. Es bleibt also zunächst keine einfache Situation für Modeste, der seinen Status als Starstürmer beim FC auch nach dem Abgang von Jhon Cordoba nicht wieder zurückgewinnen kann.

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