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Andersson, Modeste oder Duda? Sturmsuche gegen Wolfsburg


Eine Woche nach dem unerwarteten Experiment mit Ondrej Duda als Falsche Neun gegen Borussia Dortmund geht der 1. FC Köln erneut auf Stürmersuche. Gegen den VfL Wolfsburg wollen die Geißböcke ihr neu gewonnenes Selbstvertrauen erneut in Punkte umsetzen. Doch dafür braucht es nicht nur eine stabile Defensive, sondern auch eine Offensive, die dem Gegner weh tun kann. Das Problem: Weder Sebastian Andersson noch Anthony Modeste sind bei 100 Prozent.

Köln – Wenn der VfL Wolfsburg für eines in der Liga bekannt ist, dann für seine körperliche Wucht, gerade in der Defensive. Zwar hat Oliver Glasner seit der Rückrunde 2019/20 von einer Dreier- auf eine Viererkette umgestellt und spielt damit nicht mehr mit drei Kleiderschränken in der letzten Linie. Doch Anthony Brooks (1,93) und Maxence Lacroix (1,90) sowie Ersatzmann Marin Pongracic (1,90) kommen allesamt mit einem Format daher, mit dem beim FC bislang einzig Sebastiaan Bornauw mithalten konnte – und nun auch Sava Cestic (beide 1,91).

Dass VfL-Kapitän Josuha Guilavogui (1,88) weiterhin ausfällt, lässt zumindest auf der Doppel-Sechs der Wolfsburger ein bisschen die körperliche Überlegenheit schwinden. Doch der FC muss sich etwas einfallen lassen. Im Testspiel in der Vorbereitung (0:3) hielt der FC defensiv zwar lange gut mit, blieb offensiv aber nahezu wirkungslos. Jhon Cordoba, obwohl einer der kraftvollsten Stürmer der Liga, ging gegen die Wölfe komplett unter. Im Januar hatte der Kolumbianer noch zwei Tore geschossen. Doch gerade im Spiel mit dem Rücken zum gegnerischen Tor hatte es Cordoba stets schwer gegen die Wolfsburger Abwehr.

Beide sind nicht bei 100 Prozent

In der Theorie hätte der FC mit Sebastian Andersson und Anthony Modeste zwei ähnliche Kaliber, wie den Wölfen arge Probleme bereiten könnten. Doch das Duo ist nicht fit. „Beide sind nicht bei 100 Prozent“, gestand Markus Gisdol am Donnerstag. „Wir brauchen beide in den nächsten Wochen in bester Verfassung und müssen ihnen die Zeit geben sich so vorzubereiten, dass sie stabil werden. Wir dürfen sie nicht in ein Spiel nach dem anderen reinjagen.“ Gut möglich also, dass Gisdol gegen Wolfsburg erneut auf Ondrej Duda als Falsche Neun setzt, wie es bereits gegen Dortmund gut funktioniert hatte.

Bremen löste es ähnlich wie Köln

Dafür würde auch sprechen, dass der SV Werder Bremen mit einer ähnlichen Taktik fast erfolgreich gewesen wäre. Bei der 3:5-Niederlage lieferte sich Werder einen Schlagabtausch mit dem VfL bis zum 3:3, ehe man hinten raus verlor. In der Offensive bot Werder mit Rashica, Bittencourt und Osako drei wendige, schnelle und spielerische Angreifer auf. Der FC könnte mit Jakobs, Duda und Thielmann einen ähnlichen Ansatz wählen und damit auf die gleiche Formation wie gegen Dortmund zurückgreifen. Drei extrem fleißige Offensivspieler, laufstark und schnell, mit Duda zudem ein Spieler, den man zwar flach anspielen muss, der dann aber große Qualitäten hat, um eine Abwehr auseinander zu spielen und seine schnellen Nebenleute einzusetzen.

Was gegen Andersson und Modeste spricht

Für Andersson und Modeste hingegen könnte ein Spiel wie gegen Wolfsburg mit den körperlich starken Innenverteidigern noch zu früh kommen. Gerade beim Schweden hatte man in den Vorwochen immer wieder gesehen, dass er sich nicht so durchsetzen konnte, wie man es aus seiner Zeit bei Union Berlin kannte. Andersson muss erst wieder das Vertrauen in sein Knie zurückgewinnen, ehe er eine Hilfe für die Geißböcke sein kann. „Wir müssen geschickt vorgehen, um sie spielfit zu bekommen, damit sie zünden können“, sagte Gisdol. „Deswegen bin ich froh, dass wir die Lösung gegen Dortmund gefunden haben.“ Eine Lösung, die gegen Wolfsburg sehr wahrscheinlich erneut zum Einsatz kommen wird.

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