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U19 im Wartestand: „Uns werden Talente verloren gehen“


Es kam letztlich nicht unerwartet, dennoch war die Enttäuschung beim 1. FC Köln riesig: Die Absage der Youth League sorgte am Geißbockheim für traurige Gesichter. Insbesondere das Verhalten des Kontinentalverbands UEFA im Vorfeld ließ die Fallhöhe für den FC noch einmal wachsen. Viele FC-Talente stehen derweil vor einer ungewissen Zukunft.

Köln – „Es wurde im Vorfeld zu positiv angegangen“, hadert Stefan Ruthenbeck, U19-Trainer des FC, mit den Erwartungen, die die UEFA durch ihr Handeln bei den Kölner Spielern und Verantwortlichen geschürt habe, auch wenn er selbst grundsätzliches Verständnis für die Absage des Turniers zeigt. So wurde der Wettbewerb erst kurz vor Weihnachten grundlegend reformiert und verschlankt, um eine Ausführung auch in der Pandemie zu ermöglichen. Im Januar wurde schließlich eine Auslosung durchgeführt, an der nicht nur die beteiligten Vereine, sondern die breite Öffentlichkeit per Livestream teilnehmen konnte. Auch dies suggerierte, dass der Wettbewerb tatsächlich stattfinden würde – auch wenn angesichts der aktuellen Reisebeschränkungen in Europa viele Fragezeichen blieben.

Mannschaft hatte sich auf Quarantäne eingestellt

Eigentlich sollte der 1. FC Köln am 2. März bei den Glasgow Rangers in Schottland antreten. Da Schottland als Teil des Vereinigten Königreichs in Deutschland als Risikogebiet gilt, hatten sich die Spieler und der Trainerstab nach der Rückkehr bereits auf eine mehrtägige Quarantäne eingestellt. Zudem sei von der UEFA ein detailliertes Hygienekonzept verschickt worden. „Durch all das hat man die Fallhöhe für die Spieler noch einmal erhöht, die Enttäuschung ist riesengroß und die Absage war bitter für die Jungs.“

Ob den Teilnehmern der abgesagten Youth-League-Saison zum Ausgleich ein Startrecht in der neuen Spielzeit eingeräumt wird, ist noch offen. Bislang hat es nach GBK-Informationen keine diesbezüglichen Signale seitens der UEFA gegeben. Doch selbst wenn der FC in der Saison 2021/22 starten dürfte: Für Spieler wie Meiko Sponsel, Joshua Schwirten oder auch Marvin Obuz ist der Europapokal-Platz zerplatzt. Sie gehören dem älteren U19-Jahrgang an, der im Sommer in den Senioren-Fußball wechselt.

Wichtiger Teil der Ausbildung weggebrochen

Nach einem Jahr fast ohne Wettkampfpraxis wird dieser Sprung laut Ruthenbeck für viele Spieler, nicht nur beim FC, eine große Herausforderung. „Uns werden dadurch auch Talente verloren gehen“, fürchtet der Trainer, „mit den Wettkämpfen ist ein wichtiger Teil der Ausbildung weggebrochen.“ Auch für Ruthenbeck selbst stellt die Youth-League-Absage eine Herausforderung dar, war der Europapokal doch bislang der Antrieb in der täglichen Trainingsarbeit. Sechsmal die Woche – nur die Sonntage sind frei – stehen die U19-Talente des FC aktuell auf dem Trainingsplatz, zumeist in Kleingruppen. Die Motivation Youth League ist nun weggefallen und derzeit ist es alles andere als sicher, ob und wann die U19-Bundesliga und/oder der DFB-Junioren-Pokal fortgesetzt werden kann.

Die Jungs müssen sich präsentieren können

Ruthenbeck wünscht sich eine schnellstmögliche Fortsetzung des Spielbetriebs, sofern es die Pandemie-Situation zulässt. Mit Blick auf die Anschlussverträge des älteren U19-Jahrgangs im Seniorenfußball ab Sommer äußert der Coach: „Die Jungs müssen sich präsentieren können.“ Spielpraxis sei derzeit am wichtigsten – auch für den Fall, dass die Bundesliga oder der nationale Pokal fortgesetzt werden. Ergebnisse und die Abschlussplatzierung seien vor diesem Hintergrund in dieser Saison von nachrangigem Interesse. Aktuell sieht es jedoch nicht danach aus, dass die U19-Bundesliga tatsächlich im ursprünglichen Format noch über die Bühne gehen kann. Der Europapokaltraum jedoch ist zunächst einmal definitiv geplatzt.

3 Kommentare
  1. Thomas Niehues sagte:

    Es ist schon schade das in diesem tollen Verein soviel Dinge nicht gut laufen, sich im Präsidium die Leute so schwer tun einfachste Themen zu lösen und vieles von diesen Fehlern noch öffentlich wird … Es könnte so gut und ruhig laufen beim FC…. und dann ist es sehr schwer zu verstehen was der Trainer hin und wieder für Entscheidungen trifft und bei dem Stürmer Problem ein Junge wie Marvin Obuz nicht dauerhaft spielt . Er würde sich durchsetzen.
    Genauso wie es mit Lukas Podolski gemacht würde, aus der Not ins kalte Wasser geworfen und er schoss Tor um Tor… Gisdols Arbeit nicht angegriffen , aber schade das er nicht handelt und Obuz dauerhaft spielt… eines Tages ist so einer dann wieder weg …

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