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Dennis über seinen Start in Köln: „Ich kann mehr leisten“


Emmanuel Dennis ist beim 1. FC Köln der große Hoffnungsträger für die Offensive. Noch wartet der Winter-Neuzugang aber auf seinen ersten Treffer in der Bundesliga. Er selbst ist daher auch noch nicht zufrieden mit seinen bisherigen Leistungen. Beim FC will Dennis, der im vergangenen Jahren einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste, nun vor allem eines wieder sein: Glücklich. 

Köln – Seit knapp dreieinhalb Wochen ist Emmanuel Dennis nun beim 1. FC Köln. Seither stand die Leihgabe des FC Brügge in jedem Spiel in der Startformation. Beim Pokal-Aus in Regensburg erzielte der Nigerianer zudem sein erstes Pflichtspieltor für die Geißböcke, wenngleich sein Abend durch den verschossenen Elfmeter kurz vor dem Ende wohl eher negativ in der Erinnerung des 23-jährigen verbleiben dürfte.

Trotzdem zeigte der Angreifer bereits in seiner kurzen Zeit beim FC, warum Horst Heldt ihn unbedingt für die Offensive verpflichten wollte. Dennis ist schnell, technisch stark und wie beim 2:0 gegen Regensburg mit einem guten Abschluss ausgestattet. Noch funktioniert jedoch nicht alles. Der Stürmer lauert gerne an der Abseitslinie, oftmals kommt der entscheidende Pass auf ihn aktuell aber noch einen Moment zu spät. Gleichzeitig stimmen die Laufwege in der Offensive häufig noch nicht, sodass Dennis bislang noch zu selten von seinen Mitspielern in Szene gesetzt werden konnte. Auch er selbst ist sportlich noch nicht zufrieden mit seiner Leistung: „Ich weiß, dass ich mehr leisten kann“, sagte der 23-jährige am Mittwoch aber mit der Überzeugung, sich mit der Zeit immer besser zurecht zu finden. „Ich muss einfach geduldig bleiben, hart arbeiten und positiv sein, dann wird sich das ändern.“

Ehizibue und Arokodare helfen Dennis

Sein erster Eindruck von Köln und dem FC sei bislang aber sehr positiv, berichtet Dennis. „Ich versuche momentan noch anzukommen und mich an alles zu gewöhnen. Aber es gefällt mir gut hier, der FC ist ein großer Klub in Deutschland.“ Bei der Eingewöhnung konnten ihm mit Kingsley Ehizibue und Tolu Arokodare immerhin zwei Landsleute zur Seite stehen. „Da ich die Sprache nicht verstehe, schreiben die beiden mir immer, wann ich wo sein muss. Ich bin glücklich mit den Mannschaftskollegen, es macht viel Spaß mit ihnen“, erklärte Dennis, der privat gerne kocht und gute Filme mag. „Ich mag es nicht, wenn mir langweilig ist. Am liebsten bin ich einfach glücklich und lache viel.“

Das ist ein Part des Lebens

Glücklich sein ist das Stichwort, welches bei Dennis immer wieder fällt, wenn er nach seiner Zukunft oder seinen Zielen gefragt wird. Denn der nigerianische Nationalspieler weiß auch, wie es sich anfühlt, nicht glücklich zu sein. Im Jahr 2020 verstarb Dennis‘ Bruder bei einer Segel-Regatta in Nigeria, nachdem das Boot aus unbekannten Gründen gekentert war. Dennis reiste damals in Absprache mit dem FC Brügge sofort in seine Heimat und verpasste einige Spiele in der Jupiler League Pro. „Manchmal gehst du im Leben durch eine harte Zeit“, erinnerte sich Dennis am Mittwoch. „Die Familie ist alles. Ich habe meinen Bruder verloren. Das hat mich wirklich stark beeinflusst, da werde ich nicht lügen. Aber das geht jedem so, dem seine Familie etwas bedeutet. Das ist ein Part des Lebens. Jetzt bin ich okay“, will der Angreifer optimistisch nach vorne blicken. „Jetzt bin ich einfach glücklich, in einer Liga Fußball spielen zu dürfen, die ich am meisten bewundere.“

Es gibt im Fußball keinen Schritt zurück

Dass Emmanuel Dennis nun in der Bundesliga spielt, war vor einem Jahr so noch nicht abzusehen. Im Sommer soll dem FC Brügge eine Offerte von Arsenal London für den Stürmer vorgelegen haben. Rund 18 Millionen Euro wollte der Premier League-Klub damals für Dennis bezahlen. Doch am Ende kam es nicht dazu, Dennis blieb zunächst in Belgien und steckte auch durch seinen privaten Schicksalsschlag in einer sportlichen Krise. Nun will der 23-jährige in der Bundesliga einen Neuanfang wagen, wenn auch zunächst nur bis zum Saisonende. „Ich fokussiere mich im Moment nur auf das Training und die Spiele hier. Das ist das einzige, was in meinem Kopf ist“, sagte Dennis, der aktuell keinen Grund sieht, über den Sommer hinaus zu blicken. Dass ihm die Bundesliga dabei so gut gefällt, liege an der physischen und vor allem offensiven Spielweise der Vereine. „Jede Mannschaft in der Bundesliga will spielen und attackieren“, erklärt er. „In Belgien gibt es häufig langweilige Spiele, weil viele nur verteidigen wollen.“ Deswegen stört es Emmanuel Dennis auch nicht, dass er statt in der Premier League sowie der Europa League nun in Deutschland gegen den Abstieg spielt: „Es gibt im Fußball keinen Schritt zurück. Wenn du spielst und dabei glücklich bist, ist es kein Rückschritt.“

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