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Debütant Dennis: Stürmer fehlt noch die Bindung


Emmanuel Dennis hat am Sonntag sein Debüt für den 1. FC Köln gegeben. Der Nigerianer stand in der Startelf der Geißböcke gegen Arminia Bielefeld (3:1) und trug in zwei entscheidenden Szenen zum Sieg bei. Vieles klappte allerdings noch nicht, was nach vier Trainingseinheiten wenig überraschte. Nun müssen Stürmer und Mannschaft zusammenfinden. Die drei Punkte dürften dabei helfen.

Köln – Die beiden besten Szenen, und das darf durchaus als Kompliment aufgefasst werden, hatte Emmanuel Dennis gegen Arminia Bielefeld, als er jeweils nicht an den Ball kam. In Hälfte eins war es sein Einsatz bei der Flanke von Ismail Jakobs, zu der er zum Kopfball hochstieg und so seinen Gegenspieler daran hinderte, dass dieser den Ball klären konnte. So fiel die Hereingabe hinter Dennis dem freistehenden Marius Wolf vor die Füße und dieser verwertete zum 2:0. In Hälfte zwei ging Dennis dem Steilpass von Ellyes Skhiri entgegen, ließ ihn aber durch zum gestarteten Elvis Rexhbecaj, sodass dieser freie Bahn hatte und zum 3:0 einschießen konnte.

Laufstark und schnell – und trickreich in Hälfte zwei

Es waren diese Szenen, die Dennis‘ Spiel umschrieben und auch in den nächsten Wochen umschreiben sollen. Ein Stürmer, der viele Wege geht, auch jene, die dafür da sind, andere Spieler in Szene zu setzen und nicht sich selbst. Diesen Vorwurf musste sich beispielsweise Anthony Modeste zuletzt gefallen lassen. Der Franzose hatte nur jene Laufwege auf sich genommen, die ihn in Position gebracht hätten. Für die Mannschaft machte Modeste jedoch nur das Nötigste. Dennis ist ein gänzlicher anderer Spielertyp. Bereits am Sonntag gegen Bielefeld präsentierte sich der Nigerianer als der mannschaftsdienliche Spieler, den man sich beim FC erhofft hatte. Die 10,3 Kilometer Laufdistanz in 82 Minuten hätten über 90 Minuten plus Nachspielzeit zu rund 11,5 Kilometer gereicht – überdurchschnittlich viel für einen Mittelstürmer. Darüber hinaus demonstrierte Dennis seine Schnelligkeit, technischen Möglichkeiten und Zug zum Tor.

Alles jedoch, und das gehört zu der Bewertung des Neuzugangs dazu, war noch Stückwerk. Der 23-jährige erlebte eine erste Halbzeit, in der er praktisch noch gar nicht eingebunden war. So nahm er mitunter Noah Katterbach den Ball auf der linken Seite einfach ab, um ihn anschließend in einem versuchten Doppelpass mit dem Linksaußen direkt zu verlieren. Auch in Hälfte zwei, als das Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen deutlich besser wurde, fand Dennis noch längst nicht die richtigen Zeitpunkte für Abspiele oder Abschlüsse. Fraglos zeigte er dabei aber einige Kabinettstückchen, die auf mehr hoffen lassen. So leitete er mit einem feinen Dribbling und Doppelpass Jakobs‘ Chance in der 50. Minute ein und brach kurz nach dem Anschlusstreffer der Bielefelder durch, wurde aber beim Schuss geblockt.

Dennis ist nicht ganz greifbar für den Gegner

Markus Gisdol zeigte sich daher mit den ersten Eindrücken zufrieden. „Man sieht, dass Emmanuel sich gerne an der Abseitskante bewegt und deswegen nicht ganz greifbar ist für den Gegner“, sagte der FC-Trainer. „Wir dürfen nach der kurzen Zeit nicht zu viel von ihm erwarten. Ich bin mit seinem Einsatz durchaus zufrieden. Er muss sich noch an die Bundesliga gewöhnen, hat es aber für sein erstes Spiel bemerkenswert gemacht.“ Nach vier Trainingseinheiten und den ersten 82 Bundesliga-Minuten geht es nun also um die Feinabstimmung in der neu besetzten FC-Offensive. Mit den drei Punkten im Rücken und dem Sprung auf Rang 14 dürfte dies leichter fallen als mit dem Druck einer weiteren Niederlage. Die nächste Chance sich weiter einzuspielen bekommen Dennis und seine Teamkollegen bereits am Mittwoch – im für den FC so wichtigen DFB-Pokal-Achtelfinale beim SSV Jahn Regensburg.

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