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Weil FC-Angreifer enttäuschen: Duda ist der bessere Neuner


Wenn der 1. FC Köln schon am Samstag das nächste Bundesliga-Spiel bestreitet, wird Ondrej Duda in die Startelf der Geißböcke zurückkehren. Bei RB Leipzig wird Cheftrainer Markus Gisdol dann wohl wieder zur Formation ohne Mittelstürmer zurückkehren. Denn Sebastian Andersson und Anthony Modeste sind aktuell nicht ansatzweise fit genug, um in der Bundesliga zu bestehen.

Köln – Die Woche ist kurz, die Zeit zum Nachdenken kaum gegeben. Mittwoch Leverkusen, Samstag Leipzig: Für den FC geht es nach der Derby-Klatsche schnell weiter. Das bedeutet allerdings auch: kaum Zeit zur Aufarbeitung der Niederlage gegen Bayer 04. Jedoch erwartet die Geißböcke bei RB ein ähnliches Spiel gegen eine ähnlich veranlagte Mannschaft. Aus Kölner Sicht wäre es also durchaus wünschenswert, wenn der FC eine Lernkurve zum 0:4 gegen Leverkusen zeigt.

Warum sich Andersson und Modeste so schwer tun

Ein Lerneffekt dürfte garantiert sein: Markus Gisdol wird auf einen echten Mittelstürmer verzichten, zumindest in der Anfangsformation. Sebastian Andersson meldete sich am Freitag erneut mit Knieproblemen ab, Anthony Modeste konnte weder in Mainz noch gegen Leverkusen nach seiner Einwechslung Akzente setzen. Beide werden sich in den nächsten Wochen erst einmal körperlich in Form bringen müssen, ehe sie Ansprüche auf einen Stammplatz anmelden können. Die Gründe für ihre bislang enttäuschenden Leistungen in dieser Saison sind natürlich nicht unbekannt: Andersson legte gegen Hoffenheim stark los, traf und war torgefährlich. Dann kam die Knieverletzung vor dem 2. Spieltag, und seitdem ist der Schwede aus dem Tritt. Gegen Leverkusen wirkte er einmal mehr wie ein Fremdkörper, war nicht ins Spiel eingebunden, bekam keine verwertbaren Flanken oder Zuspiele, verhielt sich jedoch auch taktisch nicht klug und machte defensiv nicht ansatzweise die Wege, die Ondrej Duda zuletzt zurückgelegt hatte. Nun ist er erneut raus – niemand beim FC scheint zu wissen, wann man wieder einen fitten Andersson wird sehen können.

Modeste hingegen konnte weder in der Sommerpause noch in der Vorbereitung trainieren. Ihm fehlen noch immer die Grundlagen, die seine Teamkollegen in diesen zwei Monaten hatten legen können. Überhaupt konnte der Franzose in den letzten fünf Monaten nur teilweise trainieren. Dabei müsste Modeste eigentlich ohnehin mehr machen als seine Mitspieler, müsste sich mit seinen 32 Jahren noch mehr quälen, schinden, über Extra-Schichten an seiner Form feilen, so wie es viele ältere Bundesliga-Profis tun müssen, um in der immer schneller werdenden Liga mithalten zu können. Einen Individualtrainer hat der Stürmer zwar, doch es reicht noch längst nicht, um auf Bundesliga-Niveau fit zu sein. Schon gar nicht, und dieses Leid teilt er mit Andersson, in einem aktuellen Spielsystem, das den FC verhältnismäßig spät angreifen lässt, weshalb der Weg der Kölner Stürmer bei Ballgewinnen weiter ist zum gegnerischen Tor als ursprünglich in der Vorbereitung angedacht. Doch Gisdol hatte diesen Rückschritt gehen müssen, um seiner Mannschaft defensiv mehr Stabilität zu verleihen – auf Kosten der Mittelstürmer.

Wir haben in diesen Spielen zueinander gefunden

Und so wird Modeste in Leipzig wohl sicher wieder auf der Bank Platz nehmen müssen, während Andersson sein lädiertes Knie auskuriert. Derweil gilt Ondrej Duda als der aktuell bessere Neuner, weil er im Verbund mit seinen schnellen Nebenleuten und den beiden Achtern (Özcan und Rexhbecaj) zuletzt so gut funktionierte, dass diese Formation einen Einsatz in Leipzig verdient hätte. „Man hat in letzten Spielen gesehen, wie wertvoll Ondrej auf dieser Position für uns ist“, sagte Gisdol nach dem 0:4 gegen Leverkusen, in dem Dudas Fehlen offensichtlich geworden war. „Wir haben in diesen Spielen zueinander gefunden. Deswegen bin ich froh, dass er am Samstag wieder mit dabei ist.“ Und weil der FC in diesen Partien sogar torgefährlicher war als in den Spielen mit einem echten Mittelstürmer, spricht nichts dagegen, diese Formation zunächst beizubehalten. Vor allem, solange Andersson und Modeste ihrer Form derart hinterherlaufen.

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