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Nur 15 Tore: Das hausgemachte Offensivproblem


Der 1. FC Köln hat in der Hinrunde 2020/21 nur 15 Tore erzielt. Die offensichtliche Offensivschwäche ist der Hauptgrund, warum die Geißböcke tief im Tabellenkeller feststecken. Nach einer beachtlichen Serie in der Vorsaison ist das Toreschießen in dieser Spielzeit zum Problem geworden. Dabei ist das Problem hausgemacht und kann in der Winterpause kaum behoben werden. 

Köln – Erst zum vierten Mal in dieser Saison hat der 1. FC Köln in einem Spiel mehr als ein Tor erzielt. Gegen Hoffenheim, Dortmund und Wolfsburg sowie am Mittwochabend auf Schalke trafen die Geißböcke zweifach. Mehr als zwei Treffer sind den offensivschwachen Geißböcken bisher nur im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten Alglienicke gelungen.

Nachdem der FC in der vergangenen Saison beim 2:0-Erfolg über Bayer 04 Leverkusen am 15. Spieltag eine beachtliche Serie gestartet hatte und bis zum Saisonende in jedem Spiel mindestens ein Tor erzielte, riss dieser Lauf in dieser Spielzeit bereits am 2. Spieltag gegen Arminia Bielefeld. Nach dem Ende der Hinrunde stehen nun magere 15 Treffer zu Buche – nur Schalke und Bielfeld haben noch weniger Tore erzielt als der FC. Beachtlich zudem, dass mit Ellyes Skhiri der erfolgreichste Kölner Torschütze dabei ein defensiver Mittelfeldspieler ist.

Transfers sind kein Wunschkonzert

Während Neuzugang Sebastian Andersson noch wochenlang verletzungsbedingt ausfallen wird (ein Update zum Schweden gibt es hier), findet Anthony Modeste überhaupt nicht mehr in die Spur. Fraglich ist, ob der Franzose jemals auch nur annähernd wieder an seine Leistungen aus den Jahren 2015 bis 2017 wird anknüpfen können. Auf Schalke brachte Markus Gisdol lieber Tolu Arokodare als den 32-jährigen, wobei auch der Nigerianer noch keine Hilfe sein konnte. Dem FC fehlen die Tore von Jhon Cordoba, Mark Uth und dem verletzten Florian Kainz, die im Sommer nicht adäquat ersetzt werden konnten. Auch Sebastiaan Bornauw, in der letzten Saison sechsfacher Torschütze nach Standards, hat noch kein einziges Mal getroffen. Zu viert zeichneten sie sich in der vergangenen Spielzeit für 29 der 51 Saisontore verantwortlich.

Die neue Folge des GEISSPOD

Es ist daher wenig verwunderlich, dass der FC im Januar 2021 steht, wo er steht: auf dem Relegationsplatz. Die Forderungen der Fans nach einem Neuzugang in der Offensive in der Winter-Transferperiode werden immer lauter. Im Hintergrund arbeiten die Verantwortlichen an einer finanzierbaren Lösung. Auch Markus Gisdol hätte gerne einen Spieler in seinen Reihen, der ihm Tore garantieren könnte. „Jeder wünscht sich Torjäger, die zehn, 15 oder 20 Tore machen“, erklärte der FC-Coach nach dem Spiel auf Schalke zu der Stürmersituation. Dabei überraschte Gisdol jedoch auch mit der Aussage, dass in einem kampfbetonten Spiel wie am Mittwoch beim Tabellenschlusslicht „du dir nicht viel mehr Torchancen herausspielen kannst, egal ob mit oder ohne Stürmer“.

Wir sind keine Mannschaft, die in einem Spiel vier Tore erzielt

Worte, die entweder einer indirekten Kritik am eigenen Kader oder einem Eingeständnis gleich kamen, dass es seine Mannschaft aktuell einfach nicht besser kann. Jedenfalls hatte Gisdol bereits nach der Nullnummer gegen die Hertha klargemacht, dass in dieser Saison keine Torfestivals von seiner Mannschaft zu erwarten seien. „Wir werden in dieser Saison keine 60 Tore schießen. Wir sind auch keine Mannschaft, die in einem Spiel vier oder fünf Tore erzielt“, sagte der 51-jährige. Der Coach würde sich zwar über eine Verstärkung in der Offensive freuen. „Transfers sind kein Wunschkonzert“, merkte er aber auch an. „Ich versuche die bestmögliche Konstellation zu finden, um der Mannschaft Stabilität zu geben. Wir haben nach dem Hertha-Spiel sehr viel über Laufwege und über die Besetzung im Strafraum gesprochen, und ich habe da Fortschritte gesehen.“ Und immerhin: Gegen Schalke feuerte der FC genauso viele Torschüsse in Richtung Schalker Kasten (13) wie gegen Freiburg und Hertha zusammen. Zudem erspielte er sich im Vergleich zu den Spielen zuvor zwei Großchancen (Ehizibue, Skhiri), denen keine Standardsituationen vorausgegangen waren. Aber eines dürfte man am Geißbockheim mittlerweile auch wissen: Einen Spieler, der in dieser Saison eine zweistellige Anzahl an Toren erzielt, wird es am Saisonende wohl kaum geben.

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