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Klassenunterschied im Derby: Gegen solche Teams reicht es nicht


Derbyniederlagen schmerzen den 1. FC Köln immer. Wenn sie allerdings so deutlich zustande kommen wie am Mittwochabend beim 0:4 gegen Bayer 04 Leverkusen, ist die Erkenntnis umso bitterer, wie weit der rheinische Rivale inzwischen entfernt ist. Der derzeitige Tabellenführer war über die gesamte Partie mindestens eine Klasse besser und zeigte deutlich auf, dass der FC seine Punkte im Kampf um den Klassenerhalt gegen andere Teams wird holen müssen. 

Geschichte des Spiels: Als Sky-Moderator Ecki Heuser vor der Partie mit Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes sprach, wünschte sich der Moderator ein Derby auf Augenhöhe. Doch dieses wurde es von Beginn an mitnichten. Schon nach sieben Sekunden erzwangen die Leverkusener einen Eckball und ließen die Kölner fortan überhaupt nicht mehr aus ihrer eigenen Hälfte. Folgerichtig fielen in Minute acht und zehn die beiden Gegentore, die aus einer Kombination von eigenem Unvermögen und Leverkusens individueller Klasse zustande kamen. Über die gesamte Partie war der aktuelle Tabellenführer mindestens eine Nummer zu groß für den FC. Umso passender war es für die Geschichte, dass Ex-FC-Talent Florian Wirtz den letzten Treffer des Abends markierte.

Das Ergebnis: 0:4 hieß es am Ende der 90 Minuten im rheinischen Derby. Für den FC war die Pleite gegen Leverkusen die bislang höchste Niederlage der Saison, und die Gisdol-Elf konnte am Ende sogar noch froh sein, dass Schick in der 73. Minute nur den Pfosten traf. Bitter ist dieses Ergebnis für den FC vor allem dahingehend, als dass das Kölner Torverhältnis in nur einem Spiel stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Vor der Partie zählte die Kölner Tordifferenz mit -4 zu den besten im Tabellenkeller. Nun steht Werder Bremen besser da als der FC. Im Vergleich zu den Plätzen 16 bis 18 haben die Geißböcke aber nach wie vor ein ordentliches Tore-Polster.

Zitat des Spiels: „Abhaken, Samstag geht es weiter.“ (Ismail Jakobs)

Comeback des Spiels: 82 Tage nach seiner Verletzung im Spiel gegen Arminia Bielefeld feierte Jonas Hector im Derby gegen Leverkusen sein Comeback. Der Kapitän wurde in der 65. Minute für Ellyes Skhiri eingewechselt, zu diesem Zeitpunkt war die Partie mit 0:4 allerdings schon entschieden. So konnte Hector aber immerhin 25 Minuten Spielpraxis sammeln und im Mittelfeld mithelfen, dass kein weiterer Gegentreffer hinzukam.

Erkenntnis des Spiels: Nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen hatte sich der FC auch gegen den Tabellenführer etwas Zählbares ausgerechnet. Nach 90 Minuten, die Leverkusen vollends dominierte, bleibt jedoch die Erkenntnis, dass es für den 1. FC Köln in dieser Saison um nichts anderes als das blanke Überleben in der Liga geht. Auch wenn die Geißböcke in den Spielen gegen Bayern, Dortmund und Wolfsburg gut aussahen, sind Gegner wie Leverkusen in der aktuellen Verfassung nicht ansatzweise die Kragenweite des FC. Die nötigen Punkte für den Klassenerhalt wird sich der FC woanders holen müssen – zum Beispiel direkt zu Beginn des nächsten Jahres mit den sechs Spielen im Januar (Augsburg, Freiburg, Hertha, Schalke, Hoffenheim, Bielefeld).

Die unerzählte Geschichte des Spiels: Während die Rückkehr von Jonas Hector wohl das Beste für den FC an diesem Tag war, feierte der Kapitän gleichzeitig seinen 150. Bundesliga-Einsatz im Trikot des FC. Damit hat der ehemalige Nationalspieler Legenden wie Thomas Häßler oder auch Lukas Podolski bereits hinter sich gelassen. Aus dem aktuellen FC-Kader hat lediglich Timo Horn noch mehr FC-Spiele bestritten als Jonas Hector.

 

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