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Dreierkette bleibt eine Option – aber mit welchem Personal?


Im 3-4-3 zum Erfolg: So arbeitete, lief, mauerte und konterte sich der 1. FC Köln bei Borussia Dortmund zum ersten Bundesliga-Sieg der Saison. Nun soll es so weitergehen. Am Samstag treffen die Geißböcke auf den VfL Wolfsburg. Die Erfahrungen mit den Wölfen sind gemischt. Doch der FC will das wiedergewonnene Gefühl siegen zu können nicht direkt wieder einbüßen.

Köln – Als der VfL Wolfsburg in der Sommer-Vorbereitung ins Franz-Kremer-Stadion kam und 3:0 gegen den FC gewann, wirkte die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner und Sportchef Jörg Schmadtke wie eine Erwachsenen-Truppe, die eine talentierte, aber körperlich chancenlose Kölner Nachwuchs-Mannschaft in die Schranken gewiesen hatte. Der FC war den Wölfen körperlich komplett unterlegen gewesen, die hochgewachsenen, bulligen und knallharten Spieler aus der Autostadt hatten gerade in den Zweikämpfen jederzeit das Spiel im Griff gehabt.

Die Dreierkette ist keine Sensation

Doch auch an ein anderes Spiel mag so mancher FC-Spieler noch denken: an das 3:1 im vergangenen Januar zuhause, in dem Wout Weghorst in den ersten Spielminuten noch mehrere Großchancen für Wolfsburg liegen ließ, ehe Jhon Cordoba (2) und Jonas Hector den FC zum Sieg schossen. Die Geißböcke hatten damals den Schwung aus den Siegen vor Weihnachten mit in die Rückrunde genommen und sich in den folgenden Wochen immer weiter von der Abstiegszone entfernt. Überhaupt hat der FC die letzten drei Spiele zuhause gegen den VfL allesamt gewonnen, ist fünf Spiele in Müngersdorf gegen Wolfsburg unbesiegt. Kein Grund also, an einem weiteren Erfolg am Samstag zu zweifeln.

Gut möglich, dass Markus Gisdol dann erneut auf die neue Taktik zurückgreift, auf das 3-4-3 mit einer stabilen Defensive um Sebastiaan Bornauw und nun auch Sava Cestic, der aufgrund der Verletzung von Rafael Czichos und einem weiterhin großen Fragezeichen hinter Jorge Meré für Samstag gesetzt sein dürfte. „Die Dreierkette ist ja keine Sensation, sondern das Ergebnis normaler Arbeit“, sagte Gisdol am Donnerstag. Wir müssen in der Lage sein mehrere System zu spielen.“ Dass dieses gegen den BVB sehr gut funktionierte und Gisdol die Wölfe ähnlich einschätzt wie die Dortmunder, könnte dazu führen, dass der FC-Coach weitgehend versuchen wird dem Motto treu zu bleiben: Never change a winning team. Zumindest nicht die Formation.

Zwei Alternativen in der Dreierkette

Czichos wird Gisdol ersetzen müssen, der Innenverteidiger fällt mehrere Wochen mit einem Muskelfaserriss aus. Meré, so Gisdol, gehe es wieder besser, dennoch stehe „ein größeres Fragezeichen“ hinter einem Einsatz des Spaniers, was übersetzt heißt: Der 23-jährige wird ebenfalls ausfallen. Für eine Dreierkette bleiben da nicht mehr viele Optionen. Frederik Sörensen und Robert Voloder heißen die weiteren gelernten Innenverteidiger. Sörensen war von Gisdol gegen den BVB noch aussortiert worden, Voloder hat wochenlang wegen Corona nicht gespielt und wäre wohl ein Youngster zu viel in einer ohnehin sehr jungen Kölner Elf. Doch Gisdol hat die Alternativen bereits im Kopf.

„In Dortmund hatten wir mit Benno Schmitz und Jannes Horn zwei Spieler auf der Bank, die sich beide in der Dreierkette wohl fühlen“, sagte der FC-Coach. Horn hat diese Position schon häufiger gespielt, beim FC in seiner ersten Zeit, während seiner Leihe nach Hannover später ebenfalls. Horn ist einer der wenigen hochgewachsenen Außenverteidiger, gleich groß wie Czichos, dazu sehr schnell und körperlich robuster als viele andere Flügelspieler. Schmitz derweil kommt nach seiner langen Verletzungspause schrittweise wieder heran, ist aber wohl noch kein Startelf-Kandidat für Wolfsburg. So könnten Cestic, Bornauw und Horn wieder die Dreierkette bilden wie in der Schlussphase gegen den BVB.

Oder geht Gisdol doch wieder zur Viererkette zurück? In Dortmund hatte der FC-Coach offenbart, dass die Videoanalyse von Hannes Dold letztlich die Taktik mitentschieden habe. Gegen Wolfsburg starten die Kölner in ihren Planungen also wieder von Neuem. Personell wird der FC-Coach noch abwarten müssen, wer für Samstag tatsächlich bereit sein wird. Auch Elvis Rexhbecaj war in Dortmund verletzungsbedingt ausgewechselt worden, hat aber bereits wieder trainieren können. Entwarnung gibt es derweil auch im Tor: Timo Horn klagte zuletzt über eine wiederkehrende Reizung im Adduktorenbereich. Diese hat sich nun aber wohl verbessert, sodass sein Einsatz am Samstag laut Gisdol nicht in Gefahr ist.

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